Aktuelles aus der Kultur - heute: Ausstellungen

Die Kolumne

von Andreas Rehnolt

Foto © Frank Becker

Aktuelles aus der Kultur

Für die Musenblätter zusammengestellt
von Andreas Rehnolt
 
Thema heute: Ausstellungen



Bilderbuchmuseum Troisdorf zeigt den Wilden Westen im Comic
 
Die Schau präsentiert ab dem 1. März über 100 Original-Zeichnungen aus über 100 Jahren
 
Troisdorf - "Going West! Der Blick des Comics Richtung Westen" ist der Titel einer Ausstellung, die ab dem 1. März im Bilderbuchmuseum Troisdorf bei Bonn zu sehen sein wird. Die bis zum 26. April geplante Schau präsentiert den Wilden Westen im Comic. Nach Angaben des Museums zählt dieser Wilde Westen zu den großen Mythen des 19. und 20. Jahrhunderts. Er war eine Welt des Abenteuers und der Gefahren am Rande der zivilisierten Welt, in der Aufrichtigkeit und harte Arbeit einen Mann (und gelegentlich auch eine Frau) "adeln" konnten, hieß es in der Ankündigung.
Die Ausstellung werde sich um Distanz zu den üblichen "Cowboy und Indianer"-Klischees bemühen und die Ursprünge dieser Populärmythen erkunden. Dabei soll sich das Augenmerk auf diejenigen zeichnenden Comic-Pioniere richten, die sich seit den 1920er-Jahren der realistischen Darstellung des Westens, seiner Landschaft und seiner Bewohner verschrieben hatten, so die Aussteller. Comicfans dürfen sich auf Arbeiten von amerikanischen und europäischen Künstlern freuen, die die Comic-Kunst im 20. Jahrhundert nachhaltig geprägt haben.
So sind Werke etwa von Frank King (Gasoline Alley), George Herriman (Krazy Kat), Hal Foster (Prinz Eisenherz), Hergé (Tim und Struppi), Morris (Lucky Luke) und Jean Giraud / Moebius (Leutnant Blueberry) zu sehen. Auch Arbeiten des legendären Comic-Zeichners Carl Barks werden in Troisdorf zu sehen sein. Schließlich waren die Entenhausener Onkel Dagobert, Donald Duck und dessen Neffen Tick, Trick und Track für viele aufregende Abenteuer im Wilden Westen.
Neben diesen Klassikern sollen aber auch Originale von Illustratoren wie Hugo Pratt und Milo Manara, Benito Jacovitti (Cocco Bill) oder Vaughn Bodé zu sehen sein. Über 100 Originale aus mehr als 100 Jahren geben den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die unterschiedlichen Entwicklungslinien und Stilrichtungen des Comics nachzuvollziehen, hieß es im Vorfeld der Schau weiter.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Ausstellung des Bergischen Künstlerbundes im Oberschlesischen Landesmuseum
 
Ratingen - Ab dem 31. Januar zeigt der Bergische Künstlerbund im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen eine Ausstellung mit Malerei, Zeichnung, Fotografie, igigrafie, Objekten, Schmuck, Plastiken und Figuren. Nach Angaben des Museums ist die Schau bis zum 1. März geplant. Der Künstlerbund besteht seit 1967 und präsentiert die Werke seiner Mitglieder erstmals im Landesmuseum, hieß es in der Mitteilung. Bis heute ist der Verein "hauslos" und zugleich in allen neun Städten des Kreisgebietes und darüber hinaus beheimatet. Aktuell arbeiten 25 aktive Künstler und Künstlerinnen aller Sparten zusammen, assoziiert sind MusikerInnen und Theaterleute.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
 
