Aktuelles aus der Kultur - Thema heute: B├╝hne

Die Kolumne

von Andreas Rehnolt

Foto © Frank Becker

Aktuelles aus der Kultur

Für die Musenblätter zusammengestellt
von Andreas Rehnolt
 
Thema heute: Bühne



Generalintendant des Schauspielhauses Düsseldorf hat Rücktritt erklärt
 
Grund ist nach Angaben der Stadt ein chronisches Burn-Out-Syndrom
 
Düsseldorf - Der seit rund 15 Monaten amtierende Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, Staffan Valdemar Holm, hat am Donnerstag seinen Rücktritt von diesem Amt erklärt. Aus gesundheitlichen Gründen müsse er seine Intendanz mit sofortiger Wirkung niederlegen, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. Bei Holm sei ein chronisches Burn-Out-Syndrom festgestellt worden, das eine unverzügliche ärztliche Behandlung notwendig mache.
Der schwedische Theatermann sieht sich dadurch nicht mehr in der Lage, seine Aufgaben als Generalintendant zu erfüllen. „Ich muß zwingend dem ärztlichen Rat folgen und die Doppelbelastung von Generalintendanz und Regie abgeben. Bereits in der kommenden Woche werde ich mich für einige Wochen in Behandlung begeben.“ Bis zum Ende der Spielzeit 2013/2014 wird Holm dem traditionsreichen Haus am Gustav-Gründgens-Platz als Hausregisseur verbunden bleiben. So wird er auch, wie geplant, die Regie für das Stück „Peer Gynt“ führen, dessen Premiere am 2. März 2013 vorgesehen ist. 
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Neuen Schauspiel Gesellschaft, der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers, erklärte zum Rücktritt von Holm: „Ich habe großen Respekt vor diesem Schritt von Staffan Valdemar Holm, der ihm sicherlich nicht leicht gefallen ist. Ich bedauere, daß es ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, seine Arbeit als Intendant am Düsseldorfer Schauspielhaus fortzuführen.“
Die Kulturministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Ute Schäfer (SPD) sagte: „Ich schätze Staffan Holm und seine Arbeit, mit der er sich international einen Namen gemacht hat, außerordentlich. Daß er seine Intendanz aus gesundheitlichen Gründen nicht fortführen kann, tut mir sehr leid.“ Die Gesellschafter (Stadt und Land NRW) seien sich einig gewesen, daß Holm selbstverständlich die Möglichkeit hat, von der Intendanz zurückzutreten, die Regie aber fortzuführen, so Schäfer.
Die Aufgaben des Generalintendanten übernimmt ab sofort kommissarisch der Geschäftsführende Direktor des Hauses, Manfred Weber. Weber war lange Jahre als Dramaturg und Intendant tätig, bevor er 2001 als künstlerischer Betriebsdirektor an das Düsseldorfer Schauspielhaus wechselte. 2002 wurde er zum Kaufmännischen Geschäftsführer und Geschäftsführendem Direktor berufen.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates wird schnellstmöglich eine außerordentliche Sitzung des Gremiums einberufen.
 
 
Podiumsdiskussion "Don't cry - work!" zur Zukunft der Theater
 
Oberhausen - Unter dem Titel „Don't cry - work!“ findet morgen am Theater Oberhausen eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Theater statt. In vielen Städten sind die Kassen leer. Damit werden mittel- bis langfristig die Gelder für Kultur immer knapper, hieß es am Freitag in der Einladung zur Veranstaltung, die in Kooperation mit der in Berlin erscheinenden Zeitschrift "Theater der Zeit" stattfindet. Die Diskutanten wollen fragen, wie mit dieser Situation sowohl politisch als auch künstlerisch kreativ umzugehen ist.
Teilnehmer des Podiums sind Anja Dirks von der Leitung Internationales Festival Theaterformen Braunschweig/Hannover, Rainer Häusler, Autor des Buches "Deutschland stirbt im Westen" und Kämmerer der Stadt Leverkusen, der Regisseur Schorsch Kamerun, der Intendant des Theaters Senftenberg, Sewan Latchinjan, der Oberhausener Kulturdezernent Apostolos Tsalastras und der Intendant des Oberhausener Theaters, Peter Carp. Beginn der Diskussion ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Warum das allerdings an einer deutschen Bühne
„Don't cry - work!“ heißen muß, anstatt Heul nicht, arbeite lieber!“ ist mir schleierhaft. So wird man das deutsche Theater gewiß nicht retten. Und solange solch dämliche Parolen ausgegeben werden, darf sich kein Theater wundern, wenn ihm die Steuermittel gestrichen werden. Aber die Damen und Herren Intendanten können ja mal versuchen, in England Geld locker zu machen. Viel Glück! (Anmerkung des Redakteurs)

Redaktion: Frank Becker