For the Time Beeing

Jan Bierther Trio & Gäste – „Jazz im JuBB“

von Frank Becker

Stimmungsvoller Live-Jazz
 
Das Jan Bierther Trio & Gäste
 
Seit November 2017gibt es in Essen-Werden die monatliche Konzert-Reihe „Jazz im JuBB - Jan Bierther Trio & Gäste“. Der Corona-Situation geschuldet findet im Moment als Ersatz ein Streaming Konzert pro Monat statt. Die Konzerte sind in dem Youtube Kanal „Live im JuBB“ abrufbar. Die Ausfälle der Eintrittsgelder werden durch Werbeanzeigen der lokalen Händler kompensiert. Das funktioniert bisher gut. So ergibt sich eine win-win Situation, in der die Musiker und Veranstalter von Spenden in einem virtuellen Hut o.ä. unabhängig sind.
 
Zum Jahresbeginn 2021 hat das Jan Bierther Trio ein Album mit 10 Stücken und insgesamt 25 Musikern der NRW Jazzszene aus Livemitschnitten zusammengestellt. Die Konzerte wurden im Go Music Studio in Krefeld gemischt und gemastert. Das Ergebnis ist eine gelungene CD mit Stargästen wie Matthias Bergmann (tp), Martin Gerschwitz (keys, voc), Gregor Hilden (g), Peter Baumgärtner (dr), Andreas Heuser (g) und Ryan Carniaux (tp) u.v.a., die die wunderbare Club-Atmosphäre eines Live-Abends spiegelt. Man ist dabei, ein Gefühl, das Musikern ebenso wie Gästen nun schon seit über einem Jahr quälend fehlt. Jan Bierther kennen unsere Leser und Jazzfreunde ja spätestens seit seinem brillanten Album „Guitar Meeting“, das wir hier im vergangenen November vorgestellt haben.
 
Schon der Opener „For the Time Beeing“ Matthias Bergmann an der gestopften Trompete und Jan Bierther ist von intensiver atmosphärischer Dichte, die sich mit Karlos Boes am Tenorsaxophon in John Scofields funkigem „A Go Go“ nahtlos fortsetzt. Und auch hier glänzt Jan Bierther – wie auch in den folgenden Titeln, wenn er nicht den Weg für Gregor Hilden oder Bernd Nestler freigibt oder sich mit Andreas Heuser in dessen stimmungsvollen „Windy City“ im Duo auf Augenhöhe mißt. In David Gilmores „Breathe“ verführt Martin Gerschwitz mit Keys und Stimme zum Flashback in die 70er, und Inez Timmers Timbre geht in „I Cover the Waterfront“ unter die Haut. Erinnerungen kommen auch bei Larry´s Style auf, ein Stück von Wolfgang Roggenkamp, das er sich und seiner Hammond B3 auf den Leib geschrieben hat – 60er Jahre Soul vom Feinsten, mit Peter Baumgärtner am Schlagzeug und wieder Jan Bierther als kongenialem Begleiter. „Fields of Gold“ mit Klaudia Habbelmanns sommerheller Stimme rundet dieses schöne Album, das ich Ihnen sehr empfehle. Es ist ein feiner Ersatz für all das, was wir im Moment nicht bekommen.
 
Mit der Sängerin Dian Pratiwi arbeitet Jan Bierther seit etwa 10 Jahren regelmäßig zusammen. Auch hier hat sich die Gelegenheit für
eine gemeinsame CD ergeben.
 
Jan Bierther Trio & Gäste – „Jazz im JuBB“
© 2020 Makro Musikverlag (CD)
Jan Bierther (g) – Erik Richards (b) – Sebastian Bauer (dr)
+ Matthias Bergmann (tp) – Karlos Boes (ts) – Martin Gerschwitz (keys, voc) – Gregor Hilden (g) – Jane Franklin (voc) – Andreas Heuser (g) – Inez Timmer (voc) - Wolfgang Roggenkamp (org) – Peter Weiss (dr) - Peter Baumgärtner (dr) – Dian Pratiwi (voc) – Ryan Carniaux (tp) – Klaudia Hebbelmann (voc) und viele andere
Titel:
1. For the Time Beeing – 2. A Go Go – 3. Breathe – 4. Listen Here – 5. Moondance – 6. Windy City – 7. I Cover the Waterfront – 8. Larry´s Style – 9. Ain´t No Sunshine – 10. Fields of Gold
Gesamtzeit: 1:08:24
 
Weitere Informationen: http://janbierthertrio.de/