Aktuelles aus der Kultur

Die Kolumne

von Andreas Rehnolt

Foto © Frank Becker

Aktuelles aus der Kultur

Für die Musenblätter zusammengestellt
von Andreas Rehnolt





Ausstellung über den Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner in Ratingen
 
Nach seinen Plänen wurde unter anderem auch der weltberühmte Kölner Dom vollendet
 
Ratingen - "Ein schlesischer Baumeister im Rheinland" lautet der Titel einer Ausstellung über den Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner, die gestern im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen eröffnet wurde. Die Schau anläßlich des 210. Geburtstages Zwirners (1802-1861) informiert bis zum 29. April über Leben und Wirken dieses bedeutenden neugotischen Architekten, hieß es in einer Ankündigung. Zwirners Pläne führten zur Vollendung des Kölner Domes 1888. Neun Jahre hatte er darum gerungen, nicht nur Restaurierungsarbeiten durchzuführen, sondern die Bauarbeiten am Dom fortsetzen zu dürfen.
Zwirner war nach Angaben des Museums stark von dem maßgeblichen preußischen Architekten, Stadtplaner und Maler Karl Friedrich Schinkel beeinflußt. Zwirner wurde nach seinem Studium an der Berliner Bauakademie früh mit hochrangigen Bauprojekten betraut. So übernahm er im pommerschen Kolberg die Leitung des Rathausbaus, den Neubau der dortigen reformierten Kirche und arbeitete mit an den Plänen für die Börse in Stettin und das Hauptgebäude der Universität Halle. Was den Kölner Dom anbelangt, so beschloß König Friedrich Wilhelm IV. 1842 dessen Weiterbau. Große Verdienste erwarb Zwirner sich durch den Ausbau der Dombauhütte in Köln, wo seither Steinmetze ausgebildet werden.
Als Architekt und Gutachter ist Zwirners Name mit zahlreichen Bauwerken im Rheinland verbunden. Unter den Gotteshäusern sind die frühere Kölner Synagoge in der Glockengasse, die Apollinariskirche in Remagen oder die Reformierte Kirche in Wuppertal-Ronsdorf zu nennen. Für private Auftraggeber realisierte Zwirner unter anderem die neugotischen Umbauten der Schlösser Herdringen in Arnsberg, Moyland im Kreis Kleve und Arenfels im Kreis Neuwied. Auch der berühmte Mäuseturm im Rhein bei Bingen sowie Grab- und Denkmäler wurden auf Grundlage seiner Pläne erbaut oder umgestaltet.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Internet: www.oslm.de
 
 
Siegen präsentiert Werke des am Montag verstorbenen Künstlers Antoni Tàpies
 
Siegen/Barcelona - Unter dem Titel "Bild, Körper, Pathos" zeigt das Museum für Gegenwartskunst in Siegen noch bis zum 19. Februar eine Ausstellung mit rund 50 Arbeiten des am vergangenen Montag im Alter von 88 Jahren in Barcelona verstorbenen katalanischen Künstlers Antoni Tàpies. Der Maler und Bildhauer galt als einer der bedeutendsten europäischen Künstler der Gegenwart und einer der bekanntesten Vertreter des spanischen Informel, das mit Mitteln wie Sand, Eisen oder Erde arbeitet.
Das Siegener Museum zeigt Gemälde aus sieben Schaffensjahrzehnten des 1923 geborenen Künstlers. Unverwechselbar sind seine Materialbilder aus Sand, Leim, Marmorstaub und Lacken. Auch Fundstücke, wie Kleider oder andere Alltagsgegenstände integrierte der Künstler in seine Arbeiten. Angeregt durch fernöstliche Philosophie, Religions- und Kulturgeschichte, Literatur, Musik und Politik entwickelte Tàpies "eine universelle Ikonographie aus Buchstaben, Kreuzen und anderen Zeichen."
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 11 bis 20 Uhr zu sehen.
 
 
Fotoausstellung zum Thema "Lebensmittel" im Leverkusener Museum Morsbroich
 
Leverkusen - Unter dem schlichten Titel "Lebensmittel" präsentiert das Museum Morsbroich in Leverkusen ab dem 4. März eine Ausstellung mit Aufnahmen des Fotografen Michael Schmidt. Die Bilder über Produktion, Verarbeitung, Konfektionierung und Präsentation von Lebensmitteln entstanden nach Angaben von Museumsdirektor Markus Heinzelmann in den Jahren 2006 bis 2010 auf dem europäischen Kontinent. Zu sehen sind insgesamt 177 Aufnahmen aus dem Alltag der Agrar- und Ernährungswirtschaft.
Schmidt bildete Feldarbeiter, Zuchtbetriebe, Fischfarmen, Großbäckereien, abgepackte Wurstwaren und von der Lebensmittelindustrie zugerichtete Landschaften ab. Betrachter der Bilder können nicht erkennen, ob sich etwa ein Schlachtbetrieb in England, Spanien oder Frankreich befindet oder eine Apfelwaschanlage in Italien oder Deutschland steht. Der 1945 geborene Fotograf verzichtete auf solche lokalen Bezüge. "Die Zustände, die in den Bildern sichtbar werden, vermitteln das bedrohliche Gefühl von Allgegenwart und Nähe", hieß es in der Ankündigung der bis zum 13. Mai terminierten Schau.
 
