Aktuelles aus der Kultur - heute: Ausstellungen

Eine Kolumne

von Andreas Rehnolt

Foto © Frank Becker

Aktuelles aus der Kultur

Für die Musenblätter zusammengestellt
von Andreas Rehnolt

Thema heute: Ausstellungen



Museum Folkwang präsentiert drei neue Ausstellungen

Essen - Die Bereiche Fotografie, Grafik und Plakat rücken bis zum 16. Januar nächsten Jahres  in ihren neuen Räumen mit drei Ausstellungen im Essener Museum Folkwang in den Blickpunkt.

Martha Graham - Foto: Folkwang
"Celebrity Design" stellt den amerikanischen Fotografen Edward Streichen vor, der mit Prominenten- und Modefotos in den 1920/30er Jahren bekannt wurde. Die Aufnahmen entstanden hauptsächlich für renommierte Magazine wie "Vogue" oder "Vanity Fair" und zeigen unter anderem Winston Churchill und Henri Matisse. Gezeigt werden 77 Fotografien, Zeitschriften und ein Film.

"Ideallandschaft und Wirklichkeit" zeigt den Gegensatz von idealisierter und möglichst realistischer Wiedergabe in den Zeichnungen und Druckgrafiken des 19. Jahrhunderts. Das Nebeneinander zweier unterschiedlicher Auffassungen von Landschaftsdarstellung wird in den rund 60 Werken von 25 Künstlern des deutschsprachigen Raums, darunter Caspar David Friedrich und Ludwig Richter, eindrucksvoll deutlich.
 
Luxus, Abenteuer und ein Hauch von Agatha Christie weht durch die  Plakatausstellung "Mit dem Zug durch Europa". Die Schau erinnert an die Erfolgsgeschichte dieser Eisenbahnen um 1900. Sie begann mit dem 5. Juni 1883, als der erste "Train Express d'Orient" von Paris nach Konstantinopel startete, und sie dauerte mit Unterbrechungen bis 1939. Rund 30 "Plakate für Luxusreisen um 1900" werfen einen Blick auf den Reisestil, den sich nur ein Bruchteil der Bevölkerung leisten konnte.
 
Die Ausstellungen sind dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr sowie Freitags von 10 bis 22.30 Uhr geöffnet.
 

Picasso-Museum Münster würdigt grafisches Werk von Paul Klee
 
Münster - Unter dem Titel "Grafik" zeigt das Picasso-Museum Münster ab dem 28. November grafische Arbeiten des Künstlers Paul Klee (1879-1940). Die Exponate stammen nach Angaben des Museums aus dem Zentrum Paul Klee in Bern, das die bis zum 13. März kommenden Jahres laufende Schau auch konzipiert hat. Die Ausstellung vereint das vollständige grafische Werk des Künstlers. Ergänzt werden die einzelnen Blätter durch Vorzeichnungen, Zustandsdrucke sowie um handkolorierte Grafiken und Unikate, hieß es in der Ankündigung.
Die insgesamt 140 Exponate ermöglichen eine Reise durch den einzigartigen Bildkosmos Klees. Die Grafik diente ihm auch zur künstlerischen Selbstreflexion und Innenschau. So illustriert die Ausstellung die Arbeits- und Denkweise ebenso wie die bewegte und bewegende Vita des  des Künstlers. Den frühen "Inventionen", die in den Jahren von 1903 bis 1905 entstanden, folgen impressionistisch freie Arbeiten nach der Natur. 1912 wendet sich Klee erstmalig der Lithografie zu. Nachdem er viel aquarelliert hatte, schuf er in seiner Funktion als Meister am Bauhaus ab 1921 u.a. viele Farblithografien.
 
In den Werken der Zwanziger Jahre wird Klees Faszination für das Theater, die Bühne und den Zirkus sinnfällig. Klee hat selbst einmal gesagt: "Dies steht fest, daß wir ... ausgesprochene Theaternarren sind. Alles, was an Brettern und Kulissen mahnt, das greift tief in unsere Seele". Zeit seines Lebens war der Künstler ein passionierter Besucher von Theateraufführungen – von der Oper bis zum Puppenspiel. Und Figuren aus dem Musik- oder Sprechtheater oder auch Elemente des Theaters wurden feste Größen seines bildnerischen Repertoires.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Kunstmuseum Ahlen zeigt Druckgraphik von Georges Braque

Ahlen - Das Kunstmuseum im westfälischen Ahlen zeigt seit Samstag eine Ausstellung mit

Georges Braque, Amaryllis 1958
© VG Bild-Kunst Bonn 2010
Druckgraphik des französischen Künstlers Georges Braque. Braque (1882–1963) gehört zu den wichtigsten Malern der französischen Moderne, hieß es in einer Ankündigung des Museums. Zusammen mit Pablo Picasso begründete der Maler 1908 den Kubismus. Die bis zum 6. Februar nächsten Jahres laufende Schau reflektiert Braques künstlerisches Schaffen, beginnend mit Stilleben aus den 20er Jahren bis hin zu Grafiken von 1963. Präsentiert werden insgesamt rund 150 druckgraphische Werke des bedeutenden französischen Malers, die ursprünglich aus einer Pariser Privatkollektion stammen.
 
