Drei Jazz-Klassiker aus den 50ern
Wer jetzt nicht zugreift, verpaßt die beste Chance, die Lücken in seinem Plattenregal mit einigen essentiellen Aufnahmen der 1950er US-Jazz-Szene aufzufüllen. Phoenix wartet erneut mit einigen brandneuen Re-Issues auf, von denen wir Ihnen hier drei vorstellen möchten. Und wieder einmal bekommt man, weil mehr drin ist, mehr als draufsteht, denn für die im alten Gewand mit den klassischen LP-Covern daherkommenden Alben haben die Herausgeber entweder ein komplettes zweites Album mit auf die CD gebrannt oder sogar bis zu drei Alben zu einem "Complete" zusammengefaßt.
Das kommt mittlerweile bei Jazzfreunden auch wegen der guten Qualität der Wiederveröffentlichungen gut an, die sich vor den Originalen nicht zu verstecken brauchen. Wie Phoenix das macht, zumal bei den unerreicht günstigen Preisen, wollen wir das Geschäftsgeheimnis des rührigen Labels sein lassen - wir stürzen uns auf die Musik und schwelgen. Ein erstes Bonbon sind die kompletten Aufnahmen, die Duke Ellington 1957 in New York mit verschiedenen Besetzungen seines Orchesters für das Album "Indigo" gemacht hat. Neun Titel wurden schließlich die Auswahl, die auf die Columbia- LP gepreßt wurden. Die erste CD-Reprise hatte immerhin schon 11 Takes. Doch insgesamt 19 Takes, darunter Alternativ-Versionen und nicht aufs Album übernommene Stücke breitet "The Complete Ellington Indigos" von Phoenix hier vor uns aus, eine Spielwiese fürs Ohr und eine Bereicherung für den Plattenschrank. Mit von der Partie sind u.a. Clark Terry (tp), Jimmy Hamilton (ts), Johnny Hodges (as), Paul Gonsalves (ts), Ray Nance (tp), Jimmy Woode (b) und natürlich der Duke am Klavier. Die Titel, darunter "Mood Indigo", "Night And Day", "Solitude", "Tnderly", "Willow Weep For Me", "Autumn Leaves" und "Prelude To A Kiss" sind Legende. Ein zehnseitiges Booklet enthält einige erstklssige Fotos und die Original-Liner-Notes von Irving Townsend zu "Indigo". Nicht weniger üppig ist die Neuauflage von Cannonball Adderleys 1958er Album "Somethin´ Else" ausgestattet, auf dem zusätzlich zu den sechs Titeln des Blue Note Originals die vollständige LP Schlank ist weder Jimmy Rushing, noch ist es das Album mit allen New Yorker Blues-Aufnahmen seiner Schallplatten "Goin´ To Chicago" und "Listen To The Blues" aus den Jahren 1954 und 1955, in denen noch die Ursprünge des Stride anklingen - plus einem 1957 aufgenommenen Bonus-Titel mit Marlowe Morris an der Orgel. Das macht satte 79:30 Chicago-Blues mit u.a. Buddy Tate (ts), Sammy Price (p), Walter Page (b), Jo Jones (dr) und Titeln wie "Boogie Woogie", "Goin´ To Chicago", "See See Rider", "Everyday I Have The Blues" und "Rock And Roll" Das schmale Booklet enthält dennoch umfangreiche und wichtige Informationen. Weitere Informationen unter: www.in-akustik.com |