Die B├Ąckerblume

Jeder kennt sie - doch kaum einer ihre Geschichte

von Frank Becker

© B&L Medien
Die „Bäckerblume“ –
Nur eines von vielen Produkten
der Hildener B & L MedienGesellschaft

Bäckerblume und Lukullus –
eine über 55-jährige Erfolgsgeschichte
 

Hilden. Als 1952 Trude Zaeck van Heel und ihr Ehemann, der Verleger Bernhard Zaeck in Erkrath den Lukullus-Verlag gründeten, wurde der Grundstein für ein Verlags-Programm gelegt, das bis heute in seiner Art im deutschsprachigen Raum einzigartig ist. Eine in mittlerweile mehr als 55 Jahren ungebrochene Erfolgsgeschichte hat sich zur Legende entwickelt und ein auf den ersten Blick unscheinbar wirkendes und oft voreilig belächeltes 16-seitiges Unterhaltungs- und Informationsblättchen zum journalistischen Dauerbrenner mit Kultstatus gemacht.
 
Das nimmt die kluge Hausfrau mit

Anfangs zwölf Mitarbeiter gestalteten, was Generationen von Hausfrauen und ihre Familien durch den Alltag begleiten sollte und bis heute in aller Munde ist: die Kundenzeitschriften „Bäckerblume“ (in

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Österreich: Bäckerstolz) und „Lukullus“. Wer kennt sie nicht von den Ladentheken als kostenlose Beigabe des freundlichen Einzelhändlers und wer hat sie nicht früher im Einkaufsnetz nach Hause getragen. Seit gut 55 Jahren wöchentlich neu unterhalten diese beiden und das „Journal für perfektes Haushalten“ (früher: „Die kluge Hausfrau“) der Lebensmittelkette „Edeka“ ihr Publikum. Nicht mehr alle Geschäfte leisten sich heute diesen Luxus zugunsten ihrer Kunden, denn der Händler muß die Hefte natürlich beim Verlag kaufen. Doch immer noch rund 7.000 Bäcker und Fleischer in Deutschland und Österreich tun es.
 
Beim Umzug in die Hildener Beethovenstraße im Jahr 1961 arbeiteten bereits 40 Angestellte für den Verlag  und zur wirtschaftlichen Blüte sogar 60 „Feste“. Nach einem weiteren Umzug 1993 in das Industriegebiet Max-Vollmer-Straße und der Auslagerung der Redaktion nach Stockelsdorf  2003 – „Ein schmerzlicher Schnitt“, so Geschäftsführer Hans-Jürgen Mantz im Jahr 2004 -  hat sich der Personalbestand des Hildener Muster-Unternehmens auf 50 feste und rund 30 freie Mitarbeiter (Stand 2007) eingependelt. Neue Zahlen liegen den Musenblättern derzeit nicht vor.
Wer das Augenmerk nun nur auf die drei populären Kundenzeitschriften richtet, sieht trotzt deren hoher Auflagenziffern nur einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt. Denn die durch Gründung von Tochtergesellschaften, Beteiligungen und Übernahmen vorgenommene Ausweitung in den Fachzeitschriften-Bereich hat die Verlagsgruppe „B&L MedienGesellschaft mbh & Co. KG“ mit Standort in Hilden zu einem führenden Fachverlag von anerkannter Branchenkompetenz im Nahrungsmittelsektor gemacht.
 
Erfolgsgaranten

Doch wenden wir den Blick zurück zu den Erfolgsgaranten. Allein die „Bäckerblume“ mit einer Auflage

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von 130.000, der „Lukullus“ mit 340.000 und das „Journal“ mit 22.000 (Zahlen nicht aktuell) erreichen bei einer angenommenen Zahl von nur zwei Lesern pro Heft wöchentlich fast 1.000.000 Menschen.
„Wir machen unsere Zeitschriften für unsere Kunden und nicht aus dem hohlen Bauch“, kommentierte seinerzeit Hans-Jürgen Mantz die Anpassung  an den gesellschaftlichen Wandel und an veränderte Leseerwartungen. Das erkennt man heute am seit damals intensiv reformierten Verlagsprogramm. Die drei hefte und ihre drei Säulen sind aber unverzichtbar geblieben: Kreuzworträtsel, Fortsetzungsroman, Horoskop. 

Drei Säulen

Schauen wir in die aktuellen Hefte: da finden sich neben Schlemmertips und Rezepten für Menüs auch immer wieder Betrachtungen zu Festtagsbräuchen und der Geschichte der etablierten Feste, Reisetips und Literatur-Hinweise. Die drei Säulen stehen weiterhin unverrückbar: neben den Horoskopen die Kreuzworträtsel mit Preisausschreiben und Gewinnspielen. Auch die Leser kommen zu Wort. Die Redaktion der drei Kundenzeitschriften bekommt wöchentlich Tausende von Zuschriften, ganz abgesehen von der großen Resonanz auf die Preisausschreiben. Ein wenig sind die Blätter nämlich auch ein „Kummerkasten der Nation“. Das dürfte sich seit 2007 auch unter der neuen Geschäftsführung nicht geändert haben. Also – beim nächsten Einkauf mal darauf achten.