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Morgens auf Matratzen

von Steffen M. Diebold
Morgens auf Matratzen 
Joachim Klinger pinx

Morgens auf Matratzen
 
Die Finger steif, die müden Beine wiegen
zwei Zentner, wenn sie ausgestreckt dort liegen,
als wären sie vor Wochen schon gebrochen,
spürt man nur stumpfen Schmerz in allen Knochen,
 
und ist dabei, den fünften Sinn zu suchen,
und drauf und dran, dem neuen Tag zu fluchen,
den Stichen, die in beide Knie strahlen,
um nicht zu reden von des Rumpfes Qualen,
 
gelähmten Händen, Sand in den Scharnieren,
man sucht sich selbst, und kriecht auf allen vieren
aus seinem Bett, und kann sich nicht mehr bücken,
und spürt den Prolaps tief im Rücken drücken.
 
Es fehlt am Willen nicht und nicht am Wollen,
doch die Gelenke sind schon früh geschwollen,
viel hat das Dasein an Tribut gekostet,                     
nun ist man alt, und die Mechanik rostet.
 
So findet man sich in der blöden Lage,
und leider wieder einen jener Tage,
da matt man liegt, und wie zu Staub zermahlen,
des langen Lebens Zeche zu bezahlen.
 
 
Steffen M. Diebold