Nachrichten vom Plattenmarkt

Eine Kolumne

von der Musenblätter-Redaktion

Foto © Frank Becker
Jazz-Nachrichten - kurz und kompakt 2
 
Verehrte Jazzfreunde,
hoch geschätzte Leserinnen,
 
fast täglich gehen in der Musenblätter-Redaktion Einsendungen mit CDs vieler interessanter Plattenlabels und hervorragender Künstler aus dem von uns so sehr geschätzten Genre Jazz aus dem In- und Ausland ein. Daß wir es nicht schaffen können, jede einzelne zu besprechen und Ihnen ausführlich vorzustellen, werden die Einsender und auch Sie sicher verstehen können.
Anstatt die Platten beiseite zu legen haben wir uns dazu entschlossen, damit Sie zumindest ein paar Anregungen aus der Fülle der Neuerscheinungen bekommen, Ihnen in unregelmäßiger Folge und bunter Mischung und ohne Bewertung mit einer kurzgefaßten Liste einige der Alben mit Bild und Label- bzw. Agentur-Text zu präsentieren. Sicher lohnt es sich für Sie, sich das eine oder andere genauer anzuschauen, anzuhören - und vielleicht sind einige der Alben ja auch genau das, was Sie mögen.


 
The Killing Popes – „Ego kill$“
© 2021 Shhpuma / Cleanfeed (CD/LP/digital)
 
Bei dem zweiten Album von Oli Steidles „Killing Popes“ handelt es sich um eine bemerkenswerte und doch logische Weiterentwicklung zum Debüt „Ego Pills“ dieser Formation aus dem Jahr 2019.
Grundlage hierfür sind die ausgefeilten, eigenwilligen und stimmungsgeladenen Kom­positionen von Oliver Steidle und Dan Nicholls, die für dieses Album ihren kreativen Input als Komponisten-Duo gebündelt haben.
Phillip Gropper-sax, Frank Möbus-git, Dan Nicholls-keybords, Phil Donkin-bass und Oliver Steidle-drums bewegen sich in kongenialer Weise durch die 11 Tracks dieses
futuristischen Albums. Der Formation, deren Mitglieder bekanntlich vor allem im Bereich des Jazz sowie der improvisierten Musik beheimatet sind, gelingt die Einbindung verschiedener Elemente aus der elektronischen Musik und deren gezielte improvisatorische Weiter­ent­wicklung. Die verwendeten rhythmischen Strukturen sind oft multidimensional. Die Wahl dieser ist jedoch nie eine Rettung in die Komplexität zum Selbstzweck, sondern viel mehr eine kreative Alteration der bisher bekannten rhythmischen Strukturen zur Verdichtung eines Groovefaktors im Kontext der jeweiligen musikalisch-künstlerischen Aussage.
Mit Jelena Kuljic und Natalie Sandtorv finden sich auf diesem Release zudem zwei
enorm ausdrucksstarke Sängerinnen, die durch ihre Gastbeiträge ihre Positionen als derzeit zwei der spannendsten VokalistInnen bestätigen.
Durch die Unterstützung des Musikfonds wurde obendrein der Rahmen für eine Produktion geschaffen, die dem Zuhörer ein herausragendes Klangerlebnis bietet, egal ob man die Musik als CD, Vinyl oder digitalen Download hört.
Mit Dan Nicholls als visionärem Produzenten haben die Killing Popes ein geradezu ultramodernes Album geschaffen und sind damit „more killing than ever“. 
Informationen: www.sshpuma.com
 
 
Christoph Irniger Trio / Loren Stillman & Guest Nils Wogram - „Open City“
© 2021 Intakt Records
 
