Das Berchtesgadener Land

Wanderferien im Herrgottswinkel

von Frank Becker

Die Insel Christlieger im Königssee - Foto © Frank Becker
Wanderferien im Herrgottswinkel
 
Das Berchtesgadener Land in den Farben des Herbstes
 
 
 
Wen Gott lieb hat, den läßt er fallen in dieses Land
(Ludwig Ganghofer)
 
Ein pittoreskes, vor allem in der Saison durch seine außerordentliche Schönheit beliebtes und gesuchtes Ferienziel ist das Berchtesgadener Land. In der malerischen Südostspitze Deutschlands, zwischen beachtliche Bergketten mit dem Watzmann-Massiv in einen tief nach Österreich hinein ragenden Talkessel eingebettet, liegt der „Innere Landkreis“ mit der Ramsau, der Gemeinde Schönau samt Königssee, den zugehörigen Gemeinden Marktschellenberg und Bischofswiesen sowie dem malerischen Städtchen Berchtesgaden selbst. Eine zauberhafte Märchenbuch-Landschaft, die den Besucher aufs artigste begrüßt und den Reisenden auf Anhieb entschleunigt. Das ist in den letzten Jahren für viele Urlauber mit Recht das Zauberwort des Reisens geworden, denn Entschleunigung bedeutet Erholung. Vielleicht ja auch oder sogar ganz besonders außerhalb der üblichen Reisezeit bietet sich diese Region als lohnenswertes Ziel an, Grund genug, einmal im Herbst den Fuß dorthin zu setzen. Es ist einer der verträumtesten Winkel des deutschen Südens, eine ebenso berückende wie abwechslungsreiche bayerische Landschaft, die sich nach Berchtesgaden, dem berühmten Urlaubsort der Könige und Künstler nennt.
 
Entspanntes Wandern im Herbst
 
Nach dem Abklingen der Sommerhitze, wenn sich im goldenen Oktober die Wälder in die leuchtenden Farben des Frühherbstes kleiden und nach dem Auflösen der Morgennebel die Luft klar und rein ist, finden Ruhesuchende und Wanderer ideale Bedingungen für einen Urlaub ganz in ihrem Sinne vor. Denn das ist es, was die meisten Feriengäste – neben den bekannten Attraktionen der Region – in diesen beschaulichen Winkel Bayerns zieht: das Wandern auf den hervorragend ausgebauten, kartographierten und beschilderten Wegen in bewahrter Natur. Hier ist für jeden etwas dabei, für den gemütlichen Spaziergänger, für fröhliche Wanderungen im leichten Gelände, anspruchsvolle Bergwanderer und härteste Trekking-Touren für Extrem-Sportler (aber von denen soll heute nicht die Rede sein).
Die Nähe zu Österreich gibt dem bodenständigen bayrischen Charakter die gewisse Prise Leichtigkeit, die im Wesen der „umarmenden“ Alpenrepublik liegt, Hotellerie und Küche profitieren vor historischem Hintergrund von dieser Verschmelzung.

 
 Ramsau mit St. Sebastian - Foto © Frank Becker
 
Der frühe Vogel…
 
Wir haben von Düsseldorf aus den frühen Flug nach Salzburg genommen, ein Katzensprung sozusagen, haben ein Auto gemietet und saßen bereits um 08.30 Uhr am reich gedeckten Frühstückstisch des empfehlenswerten Hotels Rehlegg in Ramsau, dem Ausgangsort für unsere Unternehmungen, um uns für die erste Wanderung zu stärken.
Auf einer Fläche von 210 km² ist ein Großteil der Landschaft 1978 zum Nationalpark gewidmet worden, in dem die Natur sich selbst überlassen und von Fachleuten für Forst und Fischerei, Fauna und Flora, den Rangern des Nationalparks, überwacht und geschützt wird. Mitten im Nationalpark also liegen die „Sahneschnitten“ des Berchtesgadener Landes: der 8 km lange, bis 1,2 km breite und 190 m tiefe Königssee, auf dem Elektroboote sauber uns leise die Gäste befördern, mit der romantischen Halbinsel St. Batholomä, der Obersee und der Malerweg um den Hintersee, alles umgeben vom Watzmann, mit 2.713 m der zweithöchste Berg Deutschlands, dem Wimbach-Hochtal, dem Schneibstein und dem Kehlstein mit dem exponierten Kehlsteinhaus mit seinem berühmten Panoramablick von bis zu 200 km. Das kann im Herbst allerdings nicht garantiert werden, denn dann liegt dieses „Adlernest“ auch gerne mal in den Wolken.
 
