Corona-Ritter und W├╝rstchendrucker

Eine Hilfsaktion von Prof. Peter Gust und seinen Studenten

von Johannes Vesper

Prof. Dr. Ing. Peter Gust - Foto © Karl-Heinz Krauskopf 

Corona-Ritter und Würstchendrucker
 
Ein 3D-Drucker, Zukunftssymbol pur, wurde schon 1983 von Chuck Hull erfunden und 1986 patentiert (Stereolithographie).  Beim Lehrstuhl Konstruktion (Engineering Design) der Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal steht so ein Drucker, Spende eines Wuppertaler Unternehmers. Maschinenbauingenieure nutzen ihn zur Herstellung einzelner Werkstücke und Prototypen.  Was hat das mit Corona zu tun? Schutzmasken zur Vermeidung von Tröpfcheninfektionen fehlen, obwohl sich der Gesundheitsminister seit Wochen um Beschaffung bemüht, sagt er. Hausfrauen und Hausmänner, wenn sie über eine Nähmaschine verfügen, Schneider, Kostümbildner, Unterwäschehersteller nähen neuerdings Nasen-Mundmasken mit oder ohne Design, um dem Mangel abzuhelfen. Selbst ist der Mann, der Maschinen bauen kann,  in coronaren Zeiten. Angesichts des unfaßbaren Mangels an Masken und Visieren zum Schutz vor Corona begaben sich Studenten, Doktoranden, Assistenten und Prof. Dr. Ing. Peter Gust an die Arbeit. Sie konstruierten in ihrer Freizeit aus Laminatmembranen ein Gesichtsvisier, welches, büromäßig gelocht, angesteckt auf einen Kopfreif vor Mund und Nase, alles, was da fliegt und infizieren will, am Landen hindert. Laminatfolie war im Baumarkt zu kaufen und zur Herstellung des Kopfbügels wurde kurzerhand der 3D-Drucker aktiviert, der verflüssigten Kunststoff nach dem Schmelzdruckverfahren durch Düsen auf seine Arbeitsplattform aufbringt. Inzwischen wurden an der Gaußstraße schon mehr als 1000 Corona-Schutzvisiere ehrenamtlich mit Hilfe des „Würstchendruckers“ (so genannt, weil er das Produkt aus Plastiksträngen in Wurstform herstellt) produziert und als Spende oder zum Selbstkostenpreis an Feuerwehr und Rettungsdienste abgegeben. Krisen bieten Chancen!        


Der 3D-Drucker und einige seiner Produkte (rechts die Kopfbügel der Visiere) - Foto © Johannes Vesper