Der Perlinger-Weg ins Gl├╝ck - Survival of the Doofest

von Sissi Perlinger

© Sissi Perlinger
Survival of the Doofest
 
Dank unserer tollen Politik kriegen heute die sozial Schlechtgestellten die meisten Kinder. Klar, in 'nem trostlosen Plattenbau im 15. Stock hat sich die Frage „Hund oder Kind?“ leicht beantwortet. Die haben keinen Garten, also ein Kind.
Aber in solchen Gegenden werden Menschen nicht artgerecht gehalten. Daß Leute, die an der Armutsgrenze leben, das Kindergeld eher selten in Nachhilfestunden anlegen, sondern mehr in Alkohol und Zigaretten, ist doch wohl klar. Und Kinder machen nun mal ihren Eltern alles nach, auch wenn die noch so sehr versuchen, ihnen Manieren einzuprügeln.
Wir subventionieren in unserem Land also gerade das Prinzip „Survival of the Doofest“. Und die Sozialhilfeempfänger von morgen sollen dann unsere Rentenmisere lösen? Na toll! Wenn Politiker von Beruf Gasleitungen verlegen müßten, wäre die Welt schon langst in die Luft geflogen. Ich hoffe, Sie verstehen mich jetzt nicht falsch! Ich will hier um Gottes willen keine rechte Politik propagieren, im Gegenteil! Ich finde, wir sollten, wenn uns der Nachwuchs ausgeht, lieber die verwaisten Kinder aus den armen Ländern adoptieren und ihnen das zurückgeben, was wir ihnen durch die Kolonialisierung gestohlen haben, nämlich eine faire Chance auf ein glückliches Leben!
 
Ich überlasse die verantwortungsvollste aller Aufgaben (das Kinderkriegen, Anm.) lieber den Frauen, die alles unter einen Hut bringen; Kinder, Küche, ’nen Kerl und ’ne Karriere auf der Überholspur, wie meine Bekannte Ursula; Die hat aber auch eine türkische Putzfrau, ein bosnisches Kindermädchen, eine tschechische Köchin, eine Polin, die für sie ihre Eltern pflegt, und die russische Privatassistentin, Natascha Mopsovskaya, die sich um die Bedürfnisse ihres Mannes kümmert. Tja, so was kann ich mir leider nicht leisten!
 
Kleine Info: Wenn wir diese „modernen Sklavinnen“ nicht hätten, müßten wir deutschen Frauen ganz schnell wieder all diese Arbeiten selbst machen. Also immer großzügig Trinkgeld geben und nett sein zu den Leuten, die uns helfen, so frei zu sein! Wir verdanken es eigentlich nur dem Marshallplan (der sorgte für den industriellen Wiederaufbau), daß wir heute so fein dastehen.  Wenn die Alliierten sich nach dem Zweiten Weltkrieg dazu entschieden hätten, die Pläne des Herrn Morgenthau zu verwirklichen, wäre Deutschland ein reines Agrarland geworden, und wir würden wahrscheinlich genauso gelackmeiert aus der Wasche schauen wie irgendeine Rumänin, die heute versucht, ein Bein auf den Boden zu bekommen. Aber das ist ein anderes Thema. 
 


(Textauszug aus "Auszeit! Der Perlinger-Weg ins Glück"
mit freundlicher Genehmigung des Südwest Verlages)
Weitere Informationen unter: www.sissi-perlinger.de
Redaktion: Frank Becker