 
Luwig-Galerie Schloß Oberhausen zeigt Arbeiten des Fotografen Rudolf Holtappel
 
Oberhausen - "Augenzwinkern" ist der Titel einer Ausstellung, die am 8. Februar in der Ludwig-Galerie Schloß Oberhausen eröffnet wird. Bis zum 3. Mai sind Fotografien von Rudolf Holtappel zu sehen. Der 1923 in Münster geborene Fotograf war einer der großen Beobachter des 20. und frühen 21. Jahrhunderts und einer der großen Chronisten der hiesigen Region. Doch hat der im November 2013 verstorbene Fotograf auch thematische Reihen geschaffen. 
Die Theaterfotografie war eines seiner zentralen Themen. Er setzte über viele Jahre hinweg das Theater der Stadt Oberhausen in Szene. Dort kamen ihm unter anderem in der Ära Buch Uraufführungen von Stücken des Schriftstellers Peter Handke vor die Linse. Später arbeitete er auch unter Intendant Klaus Weise. Als Theaterfotograf war er aber auch in Mainz, Krefeld und Berlin tätig. 
Besonders haben ihn die Menschen interessiert, auch wenn zahlreiche seiner Architekturaufnahmen des Reviers heute zu Ikonen geworden sind. Mit einem Augenzwinkern näherte er sich den kleineren und größeren Schwächen und Stärken der Menschen, ihren Besonderheiten und manchmal auch Marotten. Die Ausstellung zeigt erstmals auch die letzte Serie von Holtappel zu den Übergängen und Ortsschildern der Ruhrgebietsstädte.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Museum Schloß Moyland zeigt Ausstellung "Around the World"
 
Die Schau präsentiert vor 1914 im Auftrag von Albert Kahn und Zar Nikolaus II entstandene Farbfotografien
 
Bedburg-Hau - "Around the World" ist der Titel einer Ausstellung, die am Samstagabend im Museum Schloß Moyland in Bedburg-Hau eröffnet wurde. Die bis zum 26. April geplante Schau präsentiert Exponate der Farbfotografie vor 1914. Ein faszinierender fotografischer, künstlerischer und historischer Bilderschatz entstand, als auf Betreiben des Bankiers Albert Kahn (1860–1940) ab 1908 zahlreiche Fotografinnen und Fotografen sowie Kameramänner durch Europa, Asien, Amerika und Afrika reisten, erklärte Museumsleiterin Bettina Paust bei der Eröffnung.  
Durch die Auftragsarbeit von Kahn entstand ein riesiges Archiv mit über 72.000 farbigen Diapositiven aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Rund 120 dieser Aufnahmen sind nun in Schloß Moyland zu sehen. Da gibt es zwei Tabakträger im Landgut eines türkischen Paschas mit Fez und Pluderhose, drei herausgeputzte Frauen auf der griechischen Insel Korfu oder auch einen prächtig gewandeten Priester am Palast des himmlischen Friedens in der chinesischen Hauptstadt Peking oder einen Elefanten mit den zwei Turbanträgern am Königspalast in Amber in Indien.
Landschaftsbilder sind da, touristische Sehenswürdigkeiten die auch heute noch Reisende anziehen wie etwa die Sphinx von Gizeh und auch Porträtaufnahmen. Ergänzt werden diese Bilder von etwa 20 Aufnahmen, die aus einer großen Sammlung von Farb-Fotografien stammen, die Rußlands Zar Nikolaus II. über das Alltagsleben im Russischen Reich anfertigen ließ. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum des Landschaftsverbandes Rheinland in Bonn. Am Niederrhein ist die Schau, die auch schon in Berlin zu sehen war, um eigene Sammlungsbestände von Schloß Moyland ergänzt. Zudem gibt es historische Bildbetrachtungs- und Projektionsgeräte aus der Sammlung des Mülheimer Filmemachers Werner Nekes zu sehen.
Die Ausstellung ist eine großartige Bilderschau und macht zugleich die Entwicklung der visuellen Medien vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert greifbar. Außerdem erinnert sie an eine Zeit, in der es nicht selbstverständlich war, lediglich einen Kamera-Auslöser zu betätigen, um Bilder zu produzieren.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Internet: www.moyland.de
 