Einige Empfehlungen
 
Ein paar Empfehlungen der Expertinnen der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH haben wir erfolgreich ausprobiert und geben die Tips gerne an Sie weiter:
Es ist günstig, bei der Anreise mit dem Flugzeug das Kehlsteinhaus auf dem Weg vom Salzburger Flughafen zur Ramsau zu besuchen. An Kehlstein und Obersalzberg kommt man nämlich quasi vorbei, außerdem fahren die als Verkehrsmittel einzig zugelassenen Zubringer-Busse zum Kehlstein bereits ab ca. 08.00 Uhr. Ansonsten kann man das Kehlsteinhaus auch über eine ca. zweistündige Bergtour zu Fuß erreichen.


Sankt Bartholomä - Foto © Frank Becker

Nehmen Sie sich auf jeden Fall ausreichend Zeit für den Königssee. Denn außer zu St. Bartholomä sollten Sie unbedingt bis zur Endstation Salet fahren, und von dort zum Obersee und zur Fischunkel Alm wandern. Ein landschaftlich traumhafter Weg! Auf dem Rückweg dann ist die Einkehr in den Lokalen auf St. Bartholomä mit hervorragender Küche die Belohnung für die Wandertour. Auf dem Hinweg wird Ihnen vom Bootstrompeter natürlich das berühmte Echo vorgeführt – es ist wirklich beeindruckend.
Auf den Spuren der Maler des 19. Jahrhunderts wandert man ohne Anstrengung vom Dorfzentrum Ramsau – hier nicht den traumhaften Postkarten-Blick von der Ache auf die Pfarrkirche St. Sebastian vor eindrucksvoller Bergkulisse verpassen - entlang der Ramsauer Ache bis zur Marxenbrücke und durch den Zauberwald zum Hintersee. Der Weg von Ramsau über die Gletscherquellen im Zauberwald bis zum Hintersee ist auch im Winter geräumt. Die Malerstationen um den Hintersee bieten ebenfalls wunderschöne Panoramen, schließlich hat die Künstlerkolonie am Hintersee mit ihren Bildern quasi den Grundstein zum Tourismus in der Region gelegt.
In Berchtesgaden bieten das Königliche Schloß (unbedingt eine Führung mit Waltraud Gschoßmann buchen), der Ort mit hübschen Lokalen und Geschäften, am Schloßplatz der Laden der Berchtesgadener Holz-Handwerkskunst oder einer der beiden Lederhosenmacher interessante Abwechslung.
 
Eine der schönsten Gegenden der Welt
 
Von Alexander von Humboldt ist ein treffendes Zitat überliefert: Die Gegenden um Konstantinopel, Neapel, Salzburg und Berchtesgaden halte ich für die schönsten der Welt.“ Der Mann muß es gewußt haben, denn er hatte die Welt gesehen.


Der Watzmann und seine Söhne - Foto © Frank Becker
 
Anreise zum Berchtesgadener Land:
- mit dem Auto über die A 8 (Deutschland), Ausfahrt Bad Reichenhall über die B 20 oder
 von der A 10 (Österreich), Ausfahrt Salzburg Süd über die B 160 (A) und die B305 (D)

Berchtesgaden - Foto © Frank Becker
- mit der Deutschen und der Österreichischen Bahn direkt nach Berchtesgaden
- mit dem Flugzeug über den Flughafen Salzburg, der z.B. Düsseldorf aus von Air Berlin und
 von Köln aus von HLX angeflogen wird.
 
Informationen bekommen Sie hier: