Nicht von dieser Erde

Sonic Sci-Fi - The classic themes of Bernard Herrmann and Bebe & Louis Barron

von Frank Becker

© 2010 Chrome Dreams

Nicht von dieser Erde

Der verheerende Zweite Weltkrieg war gerade überstanden, die Menschheit hatte den Alpdruck einer faschistischen Weltherrschaft eben abgeschüttelt - als neue Gefahren zu drohen schienen. Zum einen aus der Sorge vor einer gewaltigen neuen Weltbedrohung geschürt, dem Kommunismus, zum anderen von der populären Science-Fiction-Literatur genährt, die unterbewußte Ängste vor dem Unbekannten befeuerte, wurde die Furcht vor einer Invasion aus dem Weltall für Jahre zu einem Dauer-Thema der Literatur und der Film-Industrie. Am laufenden Band wurden Filmstreifen über Invasionen aus dem All abgedreht, von denen einige wenige bis heute Kult-Charakter haben, ja legendär geworden sind. Jack Arnolds „It Came From Outer Space“, „Schock“ von Val Guest, „This Island Earth“ von Joseph Newman, „Earth vs. Flying Saucers“ von Fred F. Sears, Roger Cormans „Not of this Earth“, und „Invaders From Mars“ von William C. Menzies gehörten zu den oft zur B-Kategorie zählenden Produktionen. Einige Romanvorlagen stellen wir Ihnen ja zur Zeit in unserem Themen-Block
„In die Zukunft geschaut“ vor.

Einige mit Aufwand hergestellte Remakes von Sci-Fi-Kultstreifen haben es Jahrzehnte später sogar wieder in die Kinos geschafft, erinnern wir uns nur an „War of the Worlds“ von Byron Haskins/Steven Spielberg, Don Siegels/Jack Finneys „Invasion of the Body Snatchers“, Irvin S. Yeaworths/Chuck Russells „The Blob“ oder Wolf Rillas beklemmenden Klassiker „The Village of the Damned“ mit der Musik von Ron Goodwin, der 1995 von John Carpenter wieder aufgelegt wurde. Ron Goodwin habe ich eben bereits erwähnt, und wie bei „The Village of the Damned“ spielte auch in anderen SF-Filmen die Musik eine nicht unwesentliche Rolle. Eine gut gemachte Chrome Dreams-Produktion hat zwei Filme herausgepickt und veröffentlicht deren musikalischen Soundtrack in voller Länge: „The Day the Earth Stood Still“ (1951 von Robert Wise mit der Musik von Bernard Herrmann), der 2008 von Scott Derrickson noch einmal auf die Leinwand gebracht wurde und „Forbidden Planet“ (1956 von Fred M. Wilcox mit der Musik von Bebe & Louis Barron). Ein Remake ist geplant.

Wer die alten mit ihren zwischen Lächerlichkeit und Zukunftsvision pendelnden Streifen kennt und mag, wird beim Anhören der puren Film-Musik eine völlig neue und spannende Erfahrung machen: die, eine akustische Story mitzuerleben, die man auch sinfonisch aufführen könnte Vielleicht haben Herrmann und Barron nicht unbedingt in der Liga von Gustav Holst und seinem Zyklus „The Planets“ komponiert, doch kann man eine Verwandtschaft zu dessen 1914-1916 komponierten op. 32 nicht von der Hand weisen. Denn auch die Filmstudios legten Wert auf einen tiefen Eindruck hinterlassenden Sound - Bernard Herrmanns Musik wurde mit großem Aufwand u.a. mit dem für Sci-Fi-Filme später obligatorisch werdenden Theremin aufgenommen, das Klänge produziert, die nicht von dieser Erde zu stammen scheinen, und auch die Barrons setzten elektronische Instrumentarien ein.
Das Album „Sonic Sci-Fi“ enthält als Bonus Herrmanns „Outer Space Suite“, ein Orchesterstück aus 11 Miniaturen, das 1957 vom CBS mit großer Besetzung aufgenommen wurde - ein Leckerbissen.
 
Sonic Sci-Fi
The classic themes of Bernard Herrmann and Bebe & Louis Barron
© 2010 Chrome Dreams (2 CD)

CD 1:
The Day The Earth Stood Still (1951)
Outer Space Suite (1957)
Zeit: 1:00:17
CD 2:
The Forbidden Planet (1958)
Zeit: 48:41
Gesamtzeit: 1:48:58

Weitere Informationen unter: www.chromedreams.co.uk