Aktuelles von Philipp van Endert (& Co.)

"Ballads & Chills" - "Humpty┬┤s Amazing Boogie Pencil"

von Frank Becker

        

Philipp van Endert
Ballads & Chills
 
Philipp van Endert (Gitarre)
Kenny Wheeler (Flügelhorn)
Rick Margitza (Saxophon)
Lajos Dudas (Klarinette)
Adrian Mears (Posaune)
Mathias Haus (Vibraphon)
Stephan Meinberg (Flügelhorn)
André Nendza (Kontrabaß)
Christoph Hillmann (Schlagzeug)
Kurt Billker (Schlagzeug)
Christian Lohr (Klavier)
Daniel Day (Bass)
Bill Vint (Saxophon)
Chris Flueck (Schlagzeug)
Martin Gjakonowski (Kontrabaß)
 
Produziert von Andreas Kolinski (akmusique)
 
(P) + © 2008 JazzSick Records
 
Titel:
1. Waltz for Andy
2. Did I ever tell you
3. Mouse
4. Romance
5. Kurt´s song
6. I've got the world on a string
7. Lullaby of Birdland
8. Sweat & sour
9. I only want to be with you
10. Sky And Sea (Blue In Green)
11. Third world man
 
Gesamtzeit:  1:10:40
 
Weitere Informationen unter:
 
Magnolia & van Endert
Humpty’s amazing boogie pencil
 
Magnolia (Anne Hartkamp) – Gesang
Philipp van Endert – Gitarre, Synthesizer
 
Produziert von Andreas Kolinski (akmusique), Anne Hartkamp und Philipp van Endert
 
(P) + © 2007 JazzSick Records

Titel:
1. Open Your Eyes You Can Fly
2. Turnaround
3. Sky And Sea (Blue In Green)
3. Humpty Dumpty
4. Subatomic Blues
5. Nothing To Lose
6. Boogie Stop Shuffle
7. Passion Dance
8. Amazing
9. Inchworm
 
Gesamtzeit:  47:40
 
Weitere Informationen unter:


Klassenschranken

Philipp van Endert mit hochkarätigen Ensembles
- und im Duo mit einer Stimme

Einige neue Alben lagen in den letzten Tagen auf dem Plattenteller, bei zweien aus dem Hause JazzSick Records steht der Name des Gitarristen Philipp van Endert auf dem Umschlag. Oben sehen Sie die Details. Brandneu auf dem Markt ist "Ballads & Chills", das in 70 Minuten einen Querschnitt durch die erfolgreichsten Produktionen van Enderts aus den Jahren 2002-2007 gibt. Die einzelnen Besetzungen zergehen auf der Zunge. Was sie fast durchweg gemeinsam haben, ist ihre Klasse, die man bei einigen Aufnahmen durchaus Weltklasse nennen darf. In der Mehrzahl von van Endert komponiert schenken die elf zusammengestellten Stücke entspanntes Hörvergnügen.
Da ist Kenny Wheeler am Flügelhorn Gast beim Philipp van Endert Trio im Opener "Waltz for Andy" , begleitet von van Endert, dem gefühlvollen Schlagzeuger Kurt Billker und dem 1a-Kontrabassisten André Nendza, in gleicher Besetzung auch in "Mouse". In "Romance" zaubern van Endert und der Vibraphonist Mathias Haus eine völlig entspannte Traumstimmung in den Raum, und in "Kurt´s Song", bei dem Christoph Hillmann im Trio am Schlagzeug sitzt, bilden Rick Margitza (Saxophon), Adrian Maers (Posaune) und Stefan Meinberg (Flügelhorn) eine fast schon ätherische Bläsersektion. Toll. Harold Arlen zu Ehren spielt Gast Lajos Dudas (Klarinette) dessen "I´ve Got the World on a String", diesmal mit Martin Gjakonovski im Trio am Baß.
Bisher unveröffentlicht war "Lullaby of Birdland", ein Klassiker, dessen Rang das Trio Endert/Billker/Nendza - und zugleich den eigenen - hier noch einmal federleicht und deutlich unterstreicht. Zu "Sweat & Sour" können sie in unserer Besprechung von "Khilebor" ⇒hier etwas nachlesen und zu "Sky and Sea" vom Album "Humpty´s Amazing Boogie Pencil" gleich anschließend. Den Abschluß der gelungenen Sammlung machen Philipp van Endert und Alex Gunia im Gitarren-Duo mit "Third World Man" von dem ESC-Sampler "Maestros of Cool - A Tribute to Steely Dan". Fein.

Das zweite hier zu beleuchtende Album zeigt Philipp van Endert an der Seite der Sängerin Anne Hartkamp. Als "Magnolia & van Endert" haben die beiden 2007 ein Projekt gestartet, welches den Klang des Instruments Stimme mit dem der Saiten der Gitarre verschmelzen soll. Standards von Chick Corea, Ornette Coleman, Miles Davis, Cassandra Wilson Henry Mancini, Charles Mingus, McCoy Tyner, Stephen Tyler und Frank Loesser sind der Boden für das zarte Pflänzchen, das nicht durchweg zur Blüte bzw. Reife gelangt. Zu sehr - wie z.B. in den Ornette Coleman-Stücken "Turnaround" und "Humpty Dumpty" und im "Boogie Stop Shuffle" von Charles Mingus - bemüht sich die eigentlich ausgezeichnete Anne Hartkamp, in die Fußstapfen von Ricky Lee Jones zu treten. In McCoy Tyners "Passion Dance" nervt sie nachgerade.
Cassandra Wilsons "Subatomic Blues" geht Anne Hartkamp da wesentlich geschmeidiger von den Stimmbändern, ebenso Stephen Tylers "Amazing". Ein kurzer, pfiffiger Spaß macht den Abschluß: Frank Loessers "Inchworm" dessen Sesamstraßen-Interpretation vor 30 Jahren Maßstäbe setzte.
Philipp van Enderts Spiel soll nicht unerwähnt bleiben. Er hält hier die gleiche Klasse, wie bei seinen übrigen Alben - das Miteinander mit "Magnolia" scheint aber nicht die Substanz seiner bisherigen Arbeit zu haben und erreicht nicht ganz das Klassenziel.