15 Jahre Edgar

Eine pfiffige Erfolgs-Idee feiert Geburtstag

von Frank Becker

Glückwunsch, Edgar!


15 Jahre Edgar-Karten aus Hamburg

Wer kennt ihn nicht? Edgar, den Mann mit dem markanten Kinn, dem Balken über den Augen und der Shag-Pfeife im Mundwinkel. Edgar-Karten sind aus Szene-Bars, Kneipen und Cafés nicht mehr wegzudenken, wenn auch vielenorts die Kartenständer nach kurzer Zeit schon leergeräumt sind und dann wochenlang sehr traurig aussehen. Edgar wartet mit  frechen, hin und wieder auch recht derben Sprüchen auf, gibt sich aufmüpfig, laut, jung, mitunter ein bißchen wild - und macht Reklame. Denn das ist die Seele des Geschäfts: Werbung über Gratis-Postkarten auffällig und vielfach künstlerisch zu transportieren. Automarken und Fernsehserien, neue Kinofilme und Körperpflege, Kondome und Online-Dienste werden beworben. Kneipengänger lieben und sammeln die attraktiven Karten – und die wenigen, die heute noch „handgemachte“ Post verschicken, freuen sich, daß sie zum einen keine Karte kaufen müssen, zum anderen, daß die angepeilte Botschaft oft schon mitgeliefert wird. Jetzt feiert Edgar seinen 15. Geburtstag.

 
© Edgar 2007

Aus der ungewöhnlichen Geschäftsidee, mit einer attraktiven und dazu kostenlosen Postkarte dennoch Geld zu verdienen, wurde eine beachtliche Erfolgsstory.
1992 wurde der Gedanke in einer Hamburger Kneipe geboren und „Edgar“ getauft, abgeleitet von der „Ad-Card“ (engl. Advertising Card). Das Besondere: Edgar-Karten verbinden Kunst, Kommerz und Kommunikation und in vielen Fällen sehr originell miteinander. Meist ist der spontane Lacher, den die Botschaft auslöst, der Kontaktfunke. Mit den Einnahmen aus den Werbekarten wird u.a. junge Kunst gefördert und ebenfalls wieder im Postkartenformat mit dem Edgar-Logo verteilt – ebenso gratis, versteht sich. Konsequent geführt eroberte die Edgar-Idee die Szene-Kneipen-Welt der Republik - 1996 kamen erste Plakate dazu und seit 1997 ist Edgar im Internet.


© CD Hartmann - Edgar # 4.969
Auf www.edgar.de wurde damals die erste E-Card (elektronische Grußkarte) verschickt. Andere Unternehmen mit ähnlicher Konzeption (wie z.B. City Card) drängten auf den Markt und eroberten nicht unerhebliche Anteile, doch trotz dieser Konkurrenz und der Krise in der Werbebranche im Jahr 2000 konnte Edgar glücklicherweise überleben - keine Edgar-Karten mehr zu finden, wäre für viele eine mittlere Katastrophe gewesen - und begründete auf edgar.de im Internet eine Online-Community.
2006 wurde eine magische Zahl erreicht: Eine Milliarde Edgar-Karten wurden bis dahin verteilt, in der Gastronomie, aber auch in Geschäften für junge Mode, Fitness-Studios und sogar in Schulen. In der

© Aktion Mensch - Edgar # 6.244
Werbewelt sind Edgar-Karten längst zum „Klassiker“ mit Kultstatus avanciert. Edgar gehört für viele Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen einfach zu einer kreativen Werbekampagne. Nicht nur als „normale“ Postkarte auf dem üblichem Karton, auch als Spiegelkarte, 3D-Karte, Wechselbildkarte, Duftkarte oder sogar Blechkarte werben Edgar-Karten für unterschiedlichste Produkte und Dienstleistungen. Neben seinem künstlerischen Engagement unterstützt Edgar soziale Kampagnen und ist lobenswerterweise in der Hamburger Szene u. a. als langjähriger Sponsor des FC St. Pauli – eines der wenigen noch wirklich echten Fußballvereine -

© 2002 BMG - Edgar # 5.666
Foto: Armin Zeidler
aktiv. Fußball ist ohnehin ein Thema, dem sich Edgar recht liebevoll gewidmet hat.

Edgar stellt sich einer selbst gewählten Herausforderung für die nächsten Jahre:  Neue Trends setzen, ohne dabei Toleranz, Kreativität und Menschlichkeit zu verlieren. Wenn das kein hehres Ziel ist! Also: noch einmal „Glückwunsch zur 15“ und toi, toi, toi für die Zukunft!

Weitere Informationen unter:

Vor 5 Jahren:  © Edgar  # 5.700
www.edgar.de