Weihnachten im Wuppertaler Von der Heydt-Museum

Veränderte Öffnungszeiten und Ensor-Ausstellung

von Beate Eickhoff
Veränderte Öffnungszeiten im Von der Heydt- Museum Wuppertal während der Feiertage
 
Ensor-Ausstellung als Kontrast


An den kommenden Feiertagen gelten im Von der Heydt-Museum diese veränderten Öffnungszeiten:

Heiligabend und 1. Feiertag geschlossen - 2. Feiertag 11-18 Uhr - Silvester geschlossen -
Neujahr 14-18 Uhr
 
Sicherlich kann auch in der Weihnachtszeit unsere „James Ensor“-Ausstellung vielen eine willkommene Abwechslung bieten. Ensor malte gerne biblische Motive, allerdings nicht unbedingt religionskonform oder traditionsverbunden; er ironisierte die landläufigen Bilder des Glaubens und führte seine sonderbaren Masken, Geister und Dämonen in diese Geschichten ein. Im katholischen Flandern aufgewachsen, identifizierte sich Ensor in vielen seiner Bilder mit Christus, allerdings war seine Haltung der christlichen Religion gegenüber doch eher zwiespältig.
 
Das Bild der „Heiligen Familie“ stellt sich bei James Ensor in ganz anderer Weise als in der traditionellen Malerei dar. Zwar steht Maria im Mittelpunkt des Bildes, aber der Betrachter fragt sich doch, ob das Wesen in ihren Armen das Christuskind oder doch eher ein Homunkulus ist. Dem Ziehvater Joseph ist die Verwunderung ins Gesicht geschrieben; an die Stelle der Tiere, Hirten und drei Magier sind rätselhaft erscheinende Dämonen und Monstren getreten. Ensor überträgt die

James Ensor - "Heilige Familie" - © Von der Heydt Museum
biblische Geschichte ins Allgemeinmenschliche, in die Freude über die Geburt mischt sich das Entsetzen.
 
Ensor sah Christus als „das vornehmste Beispiel heroischen Versagens“ (Gert Schiff). Auch wenn er die Christusgestalt in manchen seiner Illustrationen nicht mit der seiner Zeit gemäßen Pietät begegnete, ist doch das Licht ein verbindendes Thema. „Ich bin das Licht der Welt“- so stellt sich Jesus im Johannesevangelium beispielsweise vor. Und Ensor war stets bemüht, mehr Licht und mehr Helligkeit in seine Malerei zu bringen, was in unserer Ausstellung gut zu verfolgen ist.

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Anmerkung der Musenblätter-Redaktion: Ganz unkommentiert möchten wir die oben gezeigte Darstellung der "Heiligen Familie" durch James Ensor nicht lassen. Man muß nicht unbedingt religiöses Empfinden in sich tragen, um beim Betrachten der Rötelzeichnung Ensors zumindest Befremden zu empfinden. Die Darstellung Marias als Clown mit dem Gesicht Charlie Rivels, Josephs als blöde glotzender grobschlächtiger Kerl und des jedem Christen heiligen Kindes ist weniger eine Provokation als eine schlichte Geschmacklosigkeit gegen die Gefühle eines Großteils unserer Bevölkerung. Wir zeigen das Bild, das wir für eine erlesene Scheußlichkeit halten dennoch, damit sich unsere Leser selber einen Eindruck verschaffen können.

Redaktion: Frank Becker