Aktuelles aus der Kultur NRW

Eine Kolumne

von Andreas Rehnolt

Foto © Frank Becker

Aktuelles aus der Kultur NRW

Für die Musenblätter zusammengestellt
von Andreas Rehnolt




Ausstellung über Marcel Proust in Köln
 
Museum für Angewandte Kunst zeigt unter dem Titel "Cher ami" Proust im Spiegel seiner Korrespondenz
 
Köln - Unter dem Titel "Cher ami" ist seit Sonntag im Kölner Museum für Angewandte Kunst eine Ausstellung über Marcel Proust im Spiegel seiner Korrespondenz zu sehen. Proust zählt zweifellos zu den größten literarischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, seine "Suche nach der verlorenen Zeit" gilt als Romanmonument, hieß es bei der Eröffnung. Über die schriftstellerische Arbeit hinaus war Proust zudem ein manischer, atemloser Briefeschreiber.
Seine umfangreiche Korrespondenz, von der er sich selbst wünschte, sie möge nach seinem Tod vernichtet werden, läßt das vielfarbige Bild eines Autoren entstehen, der sich Zeit seines Lebens mit Vorurteilen und schweren Krankheiten herumplagte und erst spät zu literarischen Ehren gelangte.
 
Daher gehörte die Arbeit an der „Recherche“ auch immer wieder zu den Themen seiner Briefe. Den Charme und die Größe von Prousts Korrespondenz machen jedoch die persönlichen Beziehungen und die ausschweifenden und fein gesponnenen Freundschaftsbekundungen aus. Die „Bibliotheca Proustiana Reiner Speck“ in Köln hütet über 80 solcher Briefe, viele von ihnen bisher unpubliziert und unübersetzt, so die Kuratoren der Schau. Öffentlich waren sie erstmals in diesem Frühjahr in einer Ausstellung in München zu sehen. Diese Schau präsentierte außerdem weitere Proust-Autographen, seltene Fotografien, Portraitzeichnungen und -skizzen. Auch Manuskripte und signierte Bücher, zahlreiche Dokumente, Handschriften und Bücher der Briefadressaten – aus dem Kreis der Familie, der Freunde, der Kollegen und Kritiker – gehörten zu den Ausstellungstücken.
 
Nun zeigt das Kölner Museum für Angewandte Kunst bis zum 6. September diese Schau des Literaturhauses München, der Bibliotheca Proustiana Reiner Speck und der Marcel Proust Gesellschaft Köln. Nach der großen Petrarca-Ausstellung „Triumph der Liebe“ im Jahr 2004 präsentiert das Haus mit der Schau „Marcel Proust im Spiegel seiner Korrespondenz“ zum zweiten Mal das Briefeschreiben als eine spezielle Form der Kunst. In Köln lassen sich besondere Bezüge zu Marcel Proust herstellen, denn hier wurde sein Hauptwerk „A la recherche du temps perdu“ zum ersten Mal öffentlich gelesen und in der Domstadt befindet sich der Sitz der 1982 gegründeten deutschen Marcel Proust Gesellschaft. Zeitgleich mit der Ausstellung wurde am Sonntag zudem von der Stadt Köln im Stadtteil Lindenthal die erste Marcel-Proust-Promenade eingeweiht.
 
Die Ausstellung ermöglicht dem Besucher, Proust im Spiegel seiner Korrespondenz und sein Werk im Kontext seiner Zeit kennenzulernen. Die Briefe sind in verschiedene Themenbereiche eingebettet, filmische Dokumente und Kommentare von Zeitzeugen ergänzen sie. Mit einem Audioguide können die Besucher einen Großteil der Korrespondenz in deutscher Übersetzung hören. Zu der Schau veranstaltet die Marcel Proust Gesellschaft ein breit gefächertes Begleitprogramm mit Lesungen, Vorträgen und musikalischen Beiträgen.
 
Das Museum ist dienstags bis sonntags von 11-17 Uhr geöffent. Jeden 1. Donnerstag im Monat bis 22 Uhr.
 
 
Schöpfungspfad im Nationalpark Eifel eröffnet
 
Aachen - Das Ökumenische Netzwerk „Kirche im Nationalpark Eifel“ und das Nationalparkforstamt Eifel hat am Wochenende einen neuen Schöpfungspfad eingeweiht. Der rund drei Kilometer lange Weg mit dem Namen „Dem Leben auf der Spur“ lädt an zehn Stationen zu einem spirituellen Zugang zur Natur und zur Bewahrung der Schöpfung ein, so ein Sprecher des Netzwerkes am Sonntag in Aachen. Zehn drehbare Tafeln zitieren hierzu aus der Bibel und der Welt der Literatur. Die Station Neun mit dem Namen “Weg zur Mitte“ ist zudem als begehbares Labyrinth gestaltet. Der Schöpfungspfad beginnt in Simmerath-Erkensruhr und endet südlich des ehemaligen landwirtschaftlichen Weilers Leykaul.
 
Von der letzten Station aus ist eine Rundwanderung entlang des Wüstebachs bis zum Ausgangspunkt möglich. Der Schöpfungspfad selbst verläuft in Teilen entlang des Wildnis-Trails und ist daher für Kinderwagen oder Rollstuhl nutzende Gäste nicht geeignet. Entwickelt wurde der Schöpfungspfad gemeinsam vom Ökumenischen Netzwerk „Kirche im Nationalpark Eifel“ und vom Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW. „Der Schöpfungspfad ist eine Einladung zur Achtsamkeit für das Leben und die Bewahrung der Schöpfung“, sagte der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens bei der Einweihung.
 
 
 
Französische Auszeichnung für Tobias Richter
 
Düsseldorf - Für ihre außergewöhnlichen künstlerischen Verdienste werden am kommenden Donnerstag der scheidende Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Tobias Richter und das langjährige Ensemblemitglied Jeanne Piland mit dem französischen "Ordre des Arts et des Lettres" geehrt. Der Orden der Künste und Literatur wird seit 1957 durch das französische Kultusministerium verliehen, so eine Sprecherin der Oper am Sonntag. Jeanne Piland, die im Jahr 2003 zur Kammersängerin ernannt wurde, erhält die Auszeichnung der ersten Stufe "Chevalier des Arts et des Lettres", während Tobias Richter bereits mit dem "Officier des Arts et des Lettres" geehrt wird. Bekannte Träger des Ordens sind unter anderem Pina Bausch sowie der Bildhauer Tony Cragg und der Schauspieler  Robert Redford.
 
 
Rund 150.000 Besucher bei "ExtraSchicht" im Ruhrgebiet
 
Essen - Trotz Regen und Gewitter haben in der Nacht zum Sonntag rund 150.000 Menschen die Veranstaltungen der diesjährigen Nacht der Industriekultur unter dem Titel "ExtraSchicht" im Ruhrgebiet besucht. An 40 Spielorten konnten die Besucher Neues und Überraschendes entdecken und künstlerische Performances vor außergewöhnlichen Kulissen erleben, so ein Sprecher der Veranstalter am Sonntag. Die Nachtschwärmer genossen unter anderem Inszenierungen mit Feuer, Licht, Tanz und Musik etwa auf der Dinslakener Zeche Lohberg, im Gelsenkirchener Nordsternpark und am Zukunftsstandort Ewald in Herten. Am UNESCO Welterbe Zollverein in Essen versammelten sich mit 45.000 ExtraSchichtlern die meisten Besucher. Zu ihrem 10. Jubiläum im kommenden Jahr ist die ExtraSchicht am 19. Juni das große Sommerfest der Kulturhauptstadt Europas 2010.
 
Im Internet unter: www.extraschicht.de zu finden