 
Ausstellung "Metamorphose des Lagerfeuers" in Bergisch Gladbach
 
Bergisch Gladbach - "Die Metamorphose des Lagerfeuers" ist der Titel einer Ausstellung, die seit Sonntag im Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach zu sehen ist. Die bis zum 8. März geplante Schau findet in Ergänzung der Ausstellung "Topf und Deckel - Kunst und Küche" statt, die sich dem Thema Küche und Kochen mit Exponaten aus Malerei, Fotografie, Video, Skulptur und Design widmet. In der Ergänzungs-Schau zeigen 20 Studierende der Köln International School of Design ihre Beiträge zum Thema in verschiedensten Medien.
Die Zubereitung von Essen unterliegt einem stetigen evolutionären Wandel. Seit der Entdeckung des Feuers hat sich dieser artifizielle Vorgang immer wieder mit verschiedensten Technologien den Anforderungen an die sozialen Gegebenheiten angepasst. Aufzuzeigen, wie diese Technologien sich entwickeln könnten, in mittelbarer und unmittelbarer Zukunft, ist eines der Ziele dieser Ausstellung. Die ausgestellten Objekte laden zu einer Reise durch Ideen und Experimente ein und fordern den Besucher auf, sich mit möglichen zukünftigen Entwicklungen auseinanderzusetzen.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr, donnerstags von 14 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Ausstellung zeigt Positionen zur Mensch-Tier-Beziehung in der aktuellen Kunst
 
Dortmund - Das Kunsthaus Dortmund zeigt seit dem Wochenende die Ausstellung "I wanna be your dog". In der bis zum 22. Februar geplanten Schau werden Positionen zur Mensch-Tier-Beziehung in der aktuellen Kunst präsentiert. Die gesellschaftliche Vorstellung von Kultur in Bezug auf das Tier geht von der menschlichen Dominanz aus, erklärten die Aussteller zum Auftakt der Ausstellung. Der Mensch beherrscht das Tier in jeder Form, so auch in der Kunst. Davon ausgehend könne eine Darstellung des Tieres in der Kunst immer nur aus menschlicher Sicht sein.
Wäre es anders, müßte das Tier die Möglichkeit bekommen, seine Position darzustellen, wie auch immer die geartet wäre. Eine zeitgemäße Ausstellung zur Thematik kann nach Angaben der Kuratoren nicht kritisch genug sein. Schon allein, um der Kreatur gerecht zu werden, um die es letztendlich auch geht. Die Ausstellung mit elf künstlerischen Positionen wirft einen zeitgenössischen und ethisch orientierten Blick auf das  Thema. Zur Schau ist auch ein Katalog geplant. Beteiligte Künstler sind Karin Brosa, Yvonne Diefenbach, Etta Gerdes, Afke Golsteijn/Floris Bakker, Dietmar Hippler, Anne-Louise Hoffmann, Hartmut Kiewert, Sebastian Meschenmoser, Arno Schidlowski, Martin G. Schmid und Dóra Zambó.
 
Die Ausstellung ist donnerstags bis sonntags von 16 bis 19 Uhr geöffnet.
Internet: www.kh-do.de
 
 
LVR-Landesmuseum Bonn zeigt Installationen von Harald Fuchs
 
Bonn - Unteer dem Titel "Das Jetzt dauert 30 Millisekunden" zeigt das Landesmuseum Bonn des Landschaftsverbandes Rheinland ab dem 5. Februar eine Ausstellung mit Installationen des Künstlers Harald Fuchs. Der 1954 geborene und in Köln lebende Künstler hat eigens für die Räumlichkeiten des Hauses sechs Installationen entwickelt, die bis zum 3. Mai zu sehen sind. Fuchs beschäftigt die Quantenphysik ebenso wie Schamanismus, Gentechnologie sowie die uralten Praktiken und Weisheiten von Naturvölkern.
Die Bildwelten der Naturwissenschaft, der Religion, der Kulturgeschichte und der Kunst werden für ihn gleichermaßen zum Fundus. Seine raumgreifenden Arbeiten kombinieren Objekt, Skulptur, Fotografie, Projektion und Film zu Installationen, die als "visuelle Geflechte" den Betrachter neugierig machen. Auf ganz besondere Weise verbinden sich seine Installationen dabei mit dem Ort der Ausstellung, dem Museum selbst. Fuchs, der sich selbst bereits als Teilnehmer zahlreicher Expeditionen auf die Spurensuche nach kultur- und menschheitsgeschichtlichen Zeugnissen begeben hat, nimmt auf die archäologischen Funde und die Arbeit der Archäologen Bezug.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags und sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. 
 
