Die berühmten Einfranksätze 2026

(weitere folgen)

von Erwin Grosche

Foto © Bernd Mueller

Die berühmten EinMehrfranksätze 2026

... gibt´s natürlich auch 2026 wieder

 
Mohnkuchentext: Beim Mohnkuchentext muß ich mich unglaublich konzentrieren. Ich habe an dem Text über drei Jahre gearbeitet und über sieben Jahre gebraucht um ihn auswendig zu können. Aber immer noch, wenn zum Beispiel ein Rudel Wölfe die Bühne stürmen würde oder plötzlich der Strom ausfallen würde oder eine Blaskapelle durch den Saal marschieren würde, könnte mich das so ablenken, daß ich mit dem Text durcheinander kommen würde.
 
Rhabarber Rhabarber: Heute war ich in der Gemüseabteilung im Südring. Alles lag sortiert und aufgereiht vor mir und wartete darauf, daß ich mich bediente. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da haben wir unser Obst selbst erlegt. Da gingen wir morgens aus dem Haus und waren froh, wenn wir abends mit einer Handvoll Erdbeeren zurück kamen. „Oh mein Held, oh mein Held“, hat dann die Frau gesagt und geweint vor Glück. Heute ist alles eingepackt. Das muß ich wirklich sagen, wenn ich die eingeschweißten Würstchen sehe, dann kriege ich Claustrophobie, dann weiß ich wieder was Atemnot ist. So möchte ich mich nicht öffentlich präsentieren müssen. Früher war das Obst unbehandelt, da hatten die Weintrauben Kerne. Die streuten wir aus, wenn die Bürgersteige vereist waren, damit die Kinder wieder nach Hause fanden. Da galt der Rhabarber als ungenießbar, den nahm man, um Kinder zu züchtigen, wenn sie Gottes Ideen mißbraucht haben. Auch wenn sie schrien: „Aller Schweiß ist Strafe genug“, züchtigten wir sie mit den Knöterichgewächsen und riefen dabei: „Rhabarber Rhabarber!“, denn Rhabarber ist eigentlich ein Hau-Gemüse.
 
Der Bohrer: Ein Bohrer verschafft einem Macht und Aufmerksamkeit. „Wer war das, der diesen Job haben wollte“, fragt der Chef der Holzfirma - dann halt den Bohrer in die Luft, laß ihn die Welt erschüttern und verschaff dir Aufmerksamkeit. „Wer wollte meine jüngste Tochter heiraten“, fragt der König - dann halt den Bohrer hoch, laß ihn die Welt erschüttern und verschaff dir Aufmerksamkeit. „Wer wollte den Bundeskanzler am offenen Herzen operieren“, fragt der Oberarzt - dann halt den Bohrer hoch, laß ihn die Welt erschüttern und verschaff Dir Aufmerksamkeit. „Der Mann mit dem Bohrer soll vortreten.“
 
Warnung: Für das folgende Kabarettstück wurden keine Tiere gequält oder Insekten geschlagen. Rechnen sie trotzdem mit Opfern die gebracht wurden. Es kommen Sätze vor, die nicht für zarte Gemüter geeignet sind. Vorsicht, das Stück enthält Kraftausdrücke und lädt ein zu unsittlichen Gedanken. Empfindlichen Gemütern wird angeraten sich dabei die Ohren zuzuhalten.
 
Geruch: Alles soll wieder nach dem riechen was es ist. Der Mensch kann nach dem Menschen riechen, der Hund nach dem Hund. Der Wasserbüffel soll nach dem Wasserbüffel riechen und die Blume nach der Blume. Es ist irreführend, wenn der Mensch plötzlich nach der Blume riecht und das Wildschwein nach einem Toaster. Nach dem Rasenmähen riecht es so gut nach dem abgemähten Rasen. Es erstaunt viele, daß Rehe, wenn sie nach Rehen riechen, nicht unbedingt gut riechen. Auch der Mensch riecht nicht immer so, daß wir ihn riechen möchten. Es gibt auch Käsesorten, die nicht gut riechen und trotzdem gut schmecken. Die Mutter einer Freundin, die ihren Geruchssinn verloren hatte, konnte sich noch an den Geruch von Tosca erinnern. Wenn wir Weihrauch riechen, denken wir an Gott. Manches riecht nach gar nichts, hat aber auch seine Aufgabe im Leben gefunden. Ein Beamter zum Beispiel oder ein FDP Politiker.
 

Erwin Grosches Web-Seite: www.erwingrosche.de