Gegen den st├Ądtischen Dalles

Eine Fundsache

von Frank Becker

© Archiv Musenblätter

Eine große nordrhein-westfälische Stadt, idyllisch zwischen bewaldeten Anhöhen in einem engen Tal gelegen (Namen wollen wir nicht nennen), hat wie so viele andere Großstädte kein Geld mehr, ihre pro Kopf-Verschuldung geht ins astronomische. Wo ist es hin, das schöne Geld, das durch allerlei Steuern und Gebühren, die den Bürgern abgefordert werden, und durch im Akkord arbeitende Politessen eigentlich im Säckel klingeln müßte? Ein Wirtschaftsunternehmen würde unter solchen Bedingungen gezwungen, seine Pleite anzumelden, die Mißwirtschaft zuzugeben und die Schuldigen zu benennen. Was tut man stattdessen? Man beschließt kummervoll (wer´s glaubt...), den schönen Musentempel, ein Baudenkmal von hohem Wert zu schließen, denn Kultur darf kein Geld kosten. Das gibt man lieber für unnötige Neupflasterungen einer Fußgängerzone aus. Und man stellt im milden Herbst nach einem frostfreien Sommer listig Tempo-30-Schilder auf: "Frostaufbrüche". Merken sie was? Genau: dort lauert man dann mit einem städtischen Radarapparat Autofahrern auf.
Hallo, Herr Kämmerer, Herr Oberbürgermeister! Ich wüßte da was für Sie! Damit hat man in einer ähnlichen Stadtgemeinde schon einmal die Kurve gekriegt. Zwar hatten dann viele fleißige Bürger den Dalles, die Stadt aber war saniert.