BloƟ kein Weihnachten!

von Georg Marin

Georg Marin
Foto: Uwe Stratmann
Bloß keine Weihnachten!
 
Mein schönstes Weihnachten wäre ein Weihnachten ohne Weihnachten. Allein mit meiner Frau auf einer einsamen Insel, die noch nie von diesem Trubel gehört hat. Nur Palmen und Strand und bloß kein »Ach, du selige...« oder »l’m Dreaming of a White Christmas«, kein Weihnachtsmarkt mit den vom Glühwein Besoffenen und dem unerträglichen Geruch von Nelken, Lebkuchen und Zimt, keinen »Schmunzelhasen«, der zum lila Weihnachtsmann umgegossen wurde, keine Fernsehwerbung ab dem 1. November, und keine geschmückten und beleuchteten Innenstädte, keinen Weihnachtsbaum mit womöglich auch noch künstlichen Kerzen, über dessen Größe und Form noch lange gestritten wird, keine Weihnachtsansprache von Politikern, die uns ein »friedvolles und fröhliches Weihnachtsfest« wünschen - und dann kommt es im nächsten lahr noch schlimmer. Keine vollen Geschäfte, keinen Einkaufsstress, und vor allem keinen guten Rat vom Nachbarn, doch friedlich zu sein, es sei ja Weihnachten, dabei ärgert der einen den Rest des Jahres nur mit Meckereien und dem Spruch »Früher war ja alles besser«. Nur Ruhe und Besinnlichkeit, und vielleicht noch Liebe an einem einsamen Strand, beleuchtet nur von den Sternen - das wär’s doch!