 
Folkwang-Museum präsentiert die nigerianische Künstlerin Otobong Nkanga
 
Essen - Das Museum Folkwang in Essen präsentiert seit Freitag die nigerianische Künstlerin Otobong Nkanga. Die 1974 geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Antwerpen. Im Rahmen des Projekts 25-25-25 der Kunststiftung NRW realisiert sie nach Angaben des Museums vom Mittwoch unter dem Titel "Tracing Confessions" für das renommierte Haus eine zweiteilige Ausstellung zur Sammlung. Zunächst fotografierte Nkanga Mitarbeiter des Museums mit ausgewählten Werken aus der Sammlung an den verborgenen Orten des Hauses, den Depots.
Eines dieser Bilder hat zunächst die Künstlerin als Motiv ausgewählt, um es in der Stadt Essen plakatieren zu lassen und so das Museum Folkwang den Menschen in der Reviermetropole im Alltag näher zu bringen. Als zweiten Teil ihrer Arbeit schafft sie im Museum eine komplexe Installation aus Zeichnungen, Textildrucken, Ausstellungsmöbeln und Objekten. Darin thematisiert die Künstlerin die Vielfalt der Erzählungen, die sich in einem einzelnen Sammlungsobjekt verbergen.  
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr sowie freitags bis 24 Uhr geöffnet.
 
 
Glasmuseum Rheinbach zeigt "Menschliches, Allzumenschliches"
 
Die Ausstellung präsentiert ab Freitag Entwicklung und Wandel des "gläsernen Menschenbildes"
 
Rheinbach - Das Glasmuseum Rheinbach präsentiert seit Freitag die Ausstellung "Menschliches-Allzumenschliches - Von Heiligen und Madonnen, Trunkenbolden und neckischen Nackten". Wer mit aufmerksamem Blick das Glasmuseum durchstreife, treffe in fast jeder Vitrine auf die menschliche Figur in allen Variationen, hieß es vor dem Start der Schau, die bis auf weiteres zu sehen ist. Die Ausstellung vereinigt für einige Monate Gläser mit figürlichen Darstellungen und wagt damit nach Angaben von Museumsdirektorin Ruth Fabritius einen etwas anderen Blick auf die eigenen Bestände einschließlich der Sammlungen. Dabei spürt die Schau der Entwicklung und dem Wandel des "gläsernen Menschenbildes".
Im Barock, einer Zeit üppiger Prachtentfaltung, fanden nicht nur gravierte höfische Herrscherporträts ihre Abnehmer, sondern auch Gläser mit derber Erotik, die schenkelklopfende Heiterkeit in privaten (männlichen) Zirkeln hervorgerufen haben dürften. Auch heute zaubere ein solches Glas mit eindeutiger Darstellung und zweideutiger Beschriftung ein amüsiertes Schmunzeln auf das Gesicht der Betrachter, so die Aussteller weiter. Wer den nackten oder kaum bekleidete menschliche Körper darstellen wollte, mußte bis tief ins 19. Jahrhundert hinein die Figur als mythologische Gestalt tarnen. etwa als Flora, als  Zephyr, als Venus oder Luna.
Und der zwar bekleidete, aber eindeutig trunkene Shakespeare'sche Fallstaff verdient einen genauen Blick auf den meisterlichen Lithophanieschnitt. Madonnen und Heilige, oft nach dem Vorbild  populärer Gemälde von Leonardo da Vinci, Raffael oder Dürer graviert, bringen das ganze liederliche Treiben wieder ins Gleichgewicht. Erst das 20. Jahrhundert entläßt den (gläsernen) Akt aus der Umklammerung des Mythologischen und stößt die Tür zum freien, künstlerischen Umgang mit dem Thema bis hin zum Experiment und Happening auf, zumal innerhalb der zeitgenössischen Studioglas-Bewegung.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie samstags/sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
 
