Allianz Zukunft Winter

Österreichs Schnee-Indurstrie denkt um

von Theo Reisner

© Netzwerk Winter


Schulterschluß in Österreichs Schnee-Industrie:
„Allianz Zukunft Winter“ gestartet
 
Die Buchungen für die Saison 08/09  in Österreich sehen gut aus - zumindest aus Februar-Sicht. Die Frage, wie viele Pistenfreunde ihren Skiurlaub rund um Ostern sowie ab Dezember 09 wegen fortgeschrittenen Geldmangels streichen werden, treibt die benachbarten Schneeverkäufer allerdings heftig um. Schließlich handelt es sich zumeist um Zweit- oder Dritturlaube mit dem Image „teuer“. Da kann man schon mal eine Pause machen oder 1-2 Tage streichen.
 
Insbesondere bei Kindern auf Ski ist der Rückgang dramatisch. So sind etwa die Teilnehmer an Schul-Skikursen alleine in Österreich in 15 Jahren von 250.000 auf 150.000 zurückgegangen. In diesem Zeitraum beklagt der Sporthandel beim Skiverkauf ein Minus von zwei Drittel - gebremst lediglich vom Aufschwung beim Leih- bzw. Mietgerät. Im vergangenen Winter wurden in der Alpenrepublik immerhin 350 Millionen  Ski-Tickets ausgestellt. Und das waren auch schon mehr.
Jeder 14. Arbeitsplatz hängt vom Umgang mit dem wichtigsten Rohstoff Österreichs ab - dem Schnee. Sein „Umsatz“ liegt bei rund 11 Milliarden Euro, das ist etwa doppelt so viel wie die Landwirtschaft in der Alpenrepublik hergibt. Und die Winterübernachtungen haben jene in den Sommermonaten längst überholt.     
Zur Bekämpfung dieses offensichtlichen Wirtschaftsproblems 2009/2010 für den gesamten Alpenbogen haben sich Ende 08 zunächst die österreichische Ski-Industrie, der nationale Skischulverband, der Fachverband der Seilbahnwirtschaft, die Österreichische Hoteliervereinigung sowie die Wirtschaftskammer zur Initiative „Allianz Zukunft Winter“ zusammengeschlossen - eine internationale Premiere.  
 
Und die ersten Aktionen laufen schon: Franziska aus München siegte in der Auslosung „Skifahren in drei Tagen“ und wurde am Kitzsteinhorn zur begeisterten Anfängerin ausgebildet. Ein süddeutscher TV-Sender filmte mit, um das unvermindert hohe Niveau österreichischer Skilehrer zu dokumentieren. Ähnlich geht der ORF vor: Bei einem Gewinnspiel werden zehn 3-Tages-Kurse verlost und mit Rundfunk-Beiträgen begleitet. Bis Ostern sind auch rund 1.000 Sportlehrer auf Einladung von „Allianz Zukunft Winter“ 1-2 Tage in diversen Skigebieten unterwegs und lernen u.a. verbesserte Organisationshilfen für Schulskikurse kennen. Einmal jährlich will die Initiativ-Gruppe eine Art Road-Show organisieren und zuvor einen österreichischen „Skifilm“ für den internationalen Filmverleih produzieren- auf aktuellstem Stand.      
 
Als vordringliche Ziele werden vom Sprecher „Allianz Zukunft Winter“  Franz Schenner für die erste Runde 2009 benannt:
1. Wahrnehmung weg von Rennsportereignissen mehr auf den Spaß im Schnee für „Normalsportler“ lenken - bis hin zum Rodeln, Schneeschuhwandern, Eisstock-Schießen etc.
2. Nachvollziehbar darstellen, daß dieser Sport in drei Tagen erlernt werden kann. Mit Garantie.
3. Preisbeispiele für den Winterurlaub besser transportieren - damit das Hochpreisimage aus Ischgl-Reportagen und Edeldesign-Shops für Wintersport-Outfit widerlegen. Die Preise von Leihgerät genauso wie von Skikursen haben sich in den letzten zehn Jahren halbiert. Ausrüstungskosten für Ski und Schuh/Stiefel sind nicht unbedingt erforderlich. Mit aktuellem Allround-Outfit und Miet-Gerät (häufig in Pauschalarrangements preiswert verpackt) kann man tadellos starten. 
4. Stärker herausstreichen, daß Bewegung in frischer Luft gesund und lustig ist, speziell für Kinder.  
5. Die Mär von der Unfallhäufigkeit entkräften: In den letzten Jahren ist sie um 50% gesunken. Ballsportarten etwa liegen inzwischen deutlich höher. Daran ändert auch der schreckliche Unfall von Ministerpräsident Althaus nichts.

Informationen unter: www.netzwerk-winter.at