Basis-Arbeit i.S. Jazz

The Birth of Soul Jazz - Bossa Nova Basilia - Bossa Nova USA

von Steffi Engler

         

The Birth of Soul Jazz
2 CD mit 23 Titeln
© 2013 Chrome Dreams
Gesamtzeit ca. 2:37:00
  Bossa Nova Basilia - Bossa Nova USA
2 CDs mit 51 Titeln
© 2013 Chrome Dreams
Gesamtzeit ca. 2:36:00


Basis-Arbeit i.S. Jazz

The Birth of Soul Jazz
 
Wer nicht viel über den Post-Bebop-Jazz an der Ost- und Westküste der USA weiß, kann jetzt auf zwei total spannenden CD in einem Doppel-Album durch einen phantastischen Querschnitt der Jahre 1958-1962 einen wunderbaren Überblick bekommen: „The Birth of Soul Jazz“. Das sind zwei Scheiben von Substanz mit dem Feinsten von u.a. Horace Silver, Cannnonball Adderley, Hank Mobley, Lou Donaldson, Don Wilkerson, Jimmy Smith, Les McCann, Herbie Hancock, Ramsey Lewis, Grant Green, Stanley Turrentine, Jimmy McGriff, Bobby Timmons, Gene Ammons, Red Garland - dessen über 15-minütiges Soul Junction vielleicht das Beste des Albums ist - und vielen anderen mehr.
Art Blakey eröffnet diese Retrospektive (immerhin blicken wir ein gute halbes Jahrhundert zurück) mit dem Klassiker „Moanin´“, der coole Hammond-Sound von Jimmy McGriff ist mit „Midnight Special“ vertreten, echt soulig wird es in Les McCanns „The Truth“, Herbie Hancocks „Watermelon Man“ ist heute noch so frisch wie vor 50 Jahren, und das Ramsey Lewis Trio verschlägt einem auch heute noch den Atem mit seiner Präsenz. „Brother“ Jack McDuff brachte 1960, also noch vor Jimmy Smith, die Hammond-Orgel in den Jazz, und Smith groovt „I´ve Got A Woman“. Richard „Groove“ Holmes ist der dritte Hammond-Vertreter dieser Zeit. Sein „Sweatin“ ist wirklich heiß. „Dat Dere“ von und mit Bobby Timmons (ich liebe die 1991er Version von Rick Lee Jones) hat eigene Klasse und Ike Quebec glänzt mit „Buzzard Lope“.
23 Top-Titel versammeln sich auf diesen beiden Silberscheiben von eindrucksvollem Zeit-Kolorit. Kann man immer wieder hören, zum Ausspann nach langem Tag, zum Wachbleiben bei Autofahrten oder zum aufmerksamen Einhören in eine tolle Jazz-Epoche.
 
 
Bossa Nova Brasilia – Bossa Nova USA
 
Am Anfang, als der Bossa Nova noch Brasilien „gehörte“ war es zum Teil noch butterweiche Schmusemusik mit Streichern – am Beispiel des Duo-Titels „Tereza da Praia“ mit Dick Farney & Lucio Alves aus dem Jahr 1954 oder „Se Todos Fossem Iguais A Voce“ mit Luiz Bonfa & Roberto Paiva mit A.C. Jobim lassen sich die Wurzeln einer hinreißenden musikalischen Bewegung festmachen, die in der Zeit von 1959 bis 1962 von Brasilien ausgehend in den USA ihren die Welt umfassenden Höhepunkt hatte. Das „Chega de Saudade“ des Trio Naga aus dem Jahr 1959 klingt noch ganz anders als später die Adaptionen durch US-Jazzer und Walter Wanderleys traumhaft altmodischer Hammond-Sound ist heute so was von retro, daß es schon wieder Kult-Charakter für die Lounge bekommt. All das und mehr auf CD 1 „Bossa Nova Brasil“.
„Bossa Nova USA“ läßt die amerikanischen Jazzer zum Zug kommen, die auf den inspirierenden Bossa-Zug aufgesprungen sind – und das waren nicht wenige und vor allem aus der damaligen Crème. Einige wurden in den Musenblättern ja schon mit ihren Bossa-Alben vorgestellt, darunter natürlich an prominentester Stelle Stan Getz/Charlie Byrd mit ihrem Spitzen-Album „Jazz Samba“, das in der westlichen Hemisphäre eine wahre Woge auslöste. Ist aber auch eine einzigartige LP gewesen. Zoot Sims ist ebenso dabei wie Dave Brubeck, Cannonbal Adderley, Herbie Mann, Quincy Jones, Miles Davis, Dizzy Gillespie, Bud Shank, Dave Pike, Coleman Hawkins, George Shearing, Grant Green und Lalo Schifrin. Ich sagte ja: die Crème.
Die Sammlung von Chrome Dreams präsentiert auf zwei prall vollen CDs mehr als 50 der wichtigsten Aufnahmen aus der Zeit von 1954 bis 1962 des frühen brasilianischen Bossa Nova und dessen Auswirkungen auf den US- und internationalen Jazz.
 
Weitere Informationen: www.in-akustik.com