Beckfelds Briefe

An Peter Bachér

von Hermann Beckfeld

Hermann Beckfeld - Foto © Dieter Menne
Peter Bachér, Schriftsteller und Journalist, wurde vielfach ausgezeichnet für seine einfühlsamen Texte. Mitte 2012 veröffentlichte er sein Buch „Alle Karten auf den Tisch“.
 
Sehr geehrter Herr Bachér,
 
es sind nicht nur Ihre Texte, die ich bewundere. Wer so schreibt wie Sie, so einfühlsam, mit so viel Wärme und Freude, ja manchmal auch mit Melancholie, der muß ein wundervoller Mensch sein. Ein Mensch, der lieber beobachtet, als selbst im Mittelpunkt zu stehen. Einer, der zuhört, sich hineinversetzt in das Gegenüber, der Verständnis für dessen Sorgen hat. Einer, der sich Zeit für den anderen nimmt.
Peter Bacher, 1927 in Rostock geboren, ein Urenkel von Theodor Storm - so beginnt Ihre Biographie, so lese ich es auf der vorletzten Seite Ihres neuen Buches mit dem Titel „Alle Karten auf den Tisch“. Für dieses Buch haben Sie die besten Geschichten ausgewählt, die Sie als Autor und Kolumnist von Zeitungen und Magazinen in den vergangenen vier Jahrzehnten geschrieben haben. Hochachtung. Auch dieses Buch ist ein Kunst- und Nachschlagewerk, es ist zu schade, um es nur einmal zu lesen. Weil Sie mit Worten die Werte des Lebens streicheln. Freundschaft, Menschlichkeit, Liebe, Vertrauen. Weil Sie uns so unaufdringlich Weisheiten vermitteln. Lebenshilfe ohne moralischen Zeigefinger.
Sie schreiben so kluge, so einfache Sätze, die in unseren Kopf, in unsere Seele schweben. Beispielsweise über die Ehe. „Eine gute Ehe ist das Gespräch ohne Anfang und ohne Ende.“ Oder: „Das Glück einer Ehe hängt vom Loslassen ab, von der Kunst, dem Partner sein Leben zu gönnen.“ Sie schreiben übers Altern und die drei Säulen, die beginnen wegzubrechen: Gesundheit, Beruf, Freundschaften. „Wenn man alt wird, muß man viele Namen aus dem Telefonbuch löschen.“
Es sind die Themen, die wir alle durchleben: Die Angst vor der Einsamkeit, vor der Zukunft, vor dem Tod. Die Trauer um eine geliebte Person. Die kleinen, doch so großen Glücksmomente im Alltag. Aus Ihren Worten spricht Demut, Dankbarkeit für ein reiches Leben. Aber auch Selbstzweifel, Neugierde. „Man ist auch im Alter immer ein Anfänger im Spiel des Lebens.“
 
Sehr geehrter Herr Bachér,
Ihre Schatzkiste des Lebens ist gefüllt mit Erfahrung, Gefühl, Liebe. Sie öffnen uns diese Schatzkiste mit wunderbaren Worten.
 
(14.07.2012)
 
 
Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Verlags Henselowsky Boschmann.
„Beckfelds Briefe“ erscheinen jeden Samstag im Wochenendmagazin der Ruhr Nachrichten.

Redaktion: Frank Becker