Karneval in Rio? Nee, in Aachen.
Wachtmeister kippt als Footballspieler bei einer Feier
im Aachener Justizzentrum einem Gorilla Bier
ins Lüftungsgitter am Gesäß seines Kostüms!
Zu bemerkenswerten Vorkommnissen kam es bei einer Karnevalsfeier am Fettdonnerstag im Justizzentrum Aachen. Die Polizei ermittelt. Ein Anwalt wirft einem Wachtmeister vor, Bier in sein Kostüm geschüttet zu haben. Funktionsträger des Landgerichts hätten die Identität des Täters aber nicht preisgeben wollen. Seine Anzeige zieht nun Ermittlungen des Kriminalkommissariats und Dienstaufsichtsbeschwerden nach sich.
Was geschah? Rechtsanwalt Ramalama Fafafa (Name von der Redaktion substantiell unkenntlich gemacht) war bei der Feier als fast drei Meter großer Gorilla auf der Tanzfläche erschienen. Die Hülle des monumentalen Kostüms war durch einen innen angebrachten Ventilator aufgeblasen, der Insasse konnte durch einen schmalen Sichtschlitz hinaussehen. Ramalama Fafafa galt schon zuvor auch ohne Gorillakostüm im Hause als gesellschaftlich wenig kompatibler Primat. Lirum Larum, (Name von der Redaktion vorsichtshalber auch geändert), ein Begleiter von Ramalama Fafafa, behauptet nun, daß sich bereits nach wenigen Minuten ein als Footballspieler verkleideter Wachtmeister dem Primaten alias Ramalama Fafafa genähert, den Gorilla geschubst und die Kostümbelüftung so abgeklemmt habe, daß die Hülle mehrfach in sich zusammenfiel. Ferner behauptet Lirum Larum, gesehen zu haben, wie der mutmaßliche Wachtmeister ein volles Glas Bier in das Lüftungsgitter geschüttet habe, das im linken Gesäßbereich des im Gorillakostüm befindlichen Ramalama Fafafa verbaut war.
Ramalama Fafafa seinerseits berichtet, daraufhin habe er die Tanzfläche verlassen, denn sein linkes Bein sei vom Bier durchnäßt gewesen und das Gebläse habe gestottert. Zur gleichen Zeit griff Piri Piri Dubbidu, ein als Wikinger kostümierter Neffe des Durchnäßten, (Name selbstverständlich von der Redaktion geändert), ins Geschehen ein und überzog den vermutlich als Footballspieler verkleideten Wachtmeister mit Vorwürfen, woraus sich eine veritable verbale Auseinandersetzung entwickelte.
Als mehrere hinzugetretene Personen versuchten, deeskalierend auf die beteiligten Personen einzuwirken, begann der Neffe, das Gesicht des als Footballspieler auftretenden Wachtmeisters zu filmen, um angeblich Beweise zu sichern. Woraufhin er von einem nicht näher beschriebenen, aber prima facie anwesenden Kostümträger aufgefordert worden sei, sich „zu verpissen“. Dem sei er nicht nachgekommen und von einer nicht näher beschriebenen Gruppe footballspielender Wachtmeister, hilfsweise wachtmeisternder Footballspieler, aus dem Gebäude gezerrt worden.
Mehrere Justizbeschäftigte, darunter der eine oder die andere Sicherheitsbeauftragte des Landgerichts, griffen nun ins Geschehen ein. Hausverbote wurden ordnungsgemäß ausgesprochen, und ein Rechtsanwalt, dessen Name wirklich nichts zur Sache tut, behauptet, ihm persönlich sei ein Hausverbot erteilt worden, obwohl er an diesem Tag aus terminlichen Gründen leider nicht im Justizzentrum habe sein können. Die Polizei ihrerseits hinwiederum bestätigt, daß ein Einsatz stattgefunden hat. Dabei habe besagter Ramalama Fafafa zu Protokoll gegeben, jemand habe Bier in den Ventilator seines Primaten-Kostüms geschüttet, wonach dieses nicht mehr funktionsfähig gewesen sei.
aus: WZP 44 - Die Westzipfel-Postille hart an der Grenze – Ausgabe Ende Februar 2026 © Wendelin Haverkamp
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