Aktuelles aus der Kultur NRW - Thema heute: Ausstellungen

Eine Kolumne

von Andreas Rehnolt


www.musenblaetter.de

Aktuelles aus der Kultur NRW


Für die Musenblätter zusammengestellt
von Andreas Rehnolt


Thema heute: Ausstellungen





Bergkamen zeigt Ausstellung zur Kulturgeschichte der Unterwäsche

Bergkamen - Unter dem Titel "Reizend und zweckmäßig" präsentiert das Stadtmuseum Bergkamen ab heute eine Ausstellung zur Kulturgeschichte der Unterwäsche. Die Schau in der Städtischen Galerie "Sohle1" präsentiert eine umfangreiche Sammlung an Wäschestücken, die aus dem Rieser Bauernmuseum in Maihingen stammt. Die bis zum 31. August gezeigte Ausstellung zeigt nach Angaben des Museums einen Überblick über ländliche und städtische, einfache und feine Unterwäsche aus der Zeit zwischen 1850 bis 1960.
In der heutigen Zeit ist das Auge an den Anblick nackter Haut gewöhnt, hieß es in der


Nicht aus dem Bauernmuseum! - Foto © Frank Becker
Vorankündigung weiter. Auch die Unterwäsche ist aktuell keinen Tabus mehr unterworfen. In der Ausstellung dagegen sieht man vorwiegend Wäsche, die nie für das öffentliche Auge bestimmt war. Vielmehr sollte Wäsche vor allem den Körper vor Kälte und die Oberbekleidung vor Verunreinigung schützen. Dies war besonders wichtig in einer Zeit, in der eine tägliche Körperwäsche noch nicht selbstverständlich war, das Darüber aber im Gegensatz zum Darunter nicht gewaschen werden konnte, so die Ausstellungsmacher.

Frauen verzierten ihre Hemden früher aus Freude an hübscher Wäsche. Doch gerade die jüngeren Frauen wollten darüber hinaus auch schön sein, und als schön galt, was modern war. Deshalb unterwarf die Frau ihren Körper den - meist von Männern gemachten - Moden, mit von Männern produzierten Miederwaren und nahm so die Rolle ein, die "Mann" ihr zudachte.

Öffnungszeiten: Di-Fr: 10-12 und 14-17 Uhr, Sa: 14-17 Uhr, So: 11-18 Uhr (Eintritt frei)

Internet: www.bergkamen.de

 


Schule der Nachkriegszeit und Mädchenabitur in Ausstellungen
Alte Schulmöbel und Zeitzeugen für eine Befragung werden noch gesucht

Kommern - Unter dem Titel "Von der Volksschule zum Schulzentrum - Schule seit der


Foto© Frank Becker
Nachkriegszeit" zeigt das Rheinische Freilichtmuseum in Kommern von heute an eine Ausstellung über die Entwicklung des Schulwesens in NRW. Angesichts der nicht enden wollenden Schlagzeilen über Pisa, Ganztagsschule, Gewalt an Schulen, Lehrermangel und Schulerziehung wolle man sich ab 27. April diesem wichtigen Thema widmen, teilte Michael Faber vom Museum mit. Die Ausstellung soll bis zum Jahresende laufen.

Die 1950er Jahre waren nach Angaben des Museums gekennzeichnet von einer Art Restauration des alten Schulsystems etwa in konfessionsgebundenen Volksschulen. Wenig später wurden im Zuge der Schulreform die oft noch einklassigen Volksschulen auf dem Lande in Grund- und Hauptschulen aufgeteilt. Schulzentren entstanden und neben dem dreigliedrigen Schulsystem wurden erste Gesamtschulen gegründet. Die Schau zeigt Materialien für den Unterricht wie Schulwandbilder, Lehr- und Übungsspiele für den Unterricht, Schulmöbel, Bilder und manches mehr. Exponate und Erläuterungen machen den Wandel des Schulwesens und der Pädagogik seit dem Zweiten Weltkrieg deutlich.
Ein Bereich widmet sich den Lehrern und Lehrerinnen sowie den Aushilfslehrerinnen und Aushilfslehrern, den so genannten "Mikätzchen" und "Mikatern". Die haben ihren Namen von dem damaligen NRW-Bildungsminister Paul Mikat, der Anfang der Sechziger gegen den Protest der Lehrerverbände knapp 2000 größtenteils verheiratete Frauen und 434 Männer,
die nur das Abitur als Voraussetzung mitbringen mußten, als Quereinsteiger an Nordrhein-Westfalens Schulen holte. Im Schnellverfahren wurden die neuen Lehrkräfte vorwiegend für die unteren Schulstufen ausgebildet.

