Der Himmel ├╝ber Kerry

Erstes Dark Sky Reservat in Irland

von Judith von Rauchhaupt

Foto: Irland Information
 
Der Himmel über Kerry:
Erstes Dark Sky Reservat in Irland
 
Die International Dark-Sky Association hat Südwest-Kerry zum ersten Gold Tier Dark Sky Reserve in Europa ernannt. Die Auszeichnung setzt Maßstäbe für den wachsenden internationalen Astro-Tourismus.
Mit der Auszeichnung zum Dark Sky Reservat der ersten Klasse hat die IDA
(Internationale Gesellschaft zum Schutz des dunklen Nachthimmels) den Himmel über einem 700 Quadratkilometer großen Gebiet auf der Iveragh Peninsula am Ring of Kerry zum schwärzesten und reinsten Europas erklärt. Eine der internationalen Sektionen der IDA, deren Ziel eine geringere Lichtverschmutzung des Firmaments und die Bewahrung der natürlichen Dunkelheit ist, hatte sich vor zwei Jahren auch in der Kerry Dark Sky Group formiert. Weil ihre Mitglieder zwar darum wußten, daß die Lage ihres Landesteils zwischen den Kerry Mountains und dem Atlantik einen natürlichen Schutz vor Lichtverschmutzung beschert, waren sie dennoch besorgt über denkbare Eingriffe etwa durch Überlandbeleuchtungen in diesen friedvollen Kosmos.
Mit einer Kampagne machte sich die Gruppe bei zivilen Einrichtungen, Gemeinden und Bürgern stark und erwirkte mehrere Gesetzeserlasse für den Einsatz von Außenbeleuchtungen mit weniger Abstrahlung himmelwärts. Mit der Auszeichnung als International Gold Tier haben die engagierten Streiter für ihren nachtschwarzen Himmel jetzt eine Führungsrolle in Irland übernommen. Die Vorsitzende der Kerry Dark Sky Gruppe und Projektmanagerin des Reservats, Julie Ormonde, sagte bei der Entgegennahme der Auszeichnung, dies werde andere Regionen Irlands anspornen, ihre eigenen Dark Sky-Regionen zu schützen und einen Astro-Tourismus von internationaler Bedeutung zu fördern.
Besonders Kerry, das am Wild Atlantic Way, der neuen 2.500 Kilometer messenden Touringroute entlang der Westküste liegt, schenkt Nachtwanderern magische Momente von mit bloßem Auge sichtbaren Sterngruppen, Nebeln und Lichtkonstellationen. Die Himmelskörper haben die Menschen in Irland über Jahrtausende in Bann gezogen. Schon vor rund 6.000 Jahren bildeten die neolithischen Bewohner der Iveragh Peninsula Steinmonumente mit Ausrichtung auf Sonnen-, Mond- und Sternzyklen. Die schwarzen Nachthimmel über dem Südwesten gehen aber auch auf leidvolle Zeiten zurück, als in der Mitte des 19. Jahrhunderts während der großen Hungersnot unzählige Landbewohner zur Emigration in die Städte oder in die neue Welt gezwungen waren. So hat die industrielle Erschließung den irischen Westen weitgehend verschont und ihm überirdisch schöne Nachthimmel bewahrt. So soll es nun in vielen Regionen auch bleiben:
 
Mehr Informationen:  www.kerrydarksky.com  - www.ireland.com
Irland Information, Frankfurt, Tel: 069-66 800 950, info.de@tourismireland.com