Panta rhei

Klaus Rinke feiert seinen 70. Geburtstag

von Frank Becker

Klaus Rinke - Foto © Frank Becker
Der Rinke-Saal des
Von der Heydt-Museums
füllt sich

Anläßlich Klaus Rinkes 70. Geburtstag
zogen
11 Arbeiten als Schenkung
der Sammlung Rosenkranz ein


"Das Leben Klaus Rinkes in fünf Sätzen" konnte nicht einmal Wuppertals Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh zusammenfassen, zu reich ist dessen Werk und zu bewegt sein Leben. Der Künstler war aus Los Angeles via München nach Wuppertal gekommen, um die Ehrungen zu seinem 70. Geburtstag entgegenzunehmen und der Presse die Arbeiten vorzustellen, die jetzt im "Rinke-Saal" der städtischen Wuppertaler Galerie dauerhaft ausgestellt werden. Nach dem vom rechtlichen Verfahren her umstrittenen Ankauf
(der nachträglich legalisiert wurde) eines beachtlichen Konvoluts seiner Arbeiten aus dem Nachlaß Baum/Ischebeck für einen namhaften sechsstelligen Betrag hatte der Sammler Dieter Rosenkranz seine Zusage eingehalten, dem Museum zu dem Ankauf elf weitere Arbeiten Rinkes (Malerei und Fotografie) zu schenken. Gemeinsam mit dem Ankauf ist so dem Von der Heydt-Museum ein Bestand zugewachsen, der in öffentlichen Sammlungen so wohl einzig dasteht.

Klaus Rinke - Foto © Frank Becker


Er sei "einer der Großen der gesamten Nachkriegszeit" hatte Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, ein enger Freund Rinkes, zuvor betont und hervorgehoben, daß auch Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers ein Bewunderer Klaus Rinkes sei. Den Einsatz des Wuppertaler Museums weiß Rinke zu schätzen: "Es ist das erste, das sich so engagiert."  Dreißig Jahre lang hatte der streitbare Künstler und liebenswerte Mann Klaus Rinke an der Düsseldorfer Kunstakademie gelehrt, eine tiefe Freundschaft zu seinem Kollegen Joseph Beuys gepflegt, zeitweise den Posten des handelden Direktors bekleidet. Es sei eine Zeit gewesen "mit der Chance zu Welt-Akademie - jetzt ist es eine kleinkarierte Düsseldorfer Malerschule" - so Rinke wörtlich. Seine Arbeit, die sich von Anbeginn mit dem Verlauf der Zeit - seine Normaluhren sind weltbekannt und

Klaus Rinke - Foto © Frank Becker
längst legendär geworden - und dem Element des Wasser befaßte, kann man vielleicht unter das Motto
Heraklits "Panta rhei" stellen.

Er selbst ist längst ein Weltbürger, der im österreichischen Neufelden in in Los Angeles lebt und zu dem Schluß gekommen ist: "Ich bin ein ‛Globe-ier’ gworden, weil ich nicht an das Deutschtum glaube." Und was er von jenen hält, die ihm auf einer Schleimspur hinterherkriechen sagt Klaus Rinke auch recht deutlich: "Ich hasse Groupies - ich bin ein Einsamer, ich liebe es, einsam zu sein". Dafür aber ist er ein sehr fröhlicher lebensbejahender Mensch, der vor Energie sprüht und vor allem in seinem österreichischen Atelier in Neuhaus noch eine Menge vorhat.


Klaus Rinke - Foto © Frank Becker