Unsere Digitalismus-Serie
Der Ping-Test ist auf Dauer kein Zustand
Jeder Mensch ist froh, wenn er WLAN hat. Es ist das höchste Glück auf Erden, ohne WLAN läuft ja nix. Wo wären wir ohne WLAN. Und wenn es nicht läuft? Nicht immer versorgt WLAN uns stabil und sicher. Aber dafür bekommt man jederzeit Erklärungen und Ratschläge, vor allem aus einem sogenannten Netz, und schon ist alles wieder gut. Späßle g’macht. Probleme ergeben sich nämlich, so spricht das Web, nicht immer durch DSL oder Kabelanschluß, sondern durch das WLAN selbst. Die „WZP“ hat die Ausführungen der Spezialisten analysiert. Stahlbetonwände und Fußbodenheizungen, Aquarien und Heizkörper seien Grund für digitale Unbill, da hülfen auch noch so viele Repeater nicht weiter. Ebenso gäben Spiegel und Metallflächen Anlaß zur Unterversorgung. Unter „Mesh“ fände man zu dem Thema wichtige Hinweise, ob die Repeater richtig eingebunden sind. Wer ist Mesh? Egal. Man sehe dort die Gesamtstruktur von Router und Repeater, ein kleines blaues Symbol zeige den Status und man erkenne, welches Gerät auf welchem Frequenzband angebunden ist. Wieviele Tage soll ich damit zubringen? Ein Blick ins Mesh-Menu zeige, ob die Repeater neu positioniert werden müssen. Im 2,4 Gigahertz-Band könne es übrigens ratsam sein, die „WLAN-Koexistenz“ zu aktivieren und Kanal 1, 6 oder 11 zu wählen. Wer auf einem höheren Kanal unterwegs sei, müsse mit Störungen rechnen, da die Flugsicherung bisweilen dazwischenfunke. Wer allerdings Zero-Wait DFS zu Verfügung hat, wechselt einfach bei einer Radarerkennung unterbrechungsfrei auf niedrigere Kanäle. Empfohlen wird die Nutzung von App Open Signal auf Smartphone oder Tablet. Im Unterschied zu Signalstärkeangaben werden hier Datenpakete ohn’ Unterlaß hoch- und runtergeladen, und mit dem „Ping-Test“ werde die Latenz der Verbindung bestimmt. Ist doch völlig klar. Und sollten Sie persönlich irgendwann keine Lust mehr haben, den größten Teil Ihrer Lebenszeit mit dieser digitalen Scheiße zu verplempern, schreiben Sie doch einfach mal eine Ansichtskarte. Oder stellen Sie die Zeitdiebe des World Wide Web an die Wand, falls Ihr WLAN es möglich macht. Ping ist auf die Dauer kein Zustand. Sondern Aua.
aus: Die Westzipfel-Postille hart an der Grenze © Wendelin Haverkamp
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