Bei den Exponaten handelt es sich um zumeist farbige Lithographien, Radierungen, illustrierte Malerbücher sowie einige seltene Keramiken. Seit den frühen 1920er Jahren hat sich Braque intensiv mit den künstlerischen Möglichkeiten der druckgraphischen Verfahren beschäftigt. Insbesondere im Medium der Lithographie offenbaren sich nach Angaben der Kuratoren das koloristische Talent des Künstlers und seine einzigartige Bildsprache, die sich in umfangreichen Werkfolgen und zyklischen Themenvariationen artikuliert. Picasso und Braque lernten sich 1907 in Paris kennen. Insgesamt sechs Jahre dauerte die einzigartige, sich gegenseitig befruchtende künstlerische Zusammenarbeit des Spaniers und des Franzosen, hieß es unmittelbar vor der Eröffnung der Ausstellung.
 
Die Ausstellung ist dienstags, mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr, donnerstags von 14 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Max Ernst Museum zeigt erstmals in Deutschland Werke von Sam Szafran
 
Die Ausstellung "Obsessionen in Pastell" präsentiert Arbeiten des 1934 in Paris geborenen Künstlers
 
Brühl - "Obsessionen in Pastell" lautet der Titel einer Ausstellung im Max Ernst Museum Brühl, die

Sam Szafran, Escalier Belli, 1972
© VG Bild-Kunst Bonn, 2010 
erstmals in Deutschland das Werk des 1934 in Paris geborenen Künstlers Sam Szafran präsentiert. Der Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer habe große Auftritte bislang vermieden, hieß es am Samstagabend bei der Eröffnung der Schau. Gezeigt werden bis zum 30. Januar kommenden Jahres insgesamt 65 Arbeiten, darunter Aquarelle, Pastelle und Zeichnungen. Nach einer Internierung durch die SS im Jahre 1944 entging Szafran 1944 nur knapp dem Abtransport nach Auschwitz. 
 
Bei dem poetischen und verborgenen Werk des Künstlers handele es sich um "eine Entdeckung", so die Kuratoren Julia Drost und Werner Spies zum Auftakt der Schau. Die Arbeiten sind nach ihren Worten im Stillen entstanden, in der Zurückgezogenheit des Ateliers von Szafran. Der Künstler gilt als Einzelgänger. "Moden, Konzepte und Zeitgeist interessieren ihn nicht," so die Aussteller. Vielmehr habe Szafran ausgerechnet zu einer Zeit, als die abstrakte Kunst ihre größten Triumphe feierte, eine alte, äußerst anspruchsvolle Technik wieder belebt: das Pastell. Seither dominiert diese fragile und wenig verbreitete Technik sein Werk, oft als Mischtechnik mit Aquarell oder Zeichenkohle.
Atelieransichten, schwindelerregende Treppen und wuchernde Vegetationen sind die immer wiederkehrenden und obsessiven Themen seiner Kunst. Die Ausstellung bringt eine Auswahl von Werken des Künstlers nach Deutschland, die im Zeitraum zwischen 1966 und 2010 entstanden sind. Die Schau wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris konzipiert.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie jeden ersten Donnerstag im Monat von 11 bis 21 Uhr geöffnet.
 
 
Die Etrusker - Die Entdeckung ihrer Kunst seit Winckelmann
 
Museum August Kestner Hannover zeigt die Geschichte der Erforschung der Kunst und Kultur der Etrusker

Hannover - Die Kunst und Kultur der Etrusker fasziniert das Publikum bis heute, wie der Erfolg verschiedener anderer Ausstellungen zu diesem Thema in den vergangenen Jahren verdeutlicht. Im Unterschied zu diesen Ausstellungen widmet sich das Museum August Kestner vom 25. November 2010 bis 27. Februar 2011 der Entdeckung und Erforschung der oft rätselhaften Kunst der Etrusker seit dem 18. Jahrhundert. Durch die umfangreichen Publikationen etruskischer Denkmäler von

Johann Joachim Winckelmann
Thomas Dempster (1579-1629) und Francesco Gori (1691-1757) und durch die Gründung der Etruskischen Akademie in Cortona erfuhr ihre Erforschung einen großen Aufschwung. In seiner „Geschichte der Kunst des Altertums“ (1764) hat Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) erstmals versucht, die Entwicklung der etruskischen Kunst und ihre Stilperioden darzustellen. Viele Fragen wurden in dieser Zeit gestellt: So die nach dem Fundort und damit, ob alles, was in der Toskana gefunden wurde, etruskisch sei; gefragt wurde erstmals nach der Herkunft der in Etrurien, aber auch in Kampanien gefundenen griechischen Vasen, die bisher als etruskisch galten, ebenso wie die Frage nach den Unterschieden zwischen dem archaischen Stil der Griechen und der Etrusker sowie der römischen Nachahmung.
Die Ikonographie etruskischer Götter und der Mythen in ihrem Verhältnis zu den griechischen wurde untersucht und erste bemalte Gräber mit wunderbaren etruskischen Wandmalereien freigelegt.
Die im 18. Jahrhundert diskutierten Fragen werden in der Ausstellung im Licht der heutigen Forschung beleuchtet und mit zahlreichen Denkmälern veranschaulicht, die aus der Sammlung August Kestners stammen, der bereits im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts selbst in Etrurien gegraben hat.
 
Weitere Informationen unter: www.kestner-museum.de
 
Redaktion: Frank Becker