Das Christoph lrniger Trio feiert das Melodiöse, ohne je ins Triviale zu verfallen. Die Stücke sind Tondichtungen, die zeigen, daß die eingängige Melodie und eine komplexe Klangwelt einander nicht ausschließen müssen, sondern erst richtig zur Geltung bringen können. Es besticht dabei die sorgfältige Orchestrierung und die Art, wie in seiner Musik die Improvisation die Komposition verdeutlicht. Das Trio vermag Melodie, Arrangement, Improvisation zu einem stimmigen und verführerischen Ganzen zu verbinden. In der derzeitigen Ausgabe hat sich die Band um den amerikanischen Alto Saxophonisten Loren Stillman erweitert – der in seiner jungen Karriere unter anderem bereits ein festes Mitglied in Bands von Paul Motian, Charlie Haden oder Carla Bley war - und präsentiert gemeinsam das Album „Open City“. Das Christoph lrniger Trio besteht seit 2011 mit Raffaele Bossard am Kontrabaß und Ziv Ravitz am Schlagzeug und hat mit „Gowanus Canal“ (2012) und „Octopus“ (2015) zwei exemplarische Alben vorgelegt Man kann dieses Trio mit einem gleichseitigen Dreieck vergleichen, denn Raffaele Bossard, der 1982 in Los Angeles geboren wurde und in Zug aufwuchs, wo er auch studierte, und Ziv Ravitz, der 1976 irn israelischen Be'er Scheva zur Welt kam und derzeit in New York lebt, begegnen Irniger auf Augenhöhe. Sie sind nicht nur eminente Techniker, sondern verstehen sich auch traumwandlerisch sicher aufs Interplay. Mit Loren Stillman (*1980) - und Nils Wogram (*l972) als Gast auf der aktuellen Aufnahme - schafft Christoph Irnigers Trio eine Musik, die Verstand und Leidenschaft vereint, zeitlos und auf der Höhe der Zeit.
Weitere Informationen: www.christophirniger.com - www.intaktrec.ch
 
 
Kalnein / Lopez / Schwarz – „A Night In Vienna 
© 2021 Natango Music
Heinrich von Kalnein (Soprano-, Alto-, Tenor- & Baritone Saxophones) - Gina Schwarz (Acoustic Bass) - Ramón López (Drums, Tabla) 
 
Die drei erfahrenen und in Europas Jazzwelt bestens etablierten Künstler beweisen mit  ihrer neuen Formation, daß die größte Qualität im Jazz immer noch die Unmittelbarkeit des  Augenblicks ist - ohne Netz und doppelten Boden! Organische melodische und  rhythmische Strukturen, Überraschungen und die Bereitschaft in jedem Moment dem  musikalischen Beitrag des anderen zu folgen und in seine eigene Gestalt einzubauen - so  etwas geht oder geht eben nicht.  In diesem Fall geht es bemerkenswert gut! Vielleicht, weil alle drei über zum Teil  jahrzehntelange improvisatorische und kompositorische Erfahrung besitzen; vielleicht,  weil sich alle drei als „intuitive Persönlichkeiten“ bezeichnen; vielleicht, weil in diesem  Fall eine große Sympathie und Empathie der drei Beteiligten konstatiert werden kann.  (John Heitzmann)  „Der Musik zugrunde liegt der Mitschnitt eines Streaming-Konzertes, das wir im Rahmen meines  dreitägigen Porträts im Wiener Porgy & Bess Jazz & Music Club Anfang Januar dieses Jahres  gaben. Es war eine auf Grund des zu dieser Zeit immer noch aufrechten Lockdowns besondere  und herausfordernde Situation; und es war unser erstes Konzert in dieser Besetzung! Nach dem  Konzert spürten wir alle drei, daß wir etwas Besonderes geschaffen hatten, was sich beim  Abhören der Aufnahmen dann auch bestätigte.  Schnell und intuitiv ließen wir uns an diesem Abend auf die unterschiedlichsten musikalischen  Stimmungen und Situationen ein und entwickelten dabei eine Dynamik, die bisweilen weit über  die eines Trios hinausreicht. In gewisser Weise folgte ein Stück dem anderen, mit innerer  musikalischer Logik und im Wissen um das bisher gespielte, weshalb auch auf der CD die  Reihenfolge dieselbe blieb.    
Weitere Informationen: www.natangomusic.com  -  www.galileomusic.de   
 
 
Jazzbaby! (Stefanie Boltz & Christian Wegscheider) – „A Tamed Tiger´s Roar“
© 2021 enja Records Werner Aichinger(CD) Stefanie Boltz (voc) – Christian Wegscheider (p, acc) u.a.
 
