Die deutsche Jugend ist besser als ihr Ruf
Wehrdienst: Och nöö. Mehrlagiges Klopapier: Jaaa!
Die deutsche Jugend ist engagierter und politisch interessierter als viele Kritikaster behaupten. Dies wird aktuell durch zwei Meldungen deutlich. So beantworteten viele heranreifende Jungbürger die Frage, ob sie sich einen Dienst bei der Bundeswehr vorstellen könnten, klar und konstruktiv: „Den ganzen Tag? Och nöö! Das frühe Aufstehen, wieviel Urlaub haben die denn? Und so ein Gewehr, och nöö! Das ist doch sauschwer. Und dann mein Gewissen! Das hab ich ja auch noch. Hinterher soll ich auf Leute schießen, die man gar nicht kennt, och nöö.“
Auch die Schüler einer Grundschule in Dülmen zeigen staatsbürgerliches Engagement. Die Kinder sind seit Langem unzufrieden mit dem auf dem WC angebotenen Klopapier. Das sei zu dünn und eklig an den Händen, deshalb wollen sie mehrlagiges. Dabei ist das akute Papier schon ein „Upgrade“, das zuvor ausgehängte war noch dünner. Mehr Komfort auf dem WC, fordert das Schulparlament nun vom Bürgermeister.
Die Stadt wies darauf hin, finanziell stark angeschlagen zu sein und man müsse auch auf den Toiletten sparen. Doch nun kündigt sich ein Erfolg an. Bei der nächsten städtischen Großbestellung sollen die kleinen Racker mitentscheiden und ihr Klopapier spielerisch selber auswählen. Ob floral gestaltet oder bunt abstrakt, die Auswahl ist groß. Der Prozeß wird selbstverständlich fachkundig begleitet von mehrlagigen Klopapier-Therapeuten.
Hieraus erhellt mal wieder, daß das Wahlalter viel zu hoch angesetzt ist. Es sollte weiter abgesenkt werden auf maximal 6 Jahre. Und Wehrdienst braucht Deutschland nicht, wenn das Klopapier vier Lagen hat. Dafür stehen immerhin 500 Milliarden zu Verfügung.
© Wendelin Haverkamp
aus: WZP 45 - Die Westzipfel-Postille hart an der Grenze – Ausgabe Ende März 2026
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