Die Ausstellung ist dienstags, mittwochs, freitags und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr, donnerstags von 11 bis 21 Uhr geöffnet.
 
 
Von-der-Heydt-Kunsthalle präsentiert Werke von Cornelius Völker
 
Wuppertal - Die Von-der-Heydt-Kunsthalle im Wuppertaler Stadtteil Barmen zeigt vom 26. Februar an eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Cornelius Völker. Der 1965 in Kronach geborene Völker studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und arbeitet seit etwa 20 Jahren an den Möglichkeiten, die Malerei bieten kann, hieß es in einer Ankündigung der Kunsthalle. Von der riesigen Schokoladentafel zu Teebeuteln, Badeschlappen, Himbeeren und Küchentüchern scheint es für den Künstler keinen Alltagsgegenstand zu geben, den er nicht in ein "Gemälde" verwandeln würde, so die Aussteller weiter.
Die bis zum 27. Mai laufende Ausstellung zeigt auch die große Lust des Künstlers an Farbe. Der oft dicke Auftrag der Ölfarbe versinnbildlicht durch Verwischen, Schlierenbildung und Farbverläufe die Bewegung in seinen Motiven. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Museum Villa Stuck München, dem Wilhelm Hack Museum in Ludwigshafen und dem Mönchehaus Museum in Goslar. Völker lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Düsseldorf. Er ist zudem seit 2005 Professor für Malerei an der Kunstakademie Münster.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Landesmuseum Bonn zeigt "Die Farben des Schattens"
 
Bonn - Das Landesmuseum Bonn präsentiert seit Donnerstag im Rahmen der "Szene Rheinland" Bilder und Zeichnungen des Malers und Grafikers Eckard Alker. Der Titel der bis zum 9. April terminierten Schau lautet "Die Farben des Schattens". Viele der Arbeiten des 1936 in Ratibor geborenen Künstlers entwickeln ihren Gehalt in den Mappenwerken und seriellen Annäherungen an ein Thema, hieß es zum Auftakt. Ausgangspunkt für Alkers szenisch-zeichnerische Darstellungen sei alles Bildmaterial, das die visuelle Realität unseres Alltags bestimmt.
Der Künstler findet das Material beim Lesen von Zeitung und Zeitschriften oder beim Durchforsten der Werbeblätter in Briefkastensendungen. Mit diesen "Fundstücken" beginnt er eine Reise ins eigene Unterbewußtsein, um beim Zeichnen seine eigenen Spuren auf den Bildern zu hinterlassen und damit gleichsam neue Bilder zu schaffen, so die Kuratoren. Diese "Bildersammlung" umfaßt naturhafte Erlebnisse von Landschaft oder Stillleben, oder Abbilder aus den Printmedien, wie Fotodrucke aus Zeitschriften.
 
Die Ausstellung ist dienstags bis freitags sowie sonntags von 11 - 18 Uhr und samstags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
Beltz übernimmt Schweizer Bajazzo-Verlag
 
Weinheim - Die Weinheimer Verlagsgruppe Beltz übernimmt nach eigenen Angaben rückwirkend zum 1. Januar diesen Jahres den Schweizer Bilder- und Kinderbuchverlag Bajazzo mit seinen Rechten und Beständen. Die Gründer von Bajazzo, Ingrid Rösli und Thomas Minssen gehen beide in den Ruhestand, so eine Beltz-Sprecherin. Insgesamt sind seit 1998 in dem Schweizer Verlag 137 Titel erschienen. Zum überaus erfolgreichen Longseller und Kinderlieblingsbuch bei Bajazzo hat sich Martin Baltscheits "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte".
Beltz-Verlegerin und Mitgesellschafterin Marianne Rübelmann freut sich über den Zukauf: "Genau wie wir hat Bajazzo bei der Programmgestaltung großen Wert gelegt auf innovativ und anspruchsvoll erzählte und illustrierte Bilderbücher. Bajazzo paßt hervorragend zu unserem Bilderbuchprogramm bei Beltz & Gelberg," erklärte sie. Die Bajazzo-Autorinnen und Autoren und ihre Bücher finden bei Beltz eine neue Heimat, hieß es weiter. Auch die für das Frühjahr angekündigten Bajazzo-Novitäten werden wie geplant erscheinen.
 

Redaktion: Frank Becker