Jazzbaby! steht für einen frischen, ungewöhnlichen Ansatz von Songwriting.
Ideologie-befreit changierend zwischen Blues, Kammermusik und Song oder Chanson – mit Jazz als großer Klammer. Bei dieser Musik kann jederzeit alles passieren.
JAZZBABY! ist Stefanie Boltz und Christian Wegscheider. Ihre Musik wird ausgehend von Stimme und Klavier von einem Musikerkollektiv aus Deutschland und Österreich realisiert und ist eine Plattform für ‚mutige Musik’. Mut nicht nur für musikalisch Ungewöhnliches, sondern auch Mut zu viel Gefühl, Ausbruch und Eskapade.
„Jazzbaby geht bluesig an die afro-amerikanischen Wurzeln des Jazz, läßt ihn aber auch nach Chanson und Art Pop klingen. Eine poetische und groovende Kammermusik, die durch die feine Artikulation und Stimmführung besonders erzählerisch wirkt“ Bayerischer Rundfunk
Jazzbaby! entwickelt Kompositionen, die sich nicht stringenten Songwriting-Konventionen und Arrangement-Dogmen verpflichten, sondern lieber ausbrechen und einer intuitiven Stimmung folgen.
Boltz und Wegscheider schrieben im Spannungsfeld von Lockdown und Pandemie Songmaterial und entwickeln es – zunächst noch über die österreichisch-deutsche Grenzschließung hinweg – zu einem neuen Konzertprogramm. Ab Spätsommer 2021 veröffentlichen sie ihr Debüt-Album „A Tamed Tigers Roar“ bei Enja Records und präsentieren dieses auf einer umfangreichen Tour.
„Himmlisch! Kluge, aber alles andere als verkopfte Songs …, die direkt auf Herz und Gemüt zielten.“ Süddeutsche Zeitung
Weitere Informationen: https://jazzbaby.de/  -  www.enjkarecords.com
 
 
Geoff Berner – „Grand Hotel Cosmopolis“
© 2019 COAX Europa (CD)
Geoff Berner * vocals, accordion - Diona Davies * violin, vocals - Brigitte „Briga“ Dajczer * violin, vocals - Wayne Adams * drums, percussion - Keith Rose * bass Josh “Socalled” Dolgin * piano - Giselle Webber * vocals on 3 - Michael Winograd * clarinet - Eli Camilo * trombone - Eleonore Weill * hurdy gurdy - Paul Rigby * guitar - Carolyn Mark * vocals on 7
 
„Ich will originelle Klezmermusik machen – betrunken, dreckig, politisch und leidenschaftlich! Als Jude osteuropäischer Abstammung sehe ich es als meine Pflicht, diese Musik lebendig zu machen, und sie nicht hinter Glas aufzubewahren, wie in einem Museum.“, so Geoff Berner. (…) Zu Recht wird Geoff Berner als Begründer des Klezmer-Punks gefeiert, der die traditionelle Volksmusik osteuropäischer Juden mit der aggressiven Energie des Punks kongenial verbindet und die Verachtung jeglicher allglatten Perfektion zur eigenständigen Kunstform veredelt. Intelligente Texte, leidenschaftliche Musik, politische Themen – Geoff Berner mischt sich ein! In ganz Kanada, Europa und Amerika hat er einen begeisterten, stetig wachsenden Fankreis. Menschen, die einmal „berner-infiziert“ immer wiederkommen zu seinen Shows. 2015 sorgte sein letztes Studioalbum „We Are Going to Bremen“ für Furore und schaffte es unter anderem auf die Jahresbestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Nun kehrt der „Whiskey Rabbi“ zurück – im Gepäck ein neues Album voll brandaktueller linker jüdischer Musik für unsere gefährliche Zeit… Der Titel: „Grand Hotel Cosmopolis“ Sowohl das Album als auch der Titelsong sind vom real existierenden „Grand Hotel Cosmopolis“ in Augsburg inspiriert – ein ganz besonderer Ort, der weltweit seinesgleichen sucht. Mit Fug und Recht nennt es sich ein „gesellschaftliches Gesamtkunstwerk, eine soziale Plastik im Herzen Augsburgs“. Grand Hotel Cosmopolis ist einer der zehn Songs auf dem gleichnamigen Album – und hinter jedem dieser zehn Songs steht eine Geschichte, eine Intention. So gibt es eine alte antifaschistische jüdische Hymne aus dem Zweiten Weltkrieg, ein Lied über die Sehnsucht nach der aufgegebenen Heimatstadt oder die Geschichte über einen tanzenden Bären, um nur einige zu nennen. Die Hintergründe hier aufzuzeigen würde den Rahmen dieses Textes bei weitem sprengen – doch Geoff Berner macht in den Linernotes des Albums all die hochspannenden Bezüge und Geschichten seiner Songs (sowie alle Songtexte) verfügbar. Nicht umsonst genießt er auch als Prosa-Autor (u.a. „Festival Man“) und politischer Aktivist einen bemerkenswerten Ruf.
Weitere Informationen: http://butmo.com
 
