„Gott plant für mich -
Denn sein Wille geschieht doch“
Der Kinderbuchautor und -zeichner Janosch feiert am 11. März auf Teneriffa seinen 95. Geburtstag
Von Andreas Rehnolt Gefragt, wie er seinen Geburtstag am 11. März auf seiner Lieblingsinsel Teneriffa feiern wird, erklärte der weltberühmte Kinderbuchautor und -zeichner Janosch einmal: „Nichts geplant. Gott plant für mich. Denn sein Wille geschieht doch. Ob ich das will oder nicht will.“ Janosch wird seinen inzwischen 95. Geburtstag vermutlich wieder mit einem Glas Wein in der Hängematte verbringen, umringt von seinen allerbesten Freunden, dem kleinen Tiger und der Tigerente, dem kleinen Bären und Tante Gans, dem Doktor Brausefrosch, Hannes Strohkopp, dem großen, dicken Waldbär und wie sie sonst noch alle heißen.
Die kleine Stadt Troisdorf bei Bonn ist bekannt unter anderem durch ihr schönes Bilderbuchmuseum in den Räumlichkeiten der Burg. Museumsleiterin Pauline Liesen ist stolz darauf, daß Janosch bereits 1999 im Anschluß an eine große Werkschau seine Bilderbuch-Originalillustrationen als Dauerleihgabe an das Museum gegeben hat. 25 Jahre später hat das Bilderbuchmuseum mehr als 2.700 Originale zu Janosch ankaufen können. „Damit sind wir das Museum mit dem größten Janosch-Schatz, zumindest was die Bilder - und Kinderbücher angelangt“, freut sich die Museumschefin im Gespräch.
Janosch ist berühmt für Werke wie „Oh wie schön ist Panama“, „Post für den Tiger“, „Komm wir finden einen Schatz“ oder auch die Abenteuer mit der Tigerente, die Erlebnisse des kleinen „Hannes Strohkopp“, den „Quasselkasper“ aus Wasserburg, „Rasputin, der Vaterbär“ und viele andere zauberhafte und abenteuerliche Figuren und Geschichten Insgesamt schuf er über 150 Bücher, von denen die meisten in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden. Ganz viele Kunstpreise und Auszeichnungen hat er im Verlauf seines langen Künstlerlebens erhalten. Sein unverwechselbarer Illustrationsstil - er schrieb auch etliche Romane und malte Bilder für Erwachsene - verbindet Humor, Weisheit, Symbolik und feine Gesellschaftskritik“, weiß die Düsseldorfer Buchhändlerin Andrea Mehnert zu erzählen.
Für die Museumschefin in Troisdorf steht fest: „Janosch ist nach wie vor ein Begriff für Jung und Alt. Wobei es wohl inzwischen zumeist die Erwachsenen sind, die die Kinder an den Zeichner und Erzähler heranführen. Denn in den Medien und im Merchandising ist Janosch denn doch nicht mehr so präsent, wie in den vielen Jahren zuvor.“ Beliebt ist er nach wie vor. Dafür sorgen natürlich seine Protagonisten, „die einfach zu Herzen gehen“, sagt Pauline Liesen. „Darüber hinaus freut man sich über Geschichten, die oftmals tief empfundene Freundschaft und ein Glück thematisieren, das nicht mit Geld und Macht, sondern mit Zufriedenheit und Bescheidenheit einhergehen“, ergänzt die Janosch-Spezialistin.
Im renommierten Reclam-Verlag erscheinen seit einigen Jahren im typischen Kleinformat auch große Janosch-Werke. Etwa das
Und manchmal erkennt man in solchen Idyllen dann auch Janosch (eigentlich: Horst Eckert) wieder, der 1931 am 11. März vor 95 Jahren im heute polnischen Zabrze (früher Hindenburg) geboren wurde, Der Vater war ein gewalttätiger Alkoholiker, die Mutter eine vermeintlich fromme Frau. Gewalt und Kirche tauchen zumindest in Janoschs Kindergeschichten nicht auf. Hier werden Probleme und Streitigkeiten anders gelöst. Da hört man einander zu, findet Kompromisse und läßt auch den Freund, Nachbarn oder entfernten Bekannten mal Recht haben oder im Spiel gewinnen, weil auch das zur Lebenskunst gehört.
Die Kanaren-Insel Teneriffa ist seit 1980 Janoschs Wahl-Heimat, hier lebt und arbeitet er, sofern er Lust darauf hat. Mit seinem hinreißenden Buch „Oh wie schön ist Panama“ gelang dem Lebenskünstler beim Beltz & Gelberg-Verlag übrigens 1978 sein großer Durchbruch als Kinderbuchautor. 1980 kam der genauso erfolgreiche Band „Post für den Tiger“ in die Buchhandlungen. Beide Bücher erreichten Millionenauflagen. 2010 schließlich erklärte er von seiner Insel aus, er werde keine weiteren Bücher schreiben. Ob er nicht doch noch hin und wieder zu Stift oder Pinsel greift, bleibt vorerst Janoschs Geheimnis und wäre eine andere Geschichte. Zu seinem 80. Geburtstag 2011 hat Janosch immerhin erkannt: „Alter ist die beste und schönste Zeit im ganzen Leben.“
Redaktion: Frank Becker
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