Dennis Scharlau

Der Fotograf Dennis Scharlau starb Anfang Juli

von Magdalene Zuther

Dennis Scharlau - Foto © Helmut Steidler
 
Dennis Scharlau
(1980 – 2012)
 
Der Wuppertaler Fotograf Dennis Scharlau starb Anfang Juli kurz vor seinem 32. Geburtstag in Wuppertal. Die Nachricht über seinen plötzlichen Tod hat alle, die ihn kannten, fassungslos zurückgelassen.
 
Dennis Scharlau war ein Mensch mit vielen Ideen und Begabungen. Wenn er sich einer Sache widmete, dann mit ungebremster Leidenschaft und Hingabe.
Nach einem anfänglichen Studium hatte er Fotografie bei Wolf Birke im Wuppertaler Luisenviertel gelernt. Danach widmete er sich viele Jahre sehr erfolgreich der Bühnenfotografie. Besonders Musiker aus dem Jazz hatten es ihm angetan: Hans Reichel, Audry Chen, Peter Brötzmann, Günter „Baby“ Sommer, das Alexander von Schlippenbach Trio, Wolfgang Schmidtke, Maik Ollhoff, Alvin Queen und viele mehr hat er in den letzten Jahren abgebildet. Aber auch anderen Stilen und Kunstsparten wendete er sich zu. Hörte oder las man seinen Namen, so begegnete man ihm im Kontext vieler namhafter Projekte in Wuppertal: OLGA, ein Raum für Kunst, den er mit dem Maler, Tänzer und Choreographen Milton Camillo in der Wuppertaler Nordstadt aufgebaut hatte, gehörte ebenso dazu wie die Konzertreihe KlangArt, die E. Dieter Fränzel im Skulpturenpark von Tony Cragg kuratiert, das Wuppertaler Jazzmeeting, die Performance-Reihe „Sichtlaut“ um den Tänzer und

Dave Tucker - Foto: Dennis Scharlau
Choreographen Geraldo Si, das Ernst-Jandl-Festival „tohuwabohu“ und einiges mehr, das er fotografisch begleitet hat.
2007 waren seine Arbeiten in der Wuppertaler Galerie Epikur bei dem Gemeinschaftsprojekt NorngBoy von Dennis und der Tänzerin und Performance-Künstlerin Nusara Mai-ngarm zu erleben. 2010 gewann er mit einem Bild des britischen Gitarristen Dave Tucker den von einer internationalen Community für Foto und Video ausgetragenen Wettbewerb „photokina PIONEERS“.
 
Als Fotograf begleitete er die Arbeit der Peter Kowald Gesellschaft seit ihrer Gründung. 2011 präsentierte er dort im Rahmen der Ausstellung „7 Jahre Ort-Fotografie“ ein Bild der japanischen Jazzmusikerin Aki Takase, das er im April desselben Jahres während ihres Konzerts im Ort aufgenommen hatte.
Nach einem zeitweiligen Rückzug von der Fotografie und wechselnden Aufenthalten an seinem Geburtsort im Sauerland, in Wuppertal, Berlin und London kam er im letzten Jahr wieder in Wuppertal an. Seine Leidenschaft für den Film brachte ihn in das Cinema, einem traditionsreichen Programmkino in Wuppertal-Barmen. Dort arbeitete er im letzen Jahr und wollte das Filmvorführen lernen.