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Lob der Faulheit

In Friedrich Schlegels „Lucinde“ gefunden

von Johannes Vesper
Lob der Faulheit
Friedrich Schlegel 1801 - Franz Gareis fec.
Lob der Faulheit
 
In Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“ aus dem Jahr 1799 heißt es: 

„….so sollte man leben. Hier haben wir ein Kind, nackt und von der Konvention ungehemmt… Es buckelt vor keiner Autorität. Es glaubt an keine konventionsgerechte Anleitung für sein Leben, und vor allem ist es faul. Es hat nichts zu tun. Faulheit ist der letzte Funke, der uns noch von göttlichen Paradies geblieben ist, aus dem die Menschheit einst vertrieben wurde. Freiheit, das Vermögen, seine Beine in die Luft zu werfen, all das zu tun und zu lassen, was man will, dies ist das letzte Privileg, das uns in dieser fürchterlichen Welt bleibt, in dieser schrecklichen Tretmühle der Kausalität, in der die Natur uns mit entsetzlicher Grausamkeit zu Leib rückt.“