Cinderfella

Der gro├če Filmkomiker Jerry Lewis ist gestorben

von Frank Becker

© Paramount
Jerry Lewis ist tot
 
Der König des Slapstick ist gegangen –
eine Ära des burlesken Humors
auf der Leinwand ist vorbei.
 
Der große Komiker und einzigartige Humorist Jerry Lewis (1926-2017), der stets liebenswerte Verlierer auf der Leinwand, ein Menschenfreund und Mahner zur Bescheidenheit, ist gestern gestorben. Er hinterläßt neben seinem Engagement für soziale Projekte ein filmisches Humor-Feuerwerk, das allenfalls mit dem von Jacques Tati zu vergleichen ist. Von vielen als Klamauk-Komödiant und Grimassenschneider weit unterschätzt, hat Jerry Lewis als Schauspieler, Tänzer, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent ein Lebenswerk geschaffen, das seinesgleichen nicht finden wird.

Ein Jahrzehnt lang war er zu Anfang seiner Karriere der unterbewertete Sidekick von Dean Martin in zahlreichen Filmen wie „At War With The Army“, „Pardners“, Jumping Jacks“ oder „The Caddy“, bevor sich ihre Wege trennten und Jerry Lewis eine grandiose Solo-Karriere begann. In „Living it Up“ (1954) zeigte Lewis schon sein tänzerisches Ausnahmetalent, das sich später zu einem Markenzeichen entwickeln sollte. „The Bellboy“, „The Ladies´ Man“, „Who’s Minding the Store?“, „The Patsy“ und „Geisha Boy“ wurden nur einige seiner späteren Erfolgsfilme, oft in Zusammenarbeit mit Regisseur Frank Tashlin. Zwei der genialsten Produktionen seiner Laufbahn waren 1963 die Jekyll/Hyde-Parodie „The Nutty Professor“ (Der verrückte Professor) mit Stella Stevens und der Musik von Les Brown - und 1960 mein Lieblingsfilm „Cinderfella“ (Aschenblödel). Die Kooperation der Giganten Jerry Lewis und Count Basie bei diesem Film führte u.a. zu zwei in der Filmgeschichte unerreichten Szenen, die Sie sich per Klick auf den jeweiligen Link unten  unbedingt ansehen sollten.
Da wäre als erstes das  pantomimische Bigband-Solo von Jerry Lewis zu nennen und dann die hinreißende Ballszene, die Jerry Lewis abermals in Hochform im grandiosen Pas de deux mit Anna Alberghetti zeigt. Aufnahmen von Count Basies All Star Orchestra zählen noch immer zum Besten, was jemals unter der Überschrift „Bigband“ auf Tonträger gebracht wurde. Dazu gehören eben auch die Glanzlichter, die Basie mit seinem Orchester und Jerry Lewis für „Cinderfella“ (1960) eingespielt hat.
Jerry Lewis wird unvergessen bleiben. Ein Platz im Pantheon der Filmkomik ist ihm sicher.


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