AMUDIM - Digitale Bildung gegen Antisemitismus

Hintergründe · Handlungsinstrumente · Strategien

von Andreas Rehnolt/Bec
Digitale Bildung gegen Antisemitismus
 
Hintergründe · Handlungsinstrumente · Strategien
 
Neue Unterrichtsmaterialien in NRW 
gegen Judenhaß und Antisemitismus
 
Das CDU-geführte NRW-Schulministerium hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, damit die Schulen sich besser gegen die diversen Formen von Antisemitismus wehren können. Der Unterstützungsprozeß geht kontinuierlich weiter – und nun kommt eine weitere Initiative hinzu. Mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf stellte Schulministerin Dorothee Feller am Mittwoch neue Unterrichtsmaterialien unter dem Namen „AMUDIM“ vor, die Lehrerinnen und Lehrern helfen sollen, Antisemitismus zu erkennen und entschieden und angemessen darauf zu reagieren. 
Das Kürzel steht für „Antisemitismuskritische Module für Unterrichtende mit Digital-Interaktiven Methoden“. Erarbeitet haben die Module das Ministerium und die von der Jüdischen Gemeinde und dem Ministerium gemeinsam getragene „Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus“ (SABRA).
 
„Antisemitismus nimmt zu in unserer Gesellschaft – das ist erschreckend und absolut inakzeptabel. Da Schulen immer ein Spiegelbild unserer Gesellschaft sind, sehen sich leider auch Lehrerinnen und Lehrer zunehmend mit dieser menschenverachtenden Haltung konfrontiert. Wir helfen ihnen, Antisemitismus zu erkennen und entschieden zu handeln, damit Israel- und Judenhaß an unseren Schulen keine Chance haben", so Ministerin Feller.
„Antisemitismus ist längst Alltag in der Schule, und die Schulen bekommen jetzt mehr Unterstützung im Umgang damit. Mit AMUDIM, einer digitalen und wissenschaftlich fundierten Lernplattform in Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, entwickelt von SABRA und finanziert sowie fachlich eng begleitet vom Ministerium für Schule und Bildung, schaffen wir eine praxisnahe Grundlage für antisemitismuskritische Bildungsarbeit. Unser Ziel ist es, konkrete Handlungskompetenz nachhaltig im Schulkontext zu verankern. Die Plattform verbindet aktuelle Antisemitismusforschung mit konkreten Unterrichtsmaterialien und erprobten Methoden, erklärte der Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Bert Römgens. 
Die AMUDIM-Module, die den Lehrerinnen und Lehrern ab sofort zur Verfügung stehen, behandeln den „Israelbezogenen Antisemitismus“, „Islamischen Antisemitismus“ und „Völkischen Antisemitismus“. Die Lehrkräfte können dazu online Grundlagenmodule und Vertiefungsmodule ansteuern. Sie erhalten Zugang zu Fakten und historischen Hintergründen, müssen Kurzaufgaben lösen, bekommen „Einladungen zur vertiefenden Reflexion“, um Gelerntes fest in ihren Köpfen verankern zu können, und finden Hinweise auf Unterrichtsmaterialien.  
 
Auch welche Codes und Symbole völkischen Antisemitismus verraten, zeigt das AMUDIM-Material. Falls Lehrkräfte beispielsweise auf dem T-Shirt einer Schülerin oder eines Schülers die Zahlenkombination 444 lesen, können sie einordnen, dass diese für „Deutschland den Deutschen!“ steht. Und beim Entdecken der Buchstabenkombination „ZOG“ wird klar: Es ist eine Abkürzung für „Zionist occupied government“ (zionistisch besetzte Regierung) und geht auf den amerikanischen Antisemiten Eric Thompson und seine Behauptungen einer „jüdischen Weltverschwörung“ in den 70er-Jahren zurück.
 
Was ist AMUDIM?
Das hebräische Wort AMUDIM (עמודים) heißt übersetzt ›Grundpfeiler‹ und steht als Akronym für Antisemitismuskritische Module für Unterrichtende mit Digital-Interaktiven Methoden. AMUDIM ist ein Projekt von SABRA, der Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus in Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.
Die digitalen Selbstlernmodule sollen Lehrkräften eine Grundlage bieten, Antisemitismus zu identifizieren und allen Erscheinungsformen kompetent und konsequent entgegenzutreten. Im Fokus stehen dabei vor allem aktuelle Formen von Antisemitismus.
Die digitalen Selbstlernmodule unterstützen Lehrkräfte dabei, allen Formen des Antisemitismus konsequent und kompetent entgegenzutreten.
 
 
Weitere Informationen: www.amudim.de