 
Ensemble Sonopsie / Ars Vocalis – „Apfel und Amsel“
© 2018 JazzSick Records
Soprano (Agnes Lipka) – Komposition (Patrick Otto) – Gedichte (Jürgen Nendza)
 
Der Apfel und die Amsel, die der Dichter Jürgen Nendza in einem achtteiligen Zyklus zu filigran komponierten Existenz-Gedichten verknüpft, gehören zu den Ursprungsmythen der Literatur. In der biblischen Erzählung der Genesis firmiert der Apfel zum Beispiel als paradiesisches Motiv und als verbotene Frucht. Der Liebesapfel kann aber auch zum Zankapfel mutieren, die Sinnlichkeit der Frucht die Abweichung vom moralischen Gesetz einschließen. Auch der Amsel werden in Poesie und Mythos magische Kräfte zugeschrieben. Die Amsel fungiert dabei als Türöffner für einen anderen Zustand, für ein geistiges Kraftfeld, in dem das Subjekt die Erweiterung seines Bewusstseins erlebt. All diese mythischen Zeichen und zentralen Elemente eines erweiterten Bewusstseins fließen in Jürgen Nendzas Gedichtzyklus „Apfel und Amsel“ zusammen. Der Zyklus ist im Raum des Übergangs zwischen Schlafen und Erwachen angesiedelt, in einer fluiden Sphäre, da die Grenzen zwischen Traum und Realität noch nicht fixiert sind. Die acht Gedichte dieses Zyklus liefern eine eigene Schöpfungsgeschichte, die in ihrer poetischen Textur zwischen sinnlicher Konkretion und poetischer Abstraktion oszilliert. Dieses feine lyrische Wechselspiel zwischen Details der Naturgeschichte und poetischer Erinnerung wird zusätzlich aufgeladen durch Anspielungen auf Zeitgeschichtliches und Zitate aus großen Texten der Weltliteratur. Das fünfte Gedicht verweist zum Beispiel auf ein erschütterndes Gedicht der deutsch-jüdischen Lyrikerin Nelly Sachs, das vom Todesweg der europäischen Juden handelt, der „Flüchtlinge aus Rauch“: „Nur diese/ Finger liegen an der Eingangsschwelle strikt/ und wie ein Messer zwischen Leben stramm und/ Tod.“ Im siebten Gedicht des Zyklus bekräftigt Nendza eine Entgrenzungsphantasie des amerikanischen Dichters Wallace Stevens, aus dessen Gedicht „Dreizehn Arten eine Amsel zu betrachten“: „Ich wiederhole: Ein Mann/ und eine Frau und eine Amsel sind eins.“ Apfel und Amsel verbinden sich in Jürgen Nendzas kunstvoll gewebten Gedichten in faszinierender Weise und werden auf neue Art geheimnisvoll.
Weitere Informationen: www.jazzsick.com
 
