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Sommerfest mit Stauden

bei der ältesten Staudengärtnerei Deutschlands auf Ronsdorfs Höhen

von Johannes Vesper
Sommerfest mit Stauden 
Staudengärtnerei Arends/Maubach - Foto © Johannes Vesper


Sommerfest mit Stauden

... bei der ältesten Staudengärtnerei Deutschlands auf Ronsdorfs Höhen
 
Seit 1888 - da hat der junge Georg Arends (1863-1951) seine Gärtnerei gegründet - ist in Ronsdorf die Gartenkunst zu Hause. 2010 hat das Wuppertaler Von der Heydt-Museum dazu sogar eine Ausstellung veranstaltet: Natur wird Kunst - Georg Arends. Der schöne Katalog von damals bietet viele Informationen. Seit vielen Jahrzehnten kommen Gartenliebhaber aus Nah und Fern mit Fragen zur Gartengestaltung nach Ronsdorf, um das eigene Gartenparadies mit in allen Farben blühenden Stauden auszustatten.
 
Trotz bedeckten Wetters war am Wochenende des 29./30. August viel los. Überall im weitläufigen Gelände der Gärtnerei fachsimpelten Gartenfreundinnen und Freunde. Zwischen skulptural beschnittenen Eiben und dem japanischen Blumenhartriegel mit seinen zahllosen herbstlich rot gefärbten, aus der Ferne an Erdbeeren erinnernde Früchten ergaben sich lebhafte Gespräche rund um den Garten. Man kommt hierher, weil man spürt, daß Anja Maubach, die Urenkelin des Gründers und Züchters Georg Arends, vom Garten als Lebensmittelpunkt fasziniert ist und ihr Interesse weit über die nüchterne, betriebswirtschaftliche Führung eines Produktionsbetriebes hinaus geht. Seit 1990 arbeitet und lebt Anja Maubach auf den Ronsdorfer Höhen und will Menschen mit der Natur und den Pflanzen in Verbindung bringen.
 
 Sommerfest mit Stauden
Japanischer Blumenhartriegel - Foto © Johannes Vesper

An diesem Sonntag hielt sie nahezu stündlich Vorträge über den Garten als Leidenschaft, als Ort der Selbstfindung, wo Mensch und Natur zusammen in Eintracht leben. Ihre Gartenphilosophie kann auch in ihrem Buch „Garten ist Leidenschaft“ (BLV 2012) nachgelesen werden. Selbstverständlich werden die Stauden hier traditionell und nachhaltig unter Verzicht auf Torf jedoch unter Verwendung biologischer Stärkungsmittel – nicht zuletzt von Knoblauchextrakten gezogen. Anja Maubach studierte Landschaftsarchitektur in Weihenstephan, arbeitete im Botanischen Garten in Tübingen und bekam wie Urgroßvater Georg den Dreh ihres Lebens während eines einjährigen Aufenthalts in England, wo sie von den wunderbaren Parks und Gärten fasziniert wurde. Ihre Diplomarbeit schrieb sie über „Gardening for ladies“, ein praktisches Gartenbuch aus England von 1834. Beeinflußt von den englischen Gartenkünstlerinnen Gertrude Jekyll (1843-1932) und Vita Sackville-West (1892-1962), vergleicht sie das Bepflanzen und die Gestaltung eines Gartens mit dem Malen eines Bildes und weiß, welche Stauden mit welche Farbe und Struktur Wirkung erzielen.
 
 Sommerfest mit Stauden
Bischofskraut mit Gästen - Foto © Johannes Vesper

Die großblättrige Gunnera z.B. ist Jahr für Jahr ein Hingucker. Die bunten Storchschnäbel blühen ergiebig, ziehen Insekten und Schmetterlinge ebenso an wie Blauraute, Katzenminze und Lavendel. Astilbe arendsii, Aconitum arendsii und Saxifraga arendsii bieten zusätzliche Farben. Rund 1200 verschiedene Stauden werden in Ronsdorf kultiviert. Und tatsächlich stammen insgesamt rund 350 Züchtungen vom Urgroßvater. Mehr als 20 Pflanzen tragen seinen Namen. Die Arends-Hortensien „Preziosa“ blühen prächtig wochenlang. Rodgersien, der orientalische Rauling, bieten große, strukturierte Schaublätter und eigenartige Blüten. Seit 2008 gibt es den Georg Arends Förderkreis, der nicht nur mit seinen gärtnerischen Aktivitäten die historische Staudengärtnerei unterstützt. Seine Schriftenreihe stellt eine Fundgrube für Gartenliebhaber dar.
 
 Sommerfest mit Stauden
 Succulenten - Foto © Johannes Vesper

An diesem Wochenende versorgte er aber die Gäste mit frisch gebackenen Waffeln, Obstkuchen, belegten Broten u.a.. Da wurden Gartenfreundinnen beobachtet, die alleine zwischen Stauden sitzend, sich in eine anscheinend fesselnde Lektüre vertieft hatten. Wer seinen Garten liebt, wird diese Termine des offenen Gartens, die mehrfach pro Jahr stattfinden, immer wieder wahrnehmen.

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Eibenskulptur - Foto © Johannes Vesper