Ein Schmankerl zum 40jährigen Jubiläum des TiC-Theaters
Das Wuppertaler Schauspiel (TaE) und das TiC bringen gemeinsam
Yasmina Rezas „Kunst“ auf die Bühne
Eine unterhaltsame Party für Sponsoren, Freunde und Stamm-Besucher hat das Wuppertaler TiC-Theater zum Jahresanfang bereits gefeiert und als Jubiläumsstück erfolgreich Agatha Christies ewigen Dauerbrenner „Die Mausefalle“ aufgeführt. Für das noch junge Jubeljahr haben sich die Intendanten Ralf Budde und Thomas Braus der befreundeten Theater (TiC) und (TaE) noch ein besonderes Vergnügen gegönnt: eine gemeinsame Inszenierung, die in beiden Häusern aufgeführt werden wird.
Beide Theater verbinden langjährige Gemeinsamkeiten, denn Mitglieder der Wuppertaler Bühnen (jetzt: Theater am Engelsgarten), Thomas Braus eingeschlossen, haben schon im Tic gespielt und wie Hans Richter oder Ingeborg Wolff Regie geführt, und nicht wenige Talente des TiC haben später ihren Weg zu den Wuppertaler Bühnen gefunden. Hier will ich nur die großartige Julia Meier nennen. Thomas Braus: „Wir beobachten mit Interesse die Professionalisierung von Darstellern des TiC unter Ralf Buddes Leitung und haben daraus durch Wechsel in unser Ensemble Gewinn erzielen können. Wir empfinden uns gegenseitig nicht als Konkurrenz“, – was Ralf Budde seinerseits gerne bestätigt. So trifft man auch bei den jeweiligen Premieren die Theaterleiter, zu denen auch der musikalische Leiter des TiC Stefan Hüfner gehört, im befreundeten Haus.
Nach gar nicht mal langer Beratung entschieden die Theater sich für Yasmina Rezas intelligentes Drei-Personen-Stück „Kunst“, ein Kammerspiel um die Freundschaft dreier gegensätzlicher Männer, die von unterschwellig längst gewachsener Entfremdung und gegenseitigen Vorurteilen angenagt ist, als ihr gemeinsames Projekt. Serge, ein arrivierter Dermatologe, introvertiert, kauft bei einem Kunsthändler für 200.000,- € ein monochromes weißes Bild, einen späteren Antrios, 160 auf 120 Zentimeter. An dem Bild entzündet sich in ausgefeilten Mono-, Dia- und Trialogen und ständig wechselnden Allianzen der drei Männer ein Prozeß gegenseitiger Demaskierung bis an die Grenze unerträglicher Bloßstellung, eine Abrechnung. Jeder läßt heraus, was ihm schon lange auf der Seele liegt, ihm den Freund oder dessen Welt mit den Jahren unerträglich gemacht hat.
Im Jahr 2019 bekamen TiC und Bühnen gemeinsam den Preis der Schuler-Stiftung zugesprochen, der Ralf Budde und Thomas Braus im Beisein des damaligen Wuppertaler Oberbürgermeisters Andreas Mucke überreicht wurde, was hier Kreise schließt. Denn Andreas Mucke, vor 39 Jahren als Darsteller ins TiC eingetreten und bis 2011 Mitglied des Ensembles und Thomas Braus wollten schon immer mal gemeinsam auf der Bühne stehen. Das werden sie nun können, denn sie werden zwei der drei Schauspieler in Yasmina Rezas „Kunst“ sein – Person Nr. 3 wird noch bis zur Spielzeit-Präsentation der Bühnen am 29. April geheim gehalten. Andreas Mucke, als profilierter Darsteller bekannt, empfindet es als große Ehre, zu dieser Inszenierung eingeladen worden zu sein.
Nicht geheim ist, daß Ralf Budde die Regie übernehmen wird und die Dramaturgie in den Händen von Braus´ Assistentin Elisabeth Hummerich liegt, die wiederum als Elisabeth Wahle ihre Schauspielkarriere im TiC begonnen hat. Auch der Premierentermin steht schon fest, es ist der 2. Oktober 2026 im Theater am Engelsgarten. Anfang 2027 wechselt dann der Aufführungsort ins TiC-Theater in Cronenberg. Da beide Häuser unterschiedliche räumliche Gegebenheiten haben wird es zwei Bühnenbilder geben.
Beim Pressegespräch gestern wurde fühl- und sichtbar, mit welch ausgemachtem Vergnügen die Beteiligten dieser besonderen Zusammenarbeit entgegensehen. Da schließe ich mich an.
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