Museum Hombroich - Die begehbaren Skulpturen Erwin Heerichs

Ein Buch von Christel Blömeke

von Frank Becker

© Hatje Cantz
Architektur als Teil eines
Gesamtkunstwerks



Der Aufmarsch an Kultur- und Politprominenz und das Medieninteresse waren beachtlich, als Christel Blömeke am 27. Januar in der Raketenstation Hombroich das Ergebnis jahrelanger architektonischer Untersuchungen, persönlicher Gespräche und intensiver Hintergrund-Recherchen, ihr Buch "Museum Hombroich - Die begehbaren Skulpturen Erwin Heerichs" als jüngste der schon in beachtlicher Anzahl vorhandenen Publikationen zu diesem wunderschönen Museum vorstellte.
Neben der Herausgeberin des von Eva Weinert mit veranstalteten Projekts nahmen Kulturdezernenten, veritable Professoren und ein leibhaftiger Staatssekretär Platz, um  am Sonnenlicht teilzuhaben, das von Karl-Heinrich Müllers Idee, Heerichs Bauten, der Ausführung durch den Architekten Hermann Müller und jetzt auch von dem präsentierten Buch reflektiert wird.

Auf 274 Seiten mit einer Vielzahl an Bau- und Lageplänen, Skizzen, Entwürfen und farbigen

Foto © Frank Becker
Fotografien, dazu einem Glossar und Abbildungsverzeichnis hat Christel Blömeke nichts ausgelassen, was den Leser näher ans Verständnis der in ihrer schlichten Rafinesse hinreißenden Backstein-Gebäude im weitläufigen Areal der Musumsinsel Hombroich und in der benachbarten Raketenstation bringen könnte. Das gilt für den interessierten Laien ebenso wie für den
lernbegierigen Architekturstudenten oder den berufserfahrenen Architekten. Hier wurde ein beeindruckendes Konzept von nahezu einzigartiger Dimension so mustergültig umgesetzt, daß Hombroich zum Gesamtkunstwerk wurde - was zugleich die Formulierung "...die begehbaren Skulpturen Erwin Heerichs" erklärt. "Kann man das bauen?", fragt die Autorin im Innentitel. Wer Hombroich je gesehen hat, ist augenblicklich Zeuge für die heftige Bejahung. Entstanden ist ein Paradies für Auge und Seele, das Christel Blömeke in ihrem Buch erstmalig umfassend in seinen architektonischen Details erläutert.   

Zum besseren Verständnis der landschaftlichen Situation wurde dem vom Verlag Hatje Cantz hervorragend gestalteten Band eine DVD mit einem zauberhaften, knapp siebenminütigen Überflug und Rundgang duch die Museumsinsel beigegeben, dessen filmische Impressionen gottseidank völlig unkommentiert sind, lediglich von den natürlichen Geräuschen begleitet werden, die der Besucher in der Idylle Hombroichs erlebt. Eine ebenfalls beigelegte CD mit Kompositionen von Gilli Cleres und Philipp Nestler, "Klänge durch Raum" hätte um ein Haar meinen PC zerlegt, im CD-Spieler war sie hörbar, erwies sich jedoch als völlig unnötig. Unter den Fotografen, die Bilder beigetragen haben, ist vor allem Manos Meisen zu erwähnen, dessen ausgezeichnete Fotos neben dem Archivbestand des Museums den größten Anteil der Illustrationen ausmachen.

Foto © Frank Becker


Lesen Sie zu Hombroich in den Musenblättern auch:
Paradies für Auge und Seele u.a.

Christel Blömeke
(Hrsg.) - "Museum Hombroich - Die begehbaren Skulpturen Erwin Heerichs", 2009 Hatje Cantz, 300 Seiten, gebunden, 220 Abb., davon 87 farbig, je eine Musik-CD und Film-DVD liegen bei, 35,- € -
ISBN 978-3-7757-2385-5
 
Weitere Informationen unter: www.hatjecantz.de und
www.inselhombroich.de