"Tour dŽAmour" im Kölner Zoo

Tierisches zum Valentinstag

von Andreas Rehnolt

Foto © Frank Becker
Am Valentinstag zur
"Tour d´Amour"
im Kölner Zoo
 
Experten informieren über skurrile Paarbeziehungen in der Tierwelt
 
Köln - Rechtzeitig zum bevorstehenden Valentinstag hat der Kölner Zoo auf die vielfältigen und manchmal skurrilen Paarbeziehungen in der Tierwelt hingewiesen. Am Samstag informiert der Tierpark bei einer "Tour d´Amour" über die "Beziehungskisten" der tierischen Zoobewohner. So geht zum Beispiel das Weibchen der Hornvögel zunächst nur eine Partnerschaft "auf Probe" ein, so Heidi Oefler-Becker vom Zoo am Mittwoch. In dieser Phase läßt sie sich von ihrem potentiellen Partner füttern, und nur wenn er es schafft, sie satt- und zufriedenzustellen, erhört sie seine Balzrufe, paart sich mit ihm und zieht dann in die Bruthöhle ein.
 
Das Weibchen wird übrigens zur Brut in der Bruthöhle eingemauert. Nur ein schmaler Schlitz, durch den der Schnabel paßt, bleibt offen. Durch diese Öffnung versorgt das Männchen sein Weibchen und die Küken mit Futter. So sind Mutter und Kind zwar vor Feinden optimal geschützt, aber auch völlig abhängig von  Ihrem "Ernährer", so Zoodirektor Theo Page. Bei den Pinguinen ist dick chic. Die fülligsten Männchen haben die größte Chance, von einem Weibchen auserwählt zu werden. Denn nur ein wohl genährtes Männchen kann ohne Futtersuche lange genug auf dem Ei ausharren, bis das Junge schlüpft.
 
Hat sich eine Pinguindame einmal für den Richtigen entschieden, geht sie oft eine lebenslange Partnerschaft ein, so die Experten des Zoos. Aber nicht alle gefiederten oder felligen Freunde sind so treu. Viele lieben in der Partnerschaft auch die Abwechslung - allen Arten voran die Bonobo-Affen. "Sie haben den meisten Sex im Tierreich und kommen auch bei einem zufälligen Treffen direkt zur Sache", so Ofler-Becker.
 
"Polygamie ist bei manchen Tierarten aus evolutionärer Sicht sehr sinnvoll, da es für die Männchen wichtig ist, ihr Erbgut möglichst häufig weiterzugeben", berichtet Pagel. Monogamie sei hingegen die bessere Entscheidung für Arten, bei denen der Nachwuchs unter Mithilfe der Männchen bei der Aufzucht bessere Überlebenschancen hat. Bei den Laubenvögeln sind Männchen und Weibchen unscheinbar gefärbt - kein prächtiges Gefieder oder pubertäres Potenzgebaren "turnt" das Laubenvogelweibchen an, sondern die originellste, schönste Liebeslaube. Je unscheinbarer ein Männchen gefärbt ist, umso prachtvoller fällt die Laube aus.
 
Bei der Seeschwalbe heißt es nach Angaben der Tier-Experten: "Geschenke erhalten die Liebe".
Bei der Balz übergibt das Männchen dem Weibchen einen mitunter recht winzigen Fisch als "Hochzeitsgeschenk". Stundenlang kann das Theater um die Übergabe dauern, da die Männchen ihr großartiges Balzgeschenk erst ausgiebig präsentieren müssen. Ist das Geschenk dann endlich übergeben, kommt es zum Paarungsvorspiel und letztlich auch zur Paarung. Während im Tierreich in der Regel die Weibchen für die Jungenaufzucht zuständig sind, haben die Kasuardamen eine sehr emanzipierte Lebensform gewählt. Nestbau, Bebrüten der Eier und Jungenaufzucht liegen allein in der Verantwortung der Männchen. Nur zur reinen Paarung treffen Männchen und Weibchen aufeinander - dann zieht das Weibchen weiter und sucht sich einen neuen Partner, der "alleinerziehene Vater" kümmert sich um den Nachwuchs.
 
Der romantische Abendrundgang durch den Kölner Zoo startet morgen, Samstag um 17.00 Uhr am Haupteingang. Eine Voranmeldung unter 0221-7785-121 ist erforderlich.