ZŁndschnur Milchpreise

Ein Kommentar

von Frank Becker

© Archiv Musenblätter
Milch für alle

Das gilt seit 1950 bis heute.

Die deutschen Milchbauern schlagen erneut Alarm - zu Recht, denn wenn die Politik um europäischer Rücksichten willen und der Handel der Lebensmittel-Großkonzerne wegen des hart geführten Ringens um Profit deutsche Bauern benachteiligen und mit immer niedrigeren Erzeugerpreisen offenen Auges in den Ruin treiben, wird es sich irgendwann fatal für die deutsche Wirtschaft und unsere Versorgungslage auswirken.

Man hört nicht zum ersten Mal, daß die deutschen Milchbauern derzeit wieder durch Preisdumping von Großabnehmern wie ALDI, Lidl, REWE etc. mit dem Rücken an die Wand gedrückt werden, die Erzeugerpreise im freien Fall sind und unterhalb einer vertretbaren Gewinn-Marge liegen. Man hörte in der Vergangenheit auch von berechtigten Bauern-Protesten, die heftig kritisiert werden, sobald sie mal etwas deftiger sind. Die Bauern haben jedoch Recht und sollten noch härter ihre Interessen vertreten. Ein einmal wegen ruinöser Erzeugerpreise zugrunde gegangener deutscher MIlchhof, dessen Kühe beim Schlachter enden oder gar an die ausländische Billig-Konkurrenz verkauft werden, ist nicht mal eben mit einem Fingerschnipp wieder aufzubauen.

Stellen Sie sich vor, deutsche Bauern müßten ihre bewährte Qualitätsproduktion wegen der Politik der mittlerweile nur noch um ihren nackten Machterhalt bemühten Regierung der zerstrittenen Großen Koalition und wegen der von ihr geduldeten und durchaus zu verantwortenden Dumpingpreise aufgeben. Möchten Sie (nur zum Beispiel) von der Lieferung bulgarischer, rumänischer, französischer oder portugiesischer Milchlieferanten abhängig sein? Die Standards der EU, die an allen möglichen Fronten schon lange vor einer heftigen Zerreißprobe steht, die mit dem Zerfall enden könnte, erreichen nicht die der deutschen Milchwirtschaft. Nur was im eigenen Land erzeugt wird, kann auch hier eingehend kontrolliert werden. Zudem: es bringt unseren Bauern Wohlstand und uns Sicherheit. Da ist mir als Verbraucher, mit Verlaub, das Hemd näher als der Rock.


Mal nachdenken!