"Kunst-Performance" mit Sterbendem? - Ekel fa├čt uns an.

Eine Meldung und ein offenes Wort

von Andreas Rehnolt und Frank Becker

www.musenblaetter.de
Stadt Krefeld lehnt "Kunst-Performance" mit Sterbendem ab

Der Mönchengladbacher Künstler Gregor Schneider wollte angeblich mit seinem Projekt die "Schönheit des Todes" zeigen


Krefeld/Mönchengladbach - Die Stadt Krefeld hat am Samstag einer nach Medienberichten vom deutschen Künstler Gregor Schneider geplanten "Kunst-Performance" eine entschiedene Absage erteilt, in der eine Person eines natürlichen Todes stirbt oder kurz zuvor gestorben ist.
Wunschort des Künstlers sollte angeblich das Museum Haus Lange in Krefeld sein. "In unseren Museen wird es eine solche pietätlose Aktion unter gar keinen Umständen geben", erklärte Timo Bauermeister, Pressesprecher der Stadt. Der 39-jährige Schneider hatte gegenüber der Londoner Kunstzeitschrift "The Art Newspaper" erklärt, er suche für ein Kunst-Projekt im Museum Haus Lange einen Menschen, der als Teil der Ausstellung eines natürlichen Todes stirbt oder kurz zuvor gestorben ist.
Nach Medienberichten will Schneider in seinem Projekt mit diesem "Live-Tod" (interssante Wortschöpfung, Anm. der Redaktion) angeblich die "Schönheit des Todes" zeigen. Sollten sich die Verantwortlichen des Krefelder Museums nicht für seine Idee begeistern, könnte die Aktion auch in seinem Studio in Mönchengladbach-Rheydt stattfinden, hieß es in den Berichten weiter. Der Künstler ist schon lange vom Tod fasziniert. 2001 stellte er auf der Biennale in Venedig das "Tote Haus Ur" auf und gewann den Goldenen Löwen. Ebenfalls auf der Biennale wollte er 2005 auf dem Markusplatz einen schwarzen Kubus aufstellen, der die Maße der Kaaba in Mekka hat. Das wurde ihm verwehrt, später konnte das Werk in Hamburg aufgebaut we
rden.

Dazu ein offenes Wort

Soweit die Meldung unseres Korrespondenten Andreas Rehnolt. Erlauben sie ein offenes Wort, liebe Leser, denn einer solchen Geschmacklosigkeit gebührt  postwendend der passende Kommentar. Manchen Unfug sollte man einfach ignorieren, dann erledigt sich der Hirn-Eiter desjenigen, der ihn verzapft hat, vielleicht durch Schweigen. Vergeht sich aber jemand wie besagter Gregor Schneider dermaßen an der Menschenwürde, dem ganz normalen Anstand, dem guten, ja sogar dem schlechtem Geschmack und der Grundachtung vor dem Leben, dann muß er gewärtig sein, auch das entsprechende Echo zu bekommen. Mal abgesehen davon, daß hier sogar Straftatbestände erfüllt sein könnten und sich die Staatsanwaltschaft für den widerlichen Plan interessiert.
Ähnlich einem Gunther von Hagens, der Menschen in Scheibchen schneidet und sie gegen Eintritt dem voyeuristischen Blick "Interessierter" preisgibt, dem perversen Perser Motamedi, der seinen Kot gerne mal per Hand an die Wand schmiert, öffentlich in Kneipen kotzt oder alternativ auf einer Bühne (vergebens) onaniert oder vielleicht der Autorin Charlotte Roche, die glaubt ein Tabu damit zu brechen, daß sie über die Beschaffenheit ihres Afters, über ihre Hämorrhoiden und über ihre Vaginalrasur ein Buch schreibt, gehört auch Herrn Schneider ein klares: Nein! Das brauchen wir so nötig wie einen Kropf. Überlegen sie doch mal, lieber "Künstler", welcher auch nur einigemaßen normale Mensch es wohl als erstrebenswert betrachten kann, den von Ihnen inszenierten Tod eines Menschen als Show oder "Performance" mitzuerleben. Der müßte dann zumindest genauso krank sein wie sie selbst. Na gut, dann hätte man alle Irren beieinander und unter Kontrolle - aber lieber doch nicht. Hoffen wird, daß Gregor Schneider mit seinem behämmerten Vorhaben auch weiterhin scheitert, nicht vielleicht einen Komplizen für seinen beschämenden Plan findet.

Kürzlich haben wir ihnen hier von einem Probeliegen im Grab berichtet, das die Düsseldorfer Diakonie veranstaltet hat und die Sache zur idiotischsten Idee das Jahres erklärt. Diesen Rang darf sie gerne behalten. Da Gregor Schneiders Plan nämlich nicht aus einfacher Dummheit geboren ist wie der der Diakonie, sondern noch viel idiotischer, zugleich aber auch aufgrund seiner Planung und Intention noch um ein vielfaches geschmackloser ist, darf er für sich den Rang des entsetzlichsten "Künstlers" der laufenden Saison reklamieren (wir wissen ja nicht, was für Knallköppe noch kommen). Aber am besten vergessen wir den Burschen jetzt. Im Grunde sind er und sein Plan nicht das Papier wert, auf dem dieser Kommentar geschrieben wurde.