Öffnungszeiten: Täglich von 9-18 Uhr
Internet: www.kommern.lvr.de


Ausstellung in Krefeld zeigt Quilts und Kleider der Amish

Krefeld - "Von Diamanten und Lumpenpüppchen - Quilts und Kleider der Amish" lautet der Titel einer


© www.amishquilter.com
Ausstellung im Deutschen Textilmuseum in Krefeld, die ab dem 18. Mai zu sehen ist. Im Zusammenhang mit dem dann in Krefeld stattfindenden Historikerkongress, auf dem unter dem Thema "Politik und Religion" auch an die vor 325 Jahren erfolgte Auswanderung Krefelder Bürger nach Nordamerika erinnert werden soll, stellt das Museum Textilien der Amish People vor. Diese täuferisch gesinnte Lebensgemeinschaft lebt seit Jahrhunderten nach strengen Regeln und ist nach Angaben der Ausstellungsmacher Veränderungen und Fortschritt nicht wohlgesonnen.

Noch heute beten die Amish auf Deutsch. Die "Diamanten" des Ausstellungstitels spielen auf ein Hauptmotiv der Amish Quilts an, jener farbenfrohen, ausdruckstarken Kunstform, die so ganz in Kontrast zur übrigen sehr zurückgenommenen Lebensweise dieser Menschen steht. Wundervolle Objekte aus drei Privatsammlungen stehen einer Anzahl ebenso schlichter wie anrührender Kleider und Accessoires der Amish gegenüber, hieß es in der Vorankündigung der Ausstellung, die bis zum 24. August zu sehen sein wird.

Öffnungszeiten: Di-So: 10-18 Uhr.

Internert: www.krefeld.de



Ausstellung über "Gottesbild in Ostasien" in Neuss verlängert
Skulpturen von Göttern aus Indien, Kambodscha und Thailand in der Langen-Foundation

Neuss - Die Ausstellung "Das Gottesbild in Ostasien" in der Langen Foundation bei Neuss ist nach Angaben der Veranstalter verlängert worden und nunmehr bis zum Jahresende 2008 zu sehen. Die Schau mit Skulpturen von Göttern in Bronze und Stein war ursprünglich nur bis zum 27. April


Foto © Frank Becker
vorgesehen, werde aber wegen des hohen Besucherinteresses ausgeweitet, teilte eine Sprecherin in Neuss mit. Die Kunstwerke stammen aus Indien, Thailand und Kambodscha und zeigen Gottesbilder des Buddhismus, Jainismus und Hinduismus. Die Ausstellung eröffnet den Blick auf die Bedeutung und den Einfluß der Gottesbilder dieser drei Religionen, hieß es weiter.
Zu sehen sind etwa 45 Skulpturen aus Bronze und Stein als Repräsentationen der historischen Persönlichkeiten des Buddha und des Mahavira, den Begründern des Buddhismus und des Jainismus, und werden ergänzt mit religiösen Darstellungen des Hinduismus. Die Ausstellung richtet den Fokus auf die Jahrhunderte umfassenden Hauptströmungen der indischen Religionen auf ihrer Suche nach einem Gottesbild, das sich im Laufe der vergangenen zwei Jahrtausende permanent verändert hat, so Kotrouzinis weiter. Gleichzeitig einflußreich und doch auch beeinflußbar, drücken die Religionen ihren jeweiligen Glauben durch Darstellungen aus, die durch ihre Ruhe und Ästhetik beeindrucken.

www.langen-foundation.de
Öffnungszeiten: Täglich 10.00 - 18.00 Uhr.

 

 


Freilichtmuseum Lindlar zeigt Kulturgeschichte des Eimers

Lindlar - Unter dem Titel "Alles im Eimer!" präsentiert das Bergische Freilichtmuseum Lindlar seit


Foto: Bergisches
Freilichtmuseum
gestern, Samstag, 26.4. eine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Eimers. Nach Angaben eines Museumssprechers erfahren die Besucher bis zum 10. August allerlei Wissenswertes über diesen Alltagsgegenstand, seine Nutzungsmöglichkeiten und den Herstellungsprozeß. In einem Minikino - in Form eines Eimers - sind Dokumentarfilme rund um das Thema zu sehen.
Schon in der Antike waren Eimer bekannt, hieß es in der Vorankündigung der Schau. Allerdings waren sie in der Nutzung nicht annähernd so populär wie die antike Standardverpackung, die Amphore. Die frühere Hauptnutzung des Eimers war der Wassertransport. Diese entfiel hierzulande mit der Einführung der Wasserleitung und dem Verschwinden der Brunnen. Auch den Lösch- und Melkeimer gibt es nach Angaben des Museums heute kaum noch. Inzwischen diene der Eimer meist zu Verpackungs- und Transportzwecken sowie als Putzeimer. Während sich die Funktion im Laufe der Zeit stark verändert habe, sei die Form des Eimer allerdings über viele Jahrhunderte
gleich geblieben.

Öffnungszeiten: Di-So: 10 bis 18 Uhr
Internet: www.bergisches-freilichtmuseum.lvr.de



Redaktion: Frank Becker