Bericht aus Berlin

Von der ITB 2012 aktuell ├╝bermittelt

von Theo Reisner

Theo Reisner - Foto © Frank Becker
Bericht aus Berlin
– die ITB 2012
 
Noch bis morgen:
Die Internationale Tourismusbörse,
  7. – 11. März.


Auch die beiden Publikumstage zum Abschluß der ITB verliefen in gewohnten Bahnen. Zum lokalen Wetter am Samstag paßte der Vorschlag, mit Flossen und Taucherbrille ins ICC Berlin zu kommen – dann war der Eintritt gratis, inklusive Begleitperson. Bei Hapag Lloyd in der Halle 25 sollten gefälschte Urlaubfotos zurechgerückt werden und am Hessen-Stand kamen Grimm´sche Märchen zur Aufführung. Tanz-Workshop, Schminken für Kinder sowie ein Surf-Simulator: Alles da und für nächstes Jahr (6.-10.3.2013) schon fest eingeplant.
 
Die Türkei konnte 2011 immerhin 4,8 Millionen Gäste aus Deutschland begrüßen – dieses Jahr sind kulturelle Highlights abseits der Strände angesagt, mit weiteren Steigerungen bei den Übernachtungen wird im zweistelligen Bereich gerechnet. Ob das mit der Kultur im Hinterland zu schaffen ist, bleibt abzuwarten. Die insgesamt starke Dynamik der türkischen Wirtschaft färbt sicherlich auf die Qualität des touristischen Angebotes ab: In wenigen Jahren hat sich das Land von “unter ferner liefen” auf den 17. Platz der weltgrößten Wirtschaftsnationen vorgearbeitet.
Ägypten als offizielles “Partnerland” der ITB hat es mit seiner Kultur um einiges leichter, meint u.a. Studiosus-Inhaber Peter-Mario Kubsch. Wenig hilfreich waren unterschiedliche Aussagen zur aktuellen Sicherheitslage in Ägypten – Politiker der zweiten Ebene hatten einmal keinerlei Bedenken, einen Tag später sehr wohl. Am dritten Tag fügte dann der zuständige Staatssekretär hinzu, daß die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes das Maß aller Dinge seien. Einigkeit herrscht nur bei der Aussage, daß 2012 die Besucherzahlen zurückgehen werden.
 
Apropos zurückgehen: Die aktuellen Beschimpfungen der Deutschen durch griechische Medien haben maßgeblich zum Einbruch der Buchungen von derzeit einem Drittel geführt. Der zuständige Minister Pavlos Yeroulanos bezeichnete die schlechte zwischenstaatliche Stimmung während einer ITB-Pressekonferenz als Polemik einer Minderheit. Die unbestrittene Tatsache, daß die Aufwärtsentwicklung des Tourismus in Griechenland (ohne Bremsklötze) maßgeblich zur Erholung der Staatsfinanzen beitragen müßte, scheint sich aber noch nicht so recht herumgesprochen zu haben.
Jammern auf hohem Niveau müssen derzeit die Vertreter des Marktführers Spanien. 2011 reisten 9 Millionen Deutsche auf spanisches Gebiet, und es wird auch 2012 bei der Nr. 1 bleiben. Jammern (z.B. auf der ITB) muß José Manuel Soria, seit einem halben Jahr Tourismusminister in Spanien. Denn die staatlichen Mittel für den Tourismus wurden für das laufende Jahr um satte 25 Prozent gekürzt. Die Stimmung im Lande mit derzeit 21,5 Prozent Arbeitslosen ist gedämpft. Zur Wirtschaftskrise kommt noch die Tatsache hinzu, daß Probleme in Griechenland sowie in den arabischen Ländern eine Art von überhöhter Statistik-Blase erzeugt haben dürften. Soria räumt auch ein: “Sonne und Strand sind unser wichtigstes Produkt. Doch auf die Dauer ist das zuwenig.” Überfällige Verbesserungen im Bereich Infrastruktur umschreibt der Minister (ziemlich elegant) so: “Wir haben einige reifere Destinationen, die seit 30-40 Jahre das gleiche machen”.
 
Die Lufthansa bietet Freunden der Business Class ab Mai 2012 einen neuen Sitz, “... unter aktiver Beteiligung von 3000 Kunden entwickelt und ein halbes Jahr zwischen Frankfurt und New York eingesetzt”. Er läßt sich in ein völlig waagerechtes, 198 cm langes Bett verwandeln und mittels Luftkissen individuell anpassen. Privatreisende dürfen sich über neue Verbindungen nach Knock in Irland, nach Montpellier, Odessa und Pula freuen. Auf dieser ITB wurde das neue Webportal “Lufthansaholidays.com” freigeschaltet – abgesehen von Flugverbindungen gibt es dort Informationen über 1.000 Urlaubsdestinationen sowie Zugriffe auf 8.000 Vertragshotels.  
 
 

© 2012 Theo Reisner
Redaktion: Frank Becker