Farbe. Abstraktion. Serie

Alexej von Jawlensky und Josef Albers in Bottrop

von Meike Gatermann

Jawlensky - Variation: Von
Frühling, Glück und Sonne
1917 - © VG Bild-Kunst
 
Albers - Almost Four 1976 - © The Josef
and Anni Albert Foundation/VG Bild-Kunst
Alexej von Jawlensky
und Josef Albers
Farbe. Abstraktion. Serie

Josef Albers Museum Bottrop
16. Mai  – 29. August 2010

"Farbe ist der Kern meiner Sprache. Sie ist sich selbst genug. Ich huldige nicht dem Quadrat. Das Quadrat ist nur das Tablett, auf dem ich meine Verzückung durch die Farbe ausbreite."
(Josef Albers)
 
Die Ausstellung Alexej von Jawlensky und Josef Albers Farbe. Abstraktion. Serie ist ein seltenes Gipfeltreffen, bei dem sich zwei weithin bekannte Künstler begegnen, deren Gemeinsamkeiten bisher noch nicht wirklich entdeckt worden sind. Obwohl es in den Arbeiten von Josef Albers keinerlei Verweis auf Gegenständliches gibt, setzt die Farbe in ihrer eigenen Dynamik die gemeinsame Klammer zu Alexej von Jawlensky. Erstmals werden diese beiden Künstler gemeinsam im Josef Albers Museum in Bottrop gezeigt. Dabei werden etwa 50 Werke von Josef Albers mit ebenso vielen Gemälden von Alexej von Jawlensky präsentiert.
 
Die Begriffe Farbe, Abstraktion, Serie sind innerhalb der künstlerischen Entwicklung beider Künstler zentral. Alexej von Jawlensky (1864 -1941) und Josef Albers (1888-1976) haben sich in ihrer Malerei mit besonderer Intensität der Farbe und deren meditativer Wirkung gewidmet. Beiden ging es
über die reine Wahrnehmung hinaus um geistige und emotionale Inhalte, die sie durch Farbe darstellen wollten, wenn auch auf unterschiedliche Art: geometrische Formen bei Albers und organische Farbflecken bei Jawlensky.


Alexej von Jawlensky - Große Meditation V -
N 10 - © VG Bild-Kunst

Josef Albers - Hommage to the Square 1976 - © The
Josef and Anni Albert Foundation/VG Bild-Kunst



















In der Gegenüberstellung des farbigen Quadrats als purer Form bei Albers und den Mystischen Köpfen bei Jawlensky zeigt sich dem Betrachter eine überraschende Übereinstimmung, die sich jenseits der vordergründigen Trennung zwischen abstrakt und gegenständlich ergibt. Gerade die
Vereinfachung der Formensprache rückt bei beiden die Farbe als Ausdrucksmittel ins Zentrum. Dabei entfaltet sich deren Wirkkraft in ganzen Serien, da sie sich im Einzelbild nicht vollenden kann. Jedes Werk einer Serie setzt das Studium der Farbe fort, nahezu unabschließbar.
Über große zeitliche und räumliche Distanzen hinweg gab es zwischen Albers und Jawlensky Berührungspunkte und eine persönliche Verbundenheit. So hat Albers noch in den ersten Jahren seines amerikanischen Exils Jawlensky, der verarmt und krank in Deutschland zurückgeblieben war, finanziell unterstützt, doch werden erst in dieser Ausstellung auch ihre Werke auf
Gemeinsamkeiten hin befragt.


Alexej von Jawlensky - Abstrakter Kopf
Schicksal - © VG Bild-Kunst

Josef Albers - Variant Adobe 1976 - © The
Josef and Anni Albert Foundation/VG Bild-Kunst


"Meine letzte Periode meiner Arbeit hat ganz kleine Formate, aber die Bilder sind noch tiefer und geistiger, nur mit der Farbe gesprochen."
(Alexej von Jawlensky)






Diese Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Josef Albers Museum mit dem Museum Wiesbaden, das die größte Sammlung von Arbeiten Jawlenskys verwahrt. Anfang 2011 ist die Ausstellung in Wiesbaden zu sehen.

»Für beide Künstler entwickelt sich jedes Werk primär aus der Farbe, deren lebendige Wirkkraft in Serien entfaltet wird.« Heinz Liesbrock
 
Weitere Informationen unter: www.bottrop.de

Redaktion: Frank Becker