 
Ausstellung in Dortmund feiert 200 Jahre Westfalen
 
Dortmund - Mit einer Ausstellung unter dem Titel "200 Jahre Westfalen. Jetzt!" im Dortmunder Museum für Kunst und Kultur feiert die Region ab dem 28. August das Jubiläum. Die bis zum  28. Februar 2016 geplante Schau gebe überraschende Einblicke und stelle mit ihrem außergewöhnlichen Konzept immer wieder andere Aspekte des "Westfälischen" in den Mittelpunkt, hieß es in einer Ankündigung. Vor 200 Jahren entstand Westfalen als preußische Provinz. Die Beschlüsse des Wiener Kongresses legten die Grenzen der Region fest, nahezu in ihrer heutigen Form.
Dieses Westfalen hat einiges zu bieten: Wald- und Ackerlandschaft, Bodenschätze über und unter Tage, Verwaltungsstandorte und Industriemetropolen. Es ist protestantisch und katholisch, Aus- und Zuwanderungsland, Naherholungsgebiet und Innovationsstandort, hieß es weiter. In der Ausstellung geht es unter anderem um die Fragen, wie sich westfälisch anfühlt, was Westfalens Visionäre bewegt und ob die Region überhaupt museumsreif ist.
Die Schau entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Institut für westfälische Regionalgeschichte und als Wanderausstellung gemeinsam mit dem Museumsamt des Landschaftsverbandes.
 
 
 
Japanisch-Deutsche Kulturwerkstatt in Köln zeigt Arbeiten von Luisa Schatzmann
 
Köln - "Aus der Stille der Zeit" ist der Titel einer Ausstellung, die vom 6. bis 28. Februar in der Japanisch-Deutschen Kulturwerkstatt Tenri in Köln zu sehen ist. Die Schau präsentiert Arbeiten der Künstlerin Luisa Schatzmann. Sie gehört nach Angaben der Aussteller einer Generation an, die von der abstrakten Malerei der Nachkriegszeit geprägt wurde und sich zwischen den Optionen figurativer und nicht-figurativer Malerei entscheiden konnte. Schatzmann hat Eindrücke in sich aufgenommen und die Kunst anderer Kulturen und Epochen in ihre Arbeit eingelassen.
Die Künstlerin lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Köln und im Salzburger Land. Sie wurde 1933 in Madrid geboren und kam in den 1950er Jahren nach Köln. Seit den 1970er Jahren unternahm sie – niemals ohne Zeichenblock – zahlreiche Studienreisen in nahezu alle Kontinente. In ihrem Werk finden sich etliche Arbeiten, die auf diesen Fahrten, oder zumindest unter deren Eindruck entstanden: Wie etwa Ägypten, Gouadaloupe, Lanzarote oder Mexiko.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis samstags von 13 bis 20 Uhr geöffnet.
Internet: www.tenri-kw.de
 
 
Flottmann-Hallen in Herne zeigen Ausstellung "1 + 1 zweierlei"
 
Herne - Die Flottmann-Hallen in Herne zeigen seit Samstag die Ausstellung "1 + 1 zweierlei". Die bis zum 22. Februar geplante Schau präsentiert ältere und neuere Arbeiten von Hermann EsRichter aus Oberhausen und Peter Könitz aus aus dem ostfriesischen Wymeer, hieß es zum Auftakt. EsRichter arbeitet mit sehr unterschiedlichen Materialien und Methoden, wobei er die Beziehung zwischen Natur und Kultur als komplementär begreift. Neben eher abbildhaften, häufig geometrisierten Elementen enthalten seine Werke auch Fundstücke und Objekte aus dem Bereich der Elektro- und der Installationstechnik, die teilweise  bildhaft auf deren Funktion verweisen.
Peter Könitz verwendet nach Angaben der Aussteller für seine zum Teil sehr großformatigen Arbeiten vorwiegend Edelstahl. Die meist zweiteiligen Skulpturen sehen vordergründig abstrakt aus, verdanken sich aber stets einer präzisen gegenständlichen Vorstellung. Auf diese verweisen die häufig sehr humorvollen Titel, deren Bezug zur dazugehörigen Skulptur herzustellen, Aufgabe des Betrachters ist.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr - an Veranstaltungstagen bis 20 Uhr geöffnet.
 