 
André Nendza – „On Canvas“
© 2021 JazzSick Records (CD)
Angelika Niescier (as) – Matthias Bermann (flh) – Martin Sasse (p) – André Nendza (b) – Niklas Walter (dr)
 
In this new ensemble by bassist André Nendza, 5 renowned musicians from the most diverse forms of jazz play come together. In times when the scene is becoming more and more fragmented, this is a time to cultivate what unites us. And simply make music together.
André Nendza’s new compositions are mostly based on forms and changes of well-known standards and thus form a perfect „common ground“ on which all participants can contribute their individual voices. Contrasts and tensions are desired and are resolved by the fun of rhythmic intensity (read: swing).
Weitere Informationen: www.jazzsick.com

 
York – „The Soul Jazz Experience Vol. 1“
© 2021 Upper Level Records (CD)
 
Musikalisch Anschuss zu finden, war nie ein Problem für den Multi-Instrumentalisten, Komponisten und Produzenten YORK. Jahrelang war er als gefragter Sideman an Saxofon und Flöte live und im Studio für etablierte Szene-Schwergewichte wie Randy Crawford, Phil Collins, Mousse T., Jazzkantine, Bahama Soul Club oder Spice tätig. YORK geht im Jahr 2021 nun mit einem eigenen Longplayer an den Start: „The Soul Jazz Experience Vol. 1“. Mastermind YORK genießt darauf hör- und spürbar seine neuen kreativen Freiheiten, fungiert er doch gleichermaßen als Komponist, Arrangeur, Produzent - wie natürlich auch als ausführender Musiker!
YORKs Musik ist cooler, tanzbarer Jazz mit einer deftigen Prise Vintage-Soul und -Funk. Er zelebriert die „Swinging 60’s“ und befördert die Sounds der von ihm eingesetzen Vintage-Instrumente ins Hier und Jetzt.
Dabei bekommt der Individualist nicht nur Unterstützung von einer Reihe hochkarätiger Gastmusiker an den unterschiedlichsten Instrumenten. Vor allem die Vocal-Features von Pat Appleton (DePhazz), Guida de Palma aus Lissabon und Yane Singh aus London machen „The Soul Experience Vol. 1“ zu einem tollen Erlebnis mit gelungenem „von Dance bis Lounge“ Wohlfühlfaktor!

„I Can’t Get No Satisfaction“ ist ein Titel, zu dem man keine großen Worte mehr verlieren muss – oder doch? Eine jazzy-groovy Version mit Latino-Touch hat man von diesem Klassiker zumindest noch nicht gehört. Auch „The Day in Brazil“ atmet südamerikanisches Flair, ist der Titel doch inspiriert von Tournee-Erinnerungen mit dem Bahama Soul Club in Brasilien. Wesentlich jazziger geht YORK auf „Can You Feel The Heat“ zu Werke, denn er huldigt den großen Wegbereitern des Jazz – allen voran natürlich Miles Davis! Als Saxofonist musste der Hannoveraner aber auch seinen Idolen Charlie Parker und Paul Desmond ein Denkmal setzen – mit „CP & PD“ war daher schnell ein treffender Songtitel gefunden. Auf „Flamingo Girl“ brilliert YORKS langjährige Mitmusikerin Pat Appleton auf ihre einmalige Art und Weise, und zu „E Nobi Do“ möchte man am liebsten einen leckeren Cocktail an der Strandbar bei Sonnenuntergang genießen. „BSC Tribute“ wiederum ist dem Bahama Soul Club gewidmet – der in diesem Song „recycelte“ Basslauf hat YORK jahrelang weltweit auf diversen Bühnen begleitet. „Too Much Tension“ ist lange nicht so stressig, wie der Titel suggeriert, sondern kommt locker groovend daher, ehe es auf „Walz With Me“ etwas ruhiger wird. „With A Bit Kurkuma“ schließlich bietet einen wunderbaren Querschnitt durch alle Parameter, die „The Soul Jazz Experience Vol. 1“ ausmachen. Der Song wird auch als erste Single-Auskopplung dienen. Avantgardistisch wird es auf „YSL & BB“ – angereichert mit Samples von Yves Saint Laurent und Brigitte Bardot, und „Move & Groove“ bildet mit seinem coolen 60er-Jahre-Filmmusikflair einen würdigen Abschluss eines bemerkenswerten Albums!
Weitere Informationen: https://upperlevelrecords.com/  -  www.yorkmusic.de 
 
