An die Ver├Ąchter des Sommers:

Dann haut doch ab!

von Fritz Eckenga

An die Verächter des Sommers:
Dann haut doch ab!

Eiswürfel rutschen den Buckel runter,
schaffen es nicht bis zum Steiß,
verenden am vierten Wirbel von oben
in reißenden Strömen aus Schweiß.

Meere in Unterarmachseln geboren,
bewachsen von haarigem Tang,
trotzen dem biologischen Angriff
des Deo-Dumm-Dumms tagelang.

Nächtliche Laken voll salziger Lake,
zerbröselt im ersten Licht.
Geborsten im Glühen der frühesten Sonne,
verpulvert, als gäb es sie nicht.

Schimmelnde Schwämme in triefendem Turnschuh
Socken wie Klärschlamm der Ruhr.
Tropische Zuflucht der durstigen Mücke.
Wunder perverser Natur.

Stinkende Stöhner des schwitzenden Westens,
flieht doch in irgendein Meer!
Haut ab! Verschwindet! Schwimmt doch nach drüben!
Doch Obacht: Die Elbe ist leer!
 
 
Fritz Eckenga
 

Aus: Fritz Eckenga – „Mit mir im Reimen“
Weitere Informationen:  www.kunstmann.de