Erzherzog Johann Jahr 2009

Das Ausseerland Salzkammergut erinnert zum 150. Todestag an Erzherzog Johann

von Sabine Leitner

Bad Aussee mit Loser Tressenstein und Trisselwand - Foto © MTV Ausseerland - Salzkammergut


Das Ausseerland – Salzkammergut erinnert zum
150. Todestag an Erzherzog Johann
 
Bereits zum 150. Male jährt sich heuer am 10. Mai der Todestag von Erzherzog Johann (1782 – 1859), der mit dem Ausseerland - Salzkammergut sehr eng verbunden war. Der Sohn vom späteren Kaiser Leopold II. und dessen Gattin Maria Ludovica von Spanien schätzte bereits in jungen Jahren die wunderbare und einzigartige Gegend, die neben beeindruckenden Berglandschaften noch mit kristallklaren Seen zu begeistern weiß. Und dies zu jeder Jahreszeit. Nicht nur aufgrund der geografischen Lage gilt das gesamte Salzkammergut mit seinen insgesamt zehn Regionen für viele Naturbegeisterte als DER Mittelpunkt Österreichs. Wie heißt es so schon im weltbekannten „Erzherzog Johann Jodler“: „Wo i geh’ und steh’, tut ma’s Herz so weh“, denn der Anblick der mit unglaublicher Schönheit ausgestatteten Landschaft berührt jeden Besucher immer wieder aufs Neue. Und das vom Fuschlsee, über die bekannten Seenregionen des Salzkammerguts bis hin zum Almtal und das Ausseerland - Salzkammergut.
 
Volksnah und modern denkend
 
Der aus dem Hause Habsburg stammende, begeisterte Alpinist und Jäger fand hier ein wahres Eldorado vor, das dem volksverbundenen Erzherzog ein Leben lang begleiten sollte. Diese feste Verwurzelung fand in der Hochzeit mit der bürgerlichen Posthaltertochter Anna Plochl am 18. Februar 1829 auf dem Brandhof in Gußwerk ihren Höhepunkt. Dieser beachtliche Schritt, der den Ausschluss der Thronfolge nach sich zog, beweist eindrucksvoll, dass der Prinz ein modern denkender Mensch war, der sich schon anno dazumal verstärkt für die Industrie und Landwirtschaft eingesetzt hat. Und da bekanntlich Liebe auch durch den Magen geht, gibt es ein eigenes „Erzherzog Johann Kochbuch“, aus dem die regionalen Küchenchefs noch heute wunderbare Menüs zaubern. So wie
 
anno dazumal Anna Plochl es für Ihren Gatten getan hat. Ihr Rezept zum geschmorten Ausseer Hirsch-Zemer ist zum Nachkochen angeführt (siehe Kasten).
 
Erinnerungen an Erzherzog Johann
 
Mit dem „Reisepass durch das Erzherzog-Johann-Jahr“ (Veranstaltungskalender download unter http://www.volkskultur.steiermark.at/) verpassen sie keinen der vielen Veranstaltungen im Ausseerland – Salzkammergut, die dieses Jahr an den einzigartigen Menschen erinnern. Und wenn man die zahlreichen Tagebuchaufzeichnungen des Erzherzog Johann studiert, kommt man zum logischen Schluss, dass er sich nur hier am wohlsten gefühlt hat. Zeilen wie „Die Alpen aufgetürmet, groß erhaben; wie herrlich unsere immergrünen Wälder. Frei ist die Luft, frei alles, was da ist, frei wir selbst. Diese Stille und Ruhe ist etwas Großes“ (Tagebuch 1823 – Erzherzog Johann von Österreich - „Der Brandhofer und seine Hausfrau“ von Walter Koschatzky) belegen dies eindrucksvoll.

 

Geschmorter Ausseer HIRSCH-ZEMER in Rotwein-Wurzelsauce mit Kartoffelknödel,

Rotkraut und Preiselbeergelee nach Anna Plochl`s Rezeptur

 

Zutaten: Hirschrücken

Beize aus: ¼ l Rotwein, ¼ l Essig , ¼ l Wasser sodass die Mischung angenehm sauer schmeckt.

10 Pfefferkörner, 3-5 Gewürznelken, ein Stückchen Zimtrinde, Schale einer kleinen ungespritzten Zitrone, 1 kleines Lorbeerblatt, 1 Zweiglein Thymian, eine Prise Zucker.

Wurzelwerk: 1 Karotte, 1 kleine Petersilwurzel, 1 Stückchen Sellereiknolle, alles nudelig geschnitten, 10 dag Selchspeck zum Spicken, 8 dag Gemisch aus Butter, Selchspeckfett und etwas Öl, frisch gemahlener Pfeffer, Brotbrösel.

 

Den gut abgelegenen Rücken von einem jungen Hirschen, Spießer oder Kalb, waschen, von allen Häuten befreien, salzen, pfeffern und reichlich spicken. In die mit Butter-Speckmischfett bestrichene Pfanne Wurzelwerk legen, den Rücken daraufsetzen und fest mit dem Mischfett begießen. Die Pfanne ins heiße (250 Grad) Rohr schieben, mit befettetem Papier und Deckel vorerst zudecken. Zum Begießen abdecken. Am Anfang nur mit Fettstoff, erst bis sich ein Saft bildet, mit Beize begießen. Den Braten mindestens zwei Stunden auf Mittelhitze unter weiterem Begießen braten. Saft entfetten, durch-passieren, mit Schwarzbrotbröseln binden, aufkochen, abschmecken.

 

Mit Rotkraut, Preiselbeergelee und Kartoffelknödel servieren.

 

Gutes Gelingen und guten Appetit!

 

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