 
Ausstellung "Broken Landscapes" in Ludwig-Museum Koblenz
 
Koblenz - "Broken Landscapes" ist der Titel einer Ausstellung, die seit Sonntag bis zum 8. März im Ludwig-Museum im Deutschherrenhaus Koblenz zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt Landschaftsbilder von Ger Dekkers, Jan Dibbets, Ger van Elk und Jaap van den Ende, hieß es vor dem Start der Schau. Seit den späten 1960er Jahren beschäftigen sich die niederländischen Künstler auf konzeptuell reflektierte Weise mit dem Thema Landschaft. Extrem fragmentierte Blicke, von geometrischen Strukturen bestimmte Detailansichten und Panoramen, zergliederte Perspektiven und geborstene Horizonte charakterisieren ihre Werke. Zu sehen sind rund 80 Arbeiten aus musealem und privaten Besitz sowie aus den Ateliers der Künstler.
Die bildliche Darstellung von Natur und der Landschaft hat nach Angaben der Aussteller eine lange Tradition in der niederländischen Kunst. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert boten viele der Landschaftsgemälde friedvolle weite Blicke über das typische Flache Land. Seit den späten 1960er Jahren beschäftigt die in Nutzflächen untergliederte, zur Steigerung der ökonomischen Effizienz kultivierte Landschaft erneut eine Reihe von Künstlern aus dem Nachbarland. Die spezifisch holländische Situation, zwischen künstlicher Landgewinnung und latenter Gefährdung durch das angrenzende Meer bildet den gemeinsamen Ausgangspunkt für die Werke der in Koblenz ausgestellten Künstler.
Mit Fotografie, Film und Malerei erproben sie neue Ausdrucksmöglichkeiten und reagieren unmittelbar und eindringlich auf konkrete örtliche Gegebenheiten. Viele dieser systematisch angelegten Arbeiten basieren auf fotografischen Aufnahmen, ohne daß es sich dabei um Landschaftsfotografien im klassischen Sinn handelt. Collagen, Montagen und serielle Bildfolgen zeigen nach Angaben der Aussteller analytisch zerstückelte Landschaften, die eine Orientierung erschweren oder regelrecht unmöglich machen. Was diese Werkkomplexe bei aller Verschiedenheit miteinander verbindet, ist ein ebenso intensiv beobachtender wie kritisch distanzierter Blick auf die gelebte Umgebung. Nach dem Ende der Schau in Koblenz wird sie ab dem 18. April im Stedelijk Museum Schiedam in Amsterdam zu sehen sein.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis samstag von 10.30 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Industriemuseum Petershagen zeigt Glas des Art Déco der Glashütte Schneider
 
Petershagen - Das Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe Glashütte Gernheim in Petershagen zeigt seit Sonntag Glas des Art Déco der französischen Glashütte Schneider. Diese Glashütte war für Farbigkeit und stilvolle Formgebung weltberühmt. Gläser aus ihrer bedeutendsten Produktionszeit sind nun bis zum 3. Mai in Petershagen zu sehen. Die ausgestellten Kunstgläser der "Verreries Schneider" geben einen weitreichenden Überblick über die Produktion der Glashütte. Sie gehen vorwiegend auf die Zeit zwischen 1915 und 1930 zurück.
Die farbenprächtigen Objekte tragen nach Angaben der Aussteller deutlich die Stilmerkmale des Art Déco, also geometrische Formen, kontrastierende Farben sowie ausgewogene Proportionen. 1913 erwarben die Brüder Charles und Ernest Schneider eine Glashütte in Epinay-sur-Seine. Sie stellten dort Kunstglas im Stil des Art Nouveau und Art Déco her. Ihre farbig geätzten Gläser fanden großen Anklang beim Publikum. Die Glashütte der Brüder entwickelte sich in den 1920er Jahren zur größten Kunstglashütte Frankreichs. Die Exponate der Schau stammen von den Sammlern Jean-Paul und Laurence Serre sowie Barlach Heuer, die seit vielen Jahrzehnten systematisch Objekte der Verreries Schneider zusammen tragen.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Ausstellung "Happy End im Paradies" im Museum Abtei Liesborn
 
Wadersloh - "Happy End im Paradies" ist der Titel einer Ausstellung, die bis zum 5. April im Museum Abtei Liesborn in Wadersloh zu sehen ist. Die Schau zeigt die Bilder des spanischen Surrealisten Salvador Dali (1904-1989) zu Dante Alighieris "Göttlicher Komödie", die als Hauptwerk des italienischen Dichters (1265-1321) und als eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur gilt. Zu sehen sind insgesamt 100 Farbholzstiche, die nach Aquarellvorlagen des Künstlers entstanden und die Dali anläßlich des 700. Geburtstages von Dante geschaffen hat.
Dante schrieb seine Divina Commedia in der Zeit zwischen 1307 und 1321 im Exil. Der Dichter schildert in seinem Werk eine imaginäre Reise durch die drei Reiche der jenseitigen Welt. Sie beginnt in der Hölle und führt von dort weiter in den Läuterungsbereich des Fegefeuers. Als nächste Station folgt das irdische Paradies. Diese Reise endet schließlich im himmlischen Paradies. Als quasi Reiseführer tritt zu Beginn der Dichter Vergil auf, der dann im Paradies von der unerreichbaren Geliebten Dantes, Beatrice, abgelöst wird. Die Exponate der Schau sind Leihgaben der Osnabrücker Kunsthandlung Hülsmeier.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
 
