Peter-Hille-Literaturpreis

Erwin Grosche ist erster Preistr├Ąger

von Frank Becker
Erwin Grosche
Foto © Uwe Nölke
Es gibt einen neuen Literaturpreis in Deutschland: Den
 
"Nieheimer Schuhu. Peter-Hille-Literaturpreis".


Der erste Preisträger ist Erwin Grosche.



Der Namensgeber


Der Schriftsteller Peter Hille,
als Westfale geboren am 11.9.1854 in Erwitzen bei Nieheim/Kreis Höxter; gestorben am 7.5.1904 in Berlin-Großlichterfelde, verbrachte nach ruhelosen Wanderschaften die letzten gut 10 Jahre seines in den Künstlergemeinschaften Berlins. Der literarische Impressionist war ein Freund Else Lasker-Schülers und ging als Dichter-Bohemien und Verfechter eines freien Künstlertums in die Literaturgeschichte ein. Er schrieb aus der Eingebung des Augenblicks Aphorismen, Gedichte und andere poetische Kurzformen von beachtlicher literarischer Qualität – ein westfälischer Peter Altenberg, wenn man so will. Im Zuge der intensivierten Forschung zur Literatur und Kunst der Zeit um 1900 ist auch sein Werk wieder stärker in den Fokus der Literaturwissenschaft gerückt.

Peter Hille
Die 1983 gegründete Peter-Hille-Gesellschaft hielt es daher für wünschenswert, einen Peter ­Hille-Literaturpreis zu initiieren.
Der Preis wird von nun an alle drei Jahre von einer ehrenamtlich tätigen Jury als Auszeichnung verliehen. Als Symbol erhält der jeweilige Preisträger eine Schuhu-Bronze-Plastik des renommierten Künstlers Bernd Bergkemper.
Am 15. September 2007, also vier Tage nach Hilles Geburtstag, wird Erwin Grosche als erster Künstler mit dem Nieheimer Schuhu. Peter-Hille-Literaturpreis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Nieheimer Schuhu ehrt Autorinnen und Autoren, die in Westfalen geboren wurden, in Westfalen leben oder deren Werk einen besonderen Bezug zu Westfalen aufweist.

Der  Preisträger

„Peter Hille war ein Meister spontaner, impressionistischer Sprachkunst und bevorzugte "poe­tische Miniaturen": Aphorismen, Gedichte, Kurzprosa. Auch der Grenzgänger Erwin Grosche ist ein ungewöhnlicher Vertreter der Spezies "Wortkunst". Als Autor und Kleinkünstler hat er ein umfangreiches Werk vorgelegt, das nahezu alle Sparten der Literatur umfasst, vom Ro­man über Erzählungen, Krimis, Glossen, Lyrik, Songs und Chansons bis hin zum Kinderge­bet. Dieses Werk zeichnet sich durch eine eigene, unverwechselbare Sprache aus. Grosche ist ein Mann der Zwischentöne. Entsprechend geht es in seinen Texten phantasievoll statt polemisch, poetisch statt plakativ zu. Als literarischer Kabarettist kultiviert er einen anderen, oft skurril-hintergründigen Blick auf die Wirklichkeit. Grosches Texte sperren sich gegen Ver­einnahmungen, Erwartungen und vordergründige Trends. Seine Vorliebe für literarische Aphorismen und sensible Kurzprosa, aber auch die wichtige Rolle Hilles in der sich um 1900 etablierenden Kabarettszene Berlins verbindet Grosche mit seinem ostwestfälischen literari­schen Vorfahren. Hilles eigens für das Kabarett geschriebenen "Lieder eines betrunkenen Schuhus" geben dem Preis seinen Namen.“

Die Preisverleihung
findet am 15. September 2007 in Nieheim statt. Sie ist mit einer öffentli­chen Kabarett-Aufführung des Preisträgers verbunden.
Die Preissumme wird von der Nyland Stiftung (Köln), der Firma Becking Kaffee AG (Ham­burg) und dem Rotary Club (Höxter) aufgebracht.

Weitere Informationen unter: www.erwingrosche.de