Heute tritt Barack Obama sein Amt als US-Präsident an

Welche Schuhe er dabei trägt

weiß Andreas Rehnolt

© US Presidential Office
Barack Obama lebt auf großem Fuß
 
Nur Bill Clinton und Abraham Lincoln hatten als Vorgänger des neuen US-Präsidenten größere Füße
 

Der künftige Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, lebt mit seiner Schuhgröße 45 auf relativ großem Fuße. Seit dem Jahr 1850 gab es nur zwei amerikanische Präsidenten, die größere Füße hatten, weiß das Unternehmen Johnston & Murphy, das seit 1850 für jeden Mann im Weißen Haus ein Paar Schuhe angefertigt hat. Abraham Lincoln führt mit einer Schuhgröße 48 die Rangliste der Herren im Weißen Haus an. Seit seinem Amtsantritt im Jahre 1861 kam nur der 1993 ins Amt gewählte Bill Clinton mit einer Schuhgröße 46 dicht an Lincoln heran. Und nun also Obama auf Rang drei der Präsidenten-Schuhgröße. Seine neuen Schuhe wird er beim Amtsantritt heute tragen.
 
Es war übrigens der nach Amerika eingewanderte Schuhmacher William Dudley, der 1850 in Newark in New Jersey für Präsident Millard Fillmore ein Paar Schuhe in Handarbeit fertigte. Seine damalige Goodwill-Geste begründete eine Tradition, die bis heute fortbesteht. Heute hat  Johnston & Murphy seinen Firmensitz in Nashwille und gehört zur Genesco Inc. und ist stolz auf seine "Präsidentschafts-Fuß-Statistik-Datei", wie es im Internet heißt. Ganz gleich, welcher Partei oder politischen Haltung die Präsidenten in den vergangenen 159 Jahren angehörten, ihre Füße vertrauten sie dem Unternehmen an, das für seine hochwertigen, handgenähten Schuhe berühmt war und ist.
 
Einmal übrigens - im Jahr 2001 - hatte das US-Unternehmen auf der Internationalen Schuhmesse GDS in Düsseldorf einen Teil der Präsidentenschuhe ausgestellt. Einige der edlen Stücke waren im Original, andere nur als Nachfertigungen zu sehen. Von Millard Fillmore bis George W. Bush, stets hatten die handgefertigten Schuhe "die Bodenhoheit im Oval Office", scherzte damals ein leitender Mitarbeiter des Unternehmens. Das ist stolz, daß die Firma mit dem großen Namen und der langen Präsidenten-Geschichte bis heute "einen Fuß im weißen Haus" hat.
 
Lincoln etwa bevorzugte einen stilvollen schwarzen Stiefel, der über die Knöchel ging. Teddy Roosevelt bevorzugte bei seinem Amtsantritt 1901 schwarze Stiefeletten. Woodrow Wilson trug 1913 weiß-beige Leinen-Schuhe. Sein Nachfolger Warren G. Harding, der 1921 sein Amt antrat, stand mehr auf schwarz-braunen Stiefeln, wie es im Firmen-Archiv heißt. Harry S. Truman trug 1945 schlichte schwarze Halbschuhe, als er ins Weiße Haus einzog und Gerald R. Ford bevorzugte 1974 braune Lederstiefeletten mit einer Art Troddel-Schleife. Bill Clinton schließlich ließ sich von Johnston & Murphy gleich zwei Paar Präsidenten-Schuhe anfertigen. Schwarze Halbschuhe trug er bei offiziellen Anlässen. In die handgefertigten blauen Schuhe mit weichem Leder schlüpfte er mit Vorliebe dann, wenn er Saxophon spielte.
 
Barack Obamas Vorgänger George W. Bush hat deutlich kleinere Füße. Für ihn fertigten die Schuhmacher des Traditions-Unternehmens übrigens schwarze Halbschuhe aus Kalbsleder und ein Paar Texas-Stiefel. Die Schuster von Johnston & Murphy benötigen rund zwei Wochen für die Herstellung eines Paars der Präsidentenschuhe. Natürlich lebt das Unternehmen nicht allein vom Schuhwerk der amerikanischen Präsidenten. Auch ganz normale Menschen können sich ihren Schuh per Handarbeit paßgenau auf den Fuß schneidern lassen.