Chris Howland 80

Der beliebte Entertainer hat heute Geburtstag

von Andreas Rehnolt und Frank Becker

Foto © Frank Becker
"Mein großer Wunsch war Hollywood"

Der in Deutschland berühmt gewordene britische Entertainer und Sänger Chris Howland wird heute
80 Jahre



Rösrath - "Mein großer Wunsch war Hollywood, das war mein Ziel. Als Schauspieler, Komiker, Humorist. Aber das ist mir nicht gelungen." Der britische Fernsehmoderator, Sänger und Schauspieler Chris Howland, der heute 80 Jahre alt wird, ist mit seinem Leben dennoch zufrieden. "Da war auch so immer genug zu tun, genug zu streben, das Leben war für mich immer interessant", sagt der Jubilar, der in Deutschland vor allem durch die Moderation seiner erst im Rundfunk, dann im Ersten Fernsehprogramm ausgestrahlten "Musik aus Studio B" zwischen 1954 und 1969 bekannt wurde.

Howland produzierte und moderierte außerdem von 1961 bis 1963 die Sendung "Vorsicht Kamera", die für viele Entertainer in den nachfolgenden Jahrzehnten Vorbild war. Unvergessen die Szene, in der eine kleine Isetta an der Tankstelle vorfuhr und dem Tankwart die Augen aus dem Kopf quollen , als das winzige Gefährt tatsächlich 200 Liter Benzin schluckte. Mit dieser Show wurde der am 30. Juli 1928 in der britischen Hauptstadt London geborene Howland zum Chefspaßmacher im deutschen Fernsehen. Auch in vielen Schlagerfilmen, Wallace-Krimis und Kinokomödien der 60er Jahre war der Brite zu sehen. So etwa in "Witwer mit fünf Töchtern" oder im "Henker von London" und nicht zuletzt in fünf Karl-May-Filmen als skurriler britischer Lord.

Eigentlich wollte John Christopher Howland, das ist sein voller Name, Tierarzt werden. Er absolvierte sogar eine Ausbildung als Imker. Aber der Zweite Weltkrieg machte ihm einen Strich durch seine Pläne. Gleich nach dem Krieg begann er als Rundfunksprecher beim britischen Soldatensender BFN in Hamburg. Schon bald darauf wurde er beim Sender Chef der Musikabteilung, ehe er 1953 als Diskjockey zum damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) und dann zum WDR nach Köln wechselte. Nach kurzen Zwischenstationen beim englischen Fernsehen kehrte Howland nach Deutschland zurück.

Sein nach wie vor gebrochenes Deutsch war und ist ein Markenzeichen des Jubilars, der sich von

© Kiepenheuer & Witsch
seinen Zuschauern oft als "Heinrich Pumpernickel" verabschiedete. Auch als Schlagersänger hatte Howland Erfolg. "Das hab ich in Paris gelernt" hieß sein wohl bekanntester Song in den 60er Jahren. Nach dem Aus für die Fernsehsendungen "Musik aus Studio B" und "Vorsicht Kamera" war es dann lange Zeit still um Howland. 1975 tauchte er in Sendungen wie "Schlager für Schlappohren" oder "Souvenirs, Souvenirs" wieder in Programmen auf. Beim Privatsender Sat1 wagte er sich auch an eine Neuauflage seiner Erfolgsserie "Vorsicht Kamera".
50 Jahre nach seinem Einstand beim WDR ist "Heinrich Pumpernickel" auch wieder am Plattenteller beim WDR: Alle 14 Tage sind bei WDR 4 von 20.05 bis 21.00 Uhr seine "Spielereien mit Schallplatten" zu hören - und natürlich auch als Eröffnungsmelodie sein Standard "Melody Fair" von Robert Farnon, der CHris Howland durch alle seine Studio B-Sendungen in Rundfunk und Fernsehen begleitet hat. Unter dem oben eingerückten Link zu WDR 4 können Sie Chris und seine wunderschöne Thema-Musik hören. Wer gerne noch einmal die Stimme des blutjungen Chris Howland hören möchte, der als BFN-Sprecher in den späten 1940er Jahren die Hörer (natürlich noch auf Mittelwelle) von Hamburg aus zum morgendlichen
Swing begrüßt, kann das auf der CD "Anglo-German Swing Club - Als der Swing zurück nach Hamburg kam" erleben. Die ersten 30 Sekunden des Albums gehören nämlich ihm.
1995 erschienen bei Kiepenheuer & Witsch Chris Howlands Erinnerungen unter dem Titel "Happy Days?". Zuletzt ist der in Rösrath bei Köln lebende Jubilar auf Lesetour durch Deutschland gegangen als Mitautor eines Witze-Buches mit dem Titel "Kennen Sie den...? - Die Lieblingswitze der Deutschen. Und zum Witze-Erzählen kommt der sympathische Entertainer regelmäßig nach Remscheid in die "Denkerschmette".

Redaktion: Frank Becker