Ommerborn-Ausstellung in der Lenneper Stadtteilbibliothek

... auch nach den Sommerferien ge÷ffnet

Red.

J.C.J. Ommerborn
Ommerborn-Ausstellung in der Lenneper Stadtteilbibliothek
auch nach den Sommerferien geöffnet
 
Die  Ende Juni in der Lenneper Stadtteilbibliothek eröffnete Ausstellung über den Lenneper Schriftsteller Johann Christian Josef Ommerborn (1863-1938) ist auch nach dem Ende der Sommerferien bis auf weiteres zugänglich. 

Der Lokalhistoriker Dr. Wilhelm R. Schmidt hat die Ausstellung ganz bewußt vor allem im Hinblick auf das engere Thema Ommerborn und Lennep gestaltet, d.h. sachlich fernere und  überregionale Zusammenhänge in Ommerborns bewegtem Leben (Dortmund-Cörne, Frankfurt a.M., Emmendingen sowie Riehen und Basel in der Schweiz), seien sie politischer, literarischer oder religiöser Art, wurden bewußt ausgeblendet bzw. nur kurz angerissen. Themen der Ausstellung sind u.a. Ommerborns bergische und Lenneper Herkunft, seine unterschiedlichen Romangenres sowie seine zahlreichen Pseudonyme (Paul Börner, Alfons Born-Ommer, Karl Christiansen, Stian Merbo, Franz Ullmann). Anhand der ausgestellten Tafeln kann man sich über folgende Themen informieren: Warum beschäftigt uns heute eigentlich noch ein ansonsten vergessener bergischer Autor? Was bedeuten Ommerborns nur leicht verfremdete Ortsnamen wie Lempe, Hilverkusen, Remmesched, Rongesdrop usw., wie äußert sich das Bergische Platt des Schriftstellers und seine lokale Ausdrucksweise? Die Frage, ob Ommerborns Roman „Pastor Hans Kroppmann“ vielleicht ein Lenneper Schlüsselroman sei, wird  anhand Ommerborns sehr freier Verwendung der Lenneper Schulgeschichte erläutert. Die Ausstellung  thematisiert weiterhin u.a. Ommerborns Barmer Landstraßen-Mission und sein schwieriges Verhältnis zu Bethel und den Bodelschwinghs. Weiterhin wird in der Ausstellung eine bis heute bestehende literaturgschichtliche Legende aufgeklärt, die auf der Verwechslung eines Pseudonyms beruht und u.a.  Klaus Mann und Lion Feuchtwanger betrifft.
 
Fazit:
Obwohl der 1863 in Lennep geborene Schriftsteller J.C.J. Ommerborn keinen größeren Platz in der deutschen Literaturgeschichte beanspruchen kann, und obwohl er, ehemals massenhaft gelesen, heute eher vergessen ist, so bleibt doch sein umfangreiches Gesamtwerk in mehreren historischen Forschungsdisziplinen Thema, z.B. in den Bereichen Sozialdemokratie und Anarchismus, in der Literaturgeschichte z.B. bezüglich der Kriminal- und Kolportageliteratur, in der Kirchen- und Missionsgeschichte (nicht nur) des Bergischen Landes sowie in der Bergischen Heimatgeschichte. Noch in den 1970er Jahren wurde posthum eine Sammlung seiner kürzeren Erzählungen mit dem Titel „Von Oberberg bis Niederrhein“ veröffentlicht.
 

Exponate der Ommerborn-Ausstellung - Foto: Veranstalter

Zum späteren Abschluß der Ausstellung wird Dr. Schmidt einige für Lennep bedeutsame Leseproben aus dem Roman „Pastor Hans Kroppmann“ und dem späteren Folgeroman „Pastor Hans Kroppmanns Himmelreich“ vorstellen. Weiterhin ist ein  themeneinschlägiger Rundgang durch die Ommerborn bekannte ehemalige Kreisstadt geplant. Beides wird in der Lokal-Presse speziell angekündigt werden. Das Thema kann im übrigen auch als Vortrag gebucht werden und eine Veröffentlichung in Aufsatzform ist in Vorbereitung.
 
Hinweise auf die Öffnungszeiten der Ausstellung finden Sie hier: www.remscheid.de/freizeit-und-kultur/
Kontakt zu Dr. Schmidt: schmidt-lennep@gmx.de
Weitere Informationen: www.lennep.eu
 
Redaktion: Frank Becker