 
Zentrum für Internationale Lichtkunst zeigt Finalisten des Light Art Award
 
Unna - Das Zentrum für Lichtkunst im westfälischen Unna zeigt seit Sonntag Arbeiten der Finalisten des Internationalen Light Art Award. Zu sehen sind Werke des Kölner Künstlerduos Martin Hesselmeier & Andreas Muxel, des chilenischen Gegenwartskünstlers Iván Navarro und des deutschen Bildhauers Dirk Vollenbroich. Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni geplant. Das weltweit einzige Museum, das spezialisiert ist auf die Präsentation von Lichtkunst, wurde 2001 gegründet.
Es vereint in den zehn Meter unter der Erde gelegenen Kühl- und Lagerräumen einer ehemaligen Brauerei die wichtigsten internationalen Positionen der Lichtkunst. Alle dort ausgestellten Installationen wurden eigens für die Räume vor Ort geschaffen, hieß es zum Auftakt der Schau.
 
Ausstellungsbesuche sind nur im Rahmen von Führungen möglich.
 
 
Experimentier-Ausstellung "Ist das möglich?" in Oberhausen
 
Oberhausen - Unter dem Titel "Ist das möglich?" zeigt das Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg des Landschaftsverbandes Rheinland seit Sonntag eine Mitmach-Ausstellung für Kinder, Jugendliche und Eltern. Konzipiert wurde die bis zum 8. November geplante Schau für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I. Sie stellt auf spielerische Weise verblüffende Eigenschaften ganz alltäglicher, aber auch moderner Hightech-Materialien vor. Im Mittelpunkt stehen die Materialien, die in der Industrie verwendet werden. 
Besucherinnen und Besucher können an Mitmachstationen experimentell-interaktiv selbst tätig werden. Mit skurrilen Geschichten rund um Rekorde und historischen Anekdoten werden die Experimente jeweils in einen größeren Kontext eingebettet. Das an den Themenmodulen erworbene Wissen wird danach in einem großen Abschlussquiz getestet. Im Charakter einer TV-Show nehmen die Gäste an dem interaktiven Quiz teil – mit Buzzern, Showmaster und allem drum und dran. So sollen nach Angaben der Aussteller "Ehrgeiz und Forschergeist geweckt" werden.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.


Dortmunder Museum zeigt „Mythos Germanien“

Dortmund - „Mythos Germanien“ ist der Titel einer Ausstellung, die seit Samstag im Museum Kunst und Kultur in Dortmund zu sehen ist. Die bis zum 8. März geplante Schau zeigt das Germanen-Bild der nationalsozialistischen Ideologie auf Bildern für den Schulunterricht in den Jahren 1933 bis 1945. Die Ausstellung zeigt, wie Kindern und Jugendlichen in der NS-Zeit in Form von Schulwandbildern, Schulbüchern und Alltagsmedien ein verfälschtes und konstruiertes Geschichtsbild von den „alten Germanen“ und deren Ur- und Frühgeschichte vermittelt werden sollte, um damit Grundprinzipien der Idologie der Nationalsozialisten zu manifestieren.
Die Ausstellung ist dienstags, mittwochs, freitags und sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr und samstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
 
