Ausstellungen im Museum August Kestner Hannover:

Das geheimnisvolle Grab 63 und Amboss Bestecke 1950 1992

Red.
Museum August Kestner Hannover:
 
Sonderausstellungen


01.07. – 07.11.2010
Das geheimnisvolle Grab 63:


Die neueste Entdeckung im Tal der Könige - Archäologie und Kunst von Susan Osgood

© Susan Osgood
Es wurde als die archäologische Sensation des 21. Jahrhunderts bezeichnet: das 2006 im Tal der Könige neu entdeckte Grab. Es erhielt die Nummer 63, denn das zuletzt in der berühmten Ruhestätte der Pharaonen aufgespürte Grab war der 1922 gemachte Fund von Tutanchamun, Grab-Nr. 62. Seitdem vermutete man, das Tal sei inzwischen so sehr durchwühlt worden, daß es unmöglich weitere Schätze bergen könne.
Das Grab 63 ist ein großes Rätsel, denn es ist keinem Pharao zuzuweisen. Es enthält sechs große Holzsärge, aber keine einzige Mumie. Jüngst wurden in den großen Särgen zwei goldene Kindersärge entdeckt, die jedoch ebenfalls leer waren. Sonst fanden sich im Grab noch 28 große Tonkrüge. In einem solchen war eine in Einzelteile zerlegt Bestattungsbahre deponiert. Das besonders auffällige am Grab 63 ist, daß die Särge wohl in der Zeit von Pharao Amenhotep III. (18. Dynastie, 1390-1353 v. Chr.) gefertigt worden sind, jedoch erst nach der Regierungszeit seines berühmten Sohnes Echnaton im Grab 63 im Tal der Könige Verwendung fanden.
Die Särge sind äußerst fragil und kaum in ihrem Originalzustand zu retten. Um diesen jedoch genau zu dokumentieren, wurde eine für die Chicagoer Universität in Luxor arbeitende Zeichnerin, Susan Osgood, damit beauftragt, im Grab ganz besonders genaue Zeichnungen von den Särgen anzufertigen. In der von den Ägyptologen des Ägyptischen Museums der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität (Bonn) und des Museum August Kestner gemeinsam konzipierten Ausstellung werden diese Zeichnungen weltweit erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung wird durch altägyptische Originale der beiden Museen ergänzt, die entweder im Tal der Könige gefunden worden sind oder mit den Pharaonengräbern des Neuen Reiches in enger Verbindung stehen.
Katalog zur Ausstellung 19,80 €
 
 
12.08.2010 – 28.11.2010
Amboss Bestecke 1950 – 1992
 
Der österreichische Besteckhersteller Amboss ist noch immer ein Geheimtip unter Sammlern und
Händlern. Obwohl die Firma auf eine seit 1769 in der Steiermark bestehende Werkstatt zurückging, erlangte sie erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Bedeutung. Damals traf die Firmenleitung eine mutige Entscheidung: Mit Hilfe etablierter, bekannter und junger aber auch noch unbekannter Designer sollte ein modernes Sortiment geschaffen werden, mit dem man auch international bestehen konnte.

Neben Klassikern der österreichischen Design-Szene wie Oswald Haerdtl (langjähriger Mitarbeiter von Josef Hoffmann und den Wiener Werkstätten) und Carl Auböck I. (Schüler von Johannes Itten am Bauhaus) kamen junge Designer hinzu, wie etwa der ungarisch-österreichische Maler und Bildhauer Janos Megyik, Dominic von Habsburg-Lothringen und im Besonderen der Grazer Architekt Helmut Alder. Sie alle prägten mit ihren Entwürfen für Jahrzehnte das Bild der Firma.

Amboss nahm an internationalen Ausstellungen teil, gewann zahlreiche Design-Preise und exportierte erfolgreich in über 60 Länder. In den 1960erJahren begann eine intensive Zusammenarbeit mit dem deutschen Rosenthal-Konzern, die schließlich zur vollständigen Übernahme von Amboss führte. Umstrukturierungen bei Rosenthal führten in den 1970er Jahren dann wieder zur Trennung beider Firmen. Amboss versuchte noch einige Jahre auf eigenen Füßen zu stehen, mußte aber Anfang der 1990er Jahre schließen.

In einer umfassenden Ausstellung werden die Bestecke von Amboss präsentiert, dazu weitere Produkte der Firma aus dem Küchen- und Bar-Bereich. Es gibt eine Fülle markanter, den Geist der 1950er bis 1970er repräsentierender Besteckmuster zu entdecken und - ein neues Sammelgebiet.
 
 
Museum August Kestner
Trammplatz 3
30159 Hannover
Tel.:   0511 168-42730
Fax:    0511/168-46530
museum-august-kestner@hannover-stadt.de
www.museum-august-kestner.de
 
Öffnungszeiten:
Di - So       11.00 – 18.00 Uhr
Mi              11.00 – 20.00 Uhr