 
Dejan Terzic – „Silent Dancer“
© 2021 Cam Jazz (CD)
Dejan Terzic (dr, perc) - Chris Speed (ts) - Bojan Zulfikarpašić (p, rhodes) - Matt Penman (b)

»Silent Dancer« ist das zweite Cam-Jazz-Album des preisgekrönten aus Serbien stammenden Schlagzeugers Dejan Terzić und seiner Band Axiom. Wie schon auf dem Vorgänger »Prometheus« (2016) mischt Terzić amerikanischen Jazz mit europäischen folkloristischen Formen und modernen Klängen und erzeugt so einen Sound, der sich dem einfachen Vergleich entzieht.

Im Ensemble mit dem Saxofonisten Chris Speed, dem Pianisten Bojan Zulfikarpašić (Bojan Z) und dem Bassisten Matt Penman entsteht Terzićs unverwechselbarer Klang, den das Fachmagazin Jazzthetik einmal so beschrieb: »Seine musikalische Vision weist in die Zukunft und ist ein beeindruckendes Beispiel für das Entwicklungspotential des europäischen Jazz.«
Weitere Informationen: www.camjazz.com
 
 
Lynne Arriale – „Chimes Of Freedom“
© 2019 Challenge Records
Chimes of Freedom, das 15. Album von Lynne Arriale als Leader, wurde in Belgien aufgenommen und von Challenge Records International veröffentlicht. Lynne wird von renommierten Musikern begleitet, dem niederländischen Bassisten / Co-Produzenten Jasper Somsen, dem Schlagzeuger E. J. Strickland und dem Gastsänger K. J. Denhert.

In Chimes, ihrem bisher leidenschaftlichsten künstlerischen Statement, reflektiert Lynne über Freiheit, kulturelle Vielfalt und ihren Wunsch, dass alle Vertriebenen in einen sicheren Hafen unter den demokratischen Nationen der Welt gelangen können. Diese bemerkenswerte Sammlung enthält sieben von Lynne's originalen, sehr persönlichen Werken. Das spirituelle Sometimes I Feel Like a Motherless Child, zusammen mit Lynne's beschwörender Journey, The Dreamers, 3 Million Steps, Hope, The Whole Truth und Lady Liberty weben eine dramatische Erzählung, gekrönt durch die Zusammenarbeit des Trios mit K. J. Denhert, der Bob Dylan's Chimes of Freedom und Paul Simon's American Tune singt.
Chimes ist ein würdiger und zeitgemäßer Nachfolger von Lynne's von der Kritik gefeiertem Give Us These Days; eine thematisch verwandte Suite, die die vergängliche Natur der menschlichen Existenz reflektiert. Lynne ist in der gesamten Jazzwelt für die Klarheit, Ehrlichkeit und Lyrik ihrer melodischen Linien, ihre virtuose Technik und ihr Genie für die Schaffung einer synergistischen Umgebung um das Trio herum bekannt. Der Klang des Trios ist mehr als die Summe seiner Teile. Lynne's Alben haben die US Jazzweek Radio Charts immer wieder angeführt und sind auf zahlreichen »Best Of« Listen erschienen, darunter der New Yorker, United Press International, JAZZIZ, JazzTimes und Jazz History Online.
Lynne Arriale wurde immer wieder als »singuläre Stimme« als Pianistin, Leaderin, Komponistin und Arrangeurin gelobt. Mit verblüffender Klarheit, Zielstrebigkeit und emotionaler Kraft erklingt diese Stimme nun mit Chimes of Freedom.  
Weitere Informationen: www.challengerecords.com