 
Ausstellungsstart mit Künstlerbüchern von Astrid Karuna Feuser in Köln
 
Köln - Die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln zeigt seit Samstag die Ausstellung „Seitenwechsel. Künstlerbücher von Astrid Karuna Feuser“. Die Künstlerin ist eine phantasievolle Erzählerin mystischer Geschichten, hieß es zum Auftakt der bis zum 8. März geplanten Schau. In ihren gezeichneten, geklebten und getackerten Künstlerbüchern entfalten sich längst vergangene Welten, in denen die Betrachter Götter, Heroen, zoomorphe Mischwesen und Symbole aus archaischen Zeiten entdecken können. In der Begegnung zwischen Tierwesen und menschlichen Akteuren ist eine friedvolle und ausgeglichene, von Sehnsucht getragene Grundstimmung spürbar.
In jedem ihrer Bücher erschafft Feuser nach Angaben der Ausstellungsmacher eine unverwechselbare Welt, die sie in ihrer völlig eigenen Bildsprache formuliert. Dabei werden kraftvolle Linien und farblich harmonisch ausgewogene Flächen mit Collage-Elementen kombiniert und Versatzstücke aus der vielfältigen Welt der Printmedien und Fotoausschnitte mischen sich zwischen die Zeichnungen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Pop-Up-Bücher. Beim Seitenwechsel bauen sich die einzelnen Bildelemente effektvoll in der dritten Dimension auf, um anschließend wieder zusammengeklappt zu werden.
Die Ausstellung ist dienstags bis donnerstags von 10 bis 21 Uhr, freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr und montags von 14 bis 21 Uhr geöffnet.
 
Kontakt: Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln - Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1 - 50667 Köln
 
 
Zentrum für verfolgte Künste zeigt die Ausstellung „KZ-überlebt“
 
Zu sehen sind gut 20 großformatige Porträts des Fotografen Stefan Hanke von Überlebenden diverser Konzentrationslager
 
Solingen - Im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen ist seit Sonntag die Ausstellung „KZ-überlebt“ zu sehen. Die Ausstellung ist das Lebenswerk des Regensburger Fotografen Stefan Hanke, hieß es am Samstagabend bei der Eröffnung der bis zum 15. Februar geplanten Präsentation. Von den Millionen Menschen, die in nationalsozialistische Konzentrationslager kamen und so die größte menschliche Katastrophe der Geschichte miterleben mußten, hat der 1961 in Regensburg geborene Hanke in fünf Jahren 120 Überlebende stellvertretend für alle portraitiert. Anlaß für die Ausstellung mit gut 20 Porträts ist der 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sowie der 70. Todestag der in Wuppertal-Elberfeld geborenen jüdischen Schriftstellerin Else Lasker-Schüler.
Unter den Portraitierten ist auch der „Fälscher“ Adolf Burger in Prag. Die Verfilmung seiner Biografie wurde mit einem Oscar prämiert. Auch viele Schriftsteller und Künstler konnte Hanke fotografieren. In der Solinger Schau ist auch eine Aufnahme von Zofia Posmysz zu sehen mit dem ihr im KZ verehrten Amulett um den Hals (wie sie es stets trägt), mit der KZ-Nummer und mit dem Bundesverdienstkreuz. Aufgenommen wurde das Bild im Frauenlager Auschwitz-Birkenau, wo Zofia Posmysz Jugenderinnerungsarbeit betreibt.
Jede der ausgestellten großformatigen Aufnahmen bringt kurze biografische Texte und ein prägnantes Zitat der Porträtieren. Unter anderem auch von dem eindrucksvoll fotografierten Kaszimier Piechowski, der in SS-Uniform mit drei Mithäftlingen spektakulär aus dem Stammlager in einem Wagen der Kommandantur fliehen konnte. Stefan Hanke hat in Solingen seine erste Einzelausstellung dieser „KZ-überlebt“-Reihe, die nach dem 15. Februar ins Dokumentations-Zentrum Nürnberg, in Bayerns Landtag, nach Teresienstadt, nach Lodz und möglicherweise nach Auschwitz wandern soll, wie die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft aus Anlaß der Ausstellungseröffnung erklärte.
Das zum Jahresbeginn eröffnete Zentrum für verfolgte Künste präsentiert damit auch seine allererste Ausstellung. Aus diesem Grunde werden aus den Beständen des Zentrums ergänzend Bücher und Grafiken vorgestellt. Der Hantje Cantz-Verlag wird dazu einen Bildband mit allen 120 von Hanke aufgenommenen Porträts (samt Text) herausbringen. Begleitend zeigt das Zentrum außerdem ebenfalls bis zum 15. Februar erstmals in Deutschland Lithografien von Leo Haas und Radierungen von Fritz Lederer.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Redaktion: Frank Becker