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Hautunreinheiten

(Der wesentliche Blick)

von Erwin Grosche
Hautunreinheiten
 
(Der wesentliche Blick) 

Ich denke oft, wie Grenzbereiche doch den Blick aufs flache Land verstellen. Ich hab´ im Winter links und rechts am Unterarm zwei Dellen, die sich durch Heizungsluft und Staub ganz grob entzündet haben. Sie werden rot, sie werden rauh und brauchen Cremes und Sonnentau und andre Pflegegaben. Ich schaue drauf, die Winterzeit zwingt mich zur Hautbetrachtung, vergeß` dabei normales Leid, normale Körperachtung. Die Augen kommen viel zu kurz, die Ohren und die Nase. Vergiß` mein Herz, vergiß` die Milz, die Leber und die Blase. Ich habe plötzlich Angst vor Siff und  pflege die Hygiene, die beiden Stellen gut im Griff, leb ich für das Extreme. Kommt dann die schöne Sommerzeit mit Sonne satt und stets bereit, verändert sich die Haut total, an diesen Stellen allemal, passen sich an, fügen sich ein: als wären sie für immer rein und haben sich verbessert. Ich dachte nur, die Kümmertour um zwei drei wunde Stellen stur, verwässert oft den Blick aufs Ohr und andre Körperdellen. Wenn man sich sorgt, soll man dabei das Glück nie ganz vergessen, sonst lädt man zwei, drei Gäste ein, und Zwölfe wollen essen. Das große Unglück kann sich gut im kleinen Glück verstecken. Doch kleines Glück braucht Widerhall, sonst kann es nicht anecken. Das muß man erst mal